Preußen-Stadion
Kompromiss bietet Spielraum

Münster -

Das Drei-Parteien-Bündnis aus CDU, SPD und FDP steht. Aller Voraussicht nach wird der Rat heute das 900 000-Euro-Paket zur Stadion-Sanierung beschließen – inschließlich der Möglichkeit, dass der SC Preußen mit einem Bauherrenvertrag die Chance erhält, die vom Verein gewünschte Vorinstallation für eine spätere Rasenheizung zu realisieren.

Dienstag, 08.05.2012, 20:05 Uhr

Preußen-Stadion : Kompromiss bietet Spielraum
Die Haupttribüne ist neu und schick, ansonsten aber ist das Preußen-Stadion an vielen Stellen marode und sanierungsbedürftig. Mit einem Bauherrenvertrag wollen die Stadt und der SC Preußen auf die Misere reagieren. Foto: Oliver Werner

Als der GAL-Fraktionschef Hery Klas in der Sitzung des Finanzausschusses gestern Abend merkte, dass ihm die Felle davonschwimmen, holte er einen letzten Anti-Preußen-Pfeil aus dem Köcher: Die Stadtverwaltung, so seine Forderung, solle bis zur heutigen Ratssitzung prüfen, ob Ratsmitglieder, die kostenlose Karten für die Preußen-Tribüne in Anspruch nehmen, nicht wegen Befangenheit von der Stadion-Abstimmung ausgeschlossen werden müssten . . .

Sei es drum: Das Drei-Parteien-Bündnis aus CDU , SPD und FDP steht, aller Voraussicht nach wird der Rat heute das 900 000-Euro-Paket zur Stadion-Sanierung beschließen – einschließlich der Möglichkeit, dass der SC Preußen mit einem Bauherrenvertrag die Chance erhält, die vom Verein gewünschte Vorinstallation für eine spätere Rasenheizung zu realisieren.

Die verbalen Spitzen der Grünen waren nicht zuletzt dem Umstand geschuldet, dass die FDP-Fraktions­chefin Carola Möllemann-Appelhoff ins schwarz-rote Lager übergewechselt war.

 

Möllemann-Appelhoff betonte zwar ebenso wie die Grünen, dass kein städtisches Geld in die Rasenheizung fließen dürfe. Sollte es der SC Preußen aber schaffen, durch geschickten Einsatz des Geldes, durch Sponsoring, Eigenleistung und Steuervorteile einen baulichen „Mehrwert“ zu erwirtschaften, so solle er auch darüber bestimmen können. „Die Preußen tragen ja auch das Risiko“, wusste sich Möllemann-Appelhoff mit den Ratsherrn Robert Otte (CDU) und Dr. Michael Jung (SPD) einig. Die Grünen wiederum vertraten den Standpunkt, dass selbst beim Einsatz eingesparter Gelder die Rasenheizung, eine rein auf den Profifußball ausgerichtete Investition, tabu sein müsse.

Ganz anders die Reaktion des Preußen-Präsidenten Dr. Marco de Angelis. Er sprach gestern von einem „harten, aber guten Kompromiss“. Sollte die Übereinkunft von CDU, SPD und FDP heute so beschlossen werden, sei dies „eine gute Basis“ für Aufwertung des maroden Stadions.

Geklärt werden soll heute die Frage, ob der angestrebte Weg rechtlich zulässig ist. Die Grünen sehen einen Verstoß gegen das Subventionierungsverbot für den Profisport und berufen sich auf einen Brief des Regierungspräsidenten. Otte sah das gelassener: Wenn der RP in Münster bereits wegen einer Rasenheizung intervenieren sollte, dann müsse man in anderen Städten ganze Stadien abreißen. 

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