Fußball: 3. Liga
Preußen verbieten Piossek-Wechsel, Reichwein-Pause kürzer

Münster -

Obwohl der 1. FC Kaiserslautern ernst macht im Werben um Marcus Piossek und auch der Spieler selbst auf die Freigabe hofft, lässt Preußen Münster ihn nicht gehen. Stürmer Marcel Reichwein fällt nach seiner erfolgreichen Meniskus-OP vermutlich doch nur etwa zwei Monate aus.

Dienstag, 14.07.2015, 15:23 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 14.07.2015, 14:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Dienstag, 14.07.2015, 15:23 Uhr
Marcus Piossek (l.) würde sich gern in der 2. Liga versuchen. Doch angesichts der Knappheit an Offensivspielern im Preußen-Kader schiebt Sportvorstand Carsten Gockel dem Ansinnen einen Riegel vor.
Marcus Piossek (l.) würde sich gern in der 2. Liga versuchen. Doch angesichts der Knappheit an Offensivspielern im Preußen-Kader schiebt Sportvorstand Carsten Gockel dem Ansinnen einen Riegel vor. Foto: Jürgen Peperhowe

Eigentlich ist Preußen Münster ja auf der Suche nach schlagkräftigen Offensivleuten. Bedarf ist angesichts der Verletzungen von Marcel Reichwein , Jesse Weißenfels und Philipp Hoffmann jedenfalls reichlich vorhanden. Da passt es so gar nicht ins Bild, dass der Schlüsselspieler der vorderen Reihe den Drittligisten verlassen möchte. Das teilte Marcus Piossek jedenfalls dem Verein mit – und stieß auf taube Ohren.

Nachgebessertes Angebot

„Es kommt nicht infrage, eine klare Sache“, sagt Sportvorstand Carsten Gockel. Der 1. FC Kaiserslautern , der um den 25-Jährigen buhlt, hatte sein Angebot in der Vorwoche noch mal nachgebessert, obwohl das Thema in den Augen von SCP-Trainer Ralf Loose längst abgehakt war. Doch über finanzielle Aspekte denken die Preußen in diesem Fall offenbar kaum weiter nach. „Wir diskutieren gar nicht über Beträge, sondern Verträge“, so Gockel. Der Kontrakt, im vergangenen Jahr ohne Klausel bis 2016 verlängert, macht Piossek zu einem Top-Verdiener im Kader. „Marcus ist ein wichtiger Baustein, diese Wertschätzung spiegelt sich auch in seinem Arbeitspapier wider“, erklärt Münsters Geschäftsführer.

Nur ein Fixpunkt

Würde der Club seinen konstantesten Akteur der Vorsaison ziehen lassen, bekäme das Personalpuzzle der Abteilung Attacke einen sehr schwer zu kittenden Riss. Mindestens einen, eher zwei Stürmer wollen die Preußen noch verpflichten, auf der rechten Seite wird die Idealbesetzung noch gesucht. Einziger Fixpunkt ohne Piossek, der am Samstag beim 2:0 gegen De Graafschap Doetinchem nur in der letzten Viertelstunde in die Partie kam und dann gleich traf, wäre Mehmet Kara. „Ich nehme es dem Spieler nicht übel, dass er bei einem Angebot eines Traditionsvereins aus der 2. Liga weich wird“, sagt Gockel. „Aber wir können einfach nicht zwölf Tage vor dem ersten Saisonspiel unseren besten Offensivmann opfern.“ Auch eine mittlere sechsstellige Ablöse könnte den 43-Jährigen offenbar nicht umstimmen.

Piossek, über den auch der 1. FC Heidenheim nachdachte, muss also bleiben. Nur was passiert, wenn dieser seine Enttäuschung über den geplatzten Wechsel offen zur Schau trägt, schlechte Laune bekommt und auf dem Rasen nicht mehr die Top-Leistung bringt? „Da ist das Umfeld des Profis gefordert, und dazu gehören auch wir als Verein“, so Gockel. Piossek kam 2013 vom VfL Osnabrück, nahm aber erst ein Jahr später so richtig Fahrt auf und verbuchte in 36 Partien sechs Tore und acht Vorlagen (Notenschnitt 3,0), zudem war er laufstarker Taktgeber, wenn die Mannschaft frühes Pressing betrieb.

Schwierige Suche

Die Suche nach Angreifern gestaltet sich zudem schwierig, wie auch Loose kürzlich einräumte. Auf der einen Seite benötigt sein Team einen Reichwein-Ersatz, auf der anderen aber fehlt als Alternative ein mitspielender, wendiger Stürmer, der auch nach außen ausweicht. „Es ist nicht gesagt, dass wir bis zum ersten Spiel jemanden präsentieren“, sagt Gockel.

Gute Nachrichten lieferte am Montag immerhin Reichwein, der sich in Köln am rechten Knie operieren ließ. Der Korbhenkelriss im Innenmeniskus musste nur geglättet werden und nicht genäht oder geklebt. Damit reduziert sich, wie der 29-Jährige gehofft hatte, seine Ausfallzeit deutlich. Anstatt ein halbes Jahr muss er nun lediglich vier bis sechs Wochen pausieren, ehe er wieder ins Training einsteigt. Auswirkungen auf die Stürmersuche hat die Meldung vom planmäßig verlaufenen Eingriff jedoch nicht zwingend. „Zunächst fehlt Marcel uns ja definitiv“, sagt Gockel. „Verstärkung benötigen wir bis zum Herbst so oder so.

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