Fascher nimmt das Heft in die Hand
Beim Abgang des Preußen-Trainers bleibt einiges undurchsichtig

Marc Fascher hat das Heft des Handelns in die Hand genommen. Er schlägt damit gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe. Zum einen demonstriert er Stärke, so vermeidet er einen Eiertanz um seine Person in den kommenden Wochen und vielleicht Monaten. Statt der Demütigung, die ein von Vereinsseite verkündigter Abschied gewesen wäre, geht er mit breiter Brust voran. So viel Rückgrat muss einer erst Mal haben.

Donnerstag, 12.01.2012, 16:01 Uhr

Und auch das ist ein Vorteil für den Meistermacher aus Münster : Fascher hat rechtzeitig seinen Finger gehoben, nun ist er auf dem Markt der verfügbaren Trainer für die nächste Saison. Ganz schön clever.

Sein Pfund: Mit Kickers Emden und Preußen Münster hat er Aufstiegsmissionen erfüllt. Das kann ihm keiner nehmen, das ist ein Qualitätsmerkmal. Anders als vor seinem Engagement beim SCP wird er eine Reihe von Fußball-Lobbyisten an seiner Seite wissen.

Nächste Frage: Fascher und Münster, geht das gut bis zum Sommer? Das hängt im Wesentlichen von den nächsten beiden Partien gegen Oberhausen und Jena ab. Hält der SCP die Abstiegskandidaten auf

Distanz, ist das auch gut für den Trainer Fascher. Allerdings ist das fragile Innenverhältnis – siehe Hertha BSC und Trainer Markus Babbel – ein Drahtseilakt. Eine Windböe reicht.

Auch wenn es keiner der Beteiligten offen ausspricht. Das notwendige Vertrauensverhältnis ist einfach nicht mehr vorhanden. Fascher dürfte das Hin und Her der Vertragsgespräche als Wankelmut des Präsidiums betrachten, ihm fehlt die Rückendeckung. Der Vorstand wiederum hat die sportliche Tendenz im Auge, die letzten Leistungen – gerade bei Auswärtspartien – waren katastrophal.

Das angespannte Verhältnis zum mächtigen Aufsichtsrats-Vorsitzenden Thomas Bäumer ist dagegen keines, mit dem Marc Fascher ein Problem haben dürfte. Schließlich sind es Bäumers Sponsorengelder, die die just getätigen Winter-Transfers von Dennis Grote und Fabian Hergesell ermöglichen. Es sind Faschers Wunschspieler.

Vieles bleibt bei diesem Abgang undurchsichtig.

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