Fußball: 3. Liga
Preußen Münster gewinnt bei Wehen Wiesbaden mit 2:0

Wiesbaden -

2:0 in Wiesbaden gewonnen, der erste Auswärtssieg seit Februar - doch bei den Münsteranern herrschte nicht nur Jubelstimmung. Denn bei seinem Schuss zum 1:0 verletzte sich Preußen-Stürmer Philipp Hoffmann schwer.

Freitag, 29.04.2016, 23:02 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 29.04.2016, 22:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Freitag, 29.04.2016, 23:02 Uhr
Philipp Hoffmann trifft für den SC Preußen zum 1:0 und verletzt sich dabei schwer am Knie.
Philipp Hoffmann traf zum 1:0 für Preußen Münster, verletzte sich dabei aber schwer am Knie. Foto: Sebastian Sanders

Es gab weiß Gott schon traurigere Wiegenfeste in der langen Geschichte des SC Preußen als am Freitag. Beim SV Wehen Wiesbaden gab sich Münster am Vorabend des 110. Geburtstag clever und effektiv, was zum 2:0 (1:0)-Sieg führte und den Gastgeber ein Stück näher Richtung Viertklassigkeit beförderte. Gelegenheiten besaß der SCP kaum, die erste und beste saß gleich. Danach verteidigte das Kollektiv mit Hingabe und etwas Glück. Die wohldosierten spielerischen Ansätze waren auch nicht zu verachten, so feierte die in der Rückrunde oft kritisierte Mannschaft mit den so zahlreich zu Wasser angereisten Fans den ersten Auswärtssieg seit Februar.

Wie erwartet mit Marc Heitmeier für Marco Pischorn (Gelbsperre) im Abwehrzentrum und etwas überraschend mit Sommer-Abgang Felix Müller für Benjamin Schwarz (Knieprobleme) hinten links begannen die Gäste.

SV Wehen Wiesbaden - SC Preußen Münster

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  • Philipp Hoffmann verletzt sich beim 1:0 schwer.

    Foto: Sebastian Sanders
  • Steven Ruprecht, Philipp Hoffmann

    Foto: Sebastian Sanders
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  • Luca Schnellenbacher, Chris Philipps

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  • David Blacha, Amaury Bischoff

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  • Marc Lorenz, Mehmet Kara

    Foto: Sebastian Sanders
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  • Foto: Sebastian Sanders
  • Foto: Sebastian Sanders

Die akut abstiegsgefährdeten Hessen, eigentlich individuell besetzt wie ein Spitzenteam, starteten sehr bissig, setzten gezielt nach und hatten durch Luca Schnellbacher , dessen Schuss Torhüter Niklas Lomb um den Pfosten lenkte (4.), die erste Chance. Auch Torsten Oehrl war bei seinem Kopfball nach Kevin Schindlers Flanke nah dran an der Führung, es fehlten Zentimeter (13.).

Die Preußen wagten sich zunächst eher dezent nach vorn. Dann die 22. Minute: Chris Philipps auf Elie Laprevotte, der spielte Philipp Hoffmann schön im Sechzehner frei. Abschluss, Keeper Markus Kolke verladen, Tor! Alles gut? Nein, nicht für den Schützen. Dem sprang beim Schuss die Kniescheibe raus, er musste sofort vom Platz und ins Krankenhaus. Zudem besteht der Verdacht auf einen Patellasehnenriss. Für Hoffmann kam der tags zuvor von Coach Horst Steffen noch explizit gelobte Youngster Lennart Stoll zu seinem Drittliga-Debüt (25.).

Wiesbaden wirkte nicht so richtig geschockt, feuerte durch Schnellbacher (28.) und Oehrl (30.) auf den Kasten, Lomb hatte aber wenig Probleme. Geschlagen war er schon, als Schindler nach einer scharfen Hereingabe des Ex-Münsteraners Marc Lorenz den Ball Richtung langes Eck köpfte, doch Lion Schweers klärte artistisch auf der Linie (41.).

Der SCP hatte zwar wahrlich kein Chancenplus, wirkte aber fußballerisch mit der Mittelfeldraute (Mehmet Kara als Zehner) überlegen und führte zur Pause. Der große Einsatz der Hausherren blieb ohne Ertrag.

Aus der Pause kamen die Münsteraner etwas besser, sie ließen die Kugel laufen, hatten Ballkontrolle und durch Stoll einen passablen Abschluss (49.). Dann jedoch musste Lomb einen Schlenzer von David Blacha mit einer Klasseparade entschärfen (55.). Plötzlich hatte Wehen wieder Lunte gerochen, konzentrierte sich auf die physische Überlegenheit, suchte jeden Zweikampf – und vergab den fast sicheren Ausgleich. Björn Kopplin schenkte Lorenz an der Außenlinie den Ball, das schnelle Zuspiel schob aber Schnellbacher am Pfosten vorbei (65.). Die SCP-Entlastung ließ in der Schlussphase nach, der Druck wurde ein wenig größer, doch schlotternde Knie waren nicht angesagt, dafür fehlte dem Gastgeber der Schuss Kreativität in den Aktionen.

Die vielen Unterbrechungen kamen natürlich den Preußen zugute, die sich nun sehr abgebrüht zeigten, das Ergebnis am Ende recht mühelos ins Ziel schaukelten und durch das 2:0, erzielt von Laprevotte nach einem Bilderbuchkonter über Marcel Reichwein, noch ein Schleifchen drum machten.

 

Einzelkritiken nach dem 2:0-Sieg bei Wehen Wiesbaden

1/14
  • Die Preußen überzeugten im Auswärtsspiel bei Wehen Wiesbaden und holten sich drei Punkte. Die Spieler in der Einzelkritik:

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Niklas Lomb: Zwei glänzende Paraden, sicher bei Flanken und wieder mal zu null. Nichts zu mäkeln. Note: 2,5

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Björn Kopplin: Lange sehr stabil hinten rechts, wenn auch diesmal ohne Vorwärtsdrang. Sein Patzer gegen Marc Lorenz hätte Luca Schnellbacher fast den Ausgleich ermöglicht. Note: 3,5

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Lion Schweers: Zwei Rettungstaten auf der Linie, gegen Torsten Oehrl und David Blacha. Ansonsten aufmerksam, gewillt zu gezieltem Spielaufbau. Nur kleine Wackler. Note: 2

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Marc Heitmeier: Ein paar Minuten brauchte der Routinier, um wieder reinzukommen. Dann war die alte Souveränität wieder da. Seine Ruhe war wichtig. Note: 2,5

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Felix Müller: Viele Vorstöße, dabei sprangen jedoch selten Chancen heraus. Ein paar Ballverluste waren dabei, stand gegen Kevin Schindler oft unter Druck. Note: 3,5

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Chris Philipps: Nicht fehlerlos, aber sehr ballsicher. Die Raute kam ihm entgegen. Behauptete sich in Zweikämpfen und an der Kugel. Note: 2,5

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Elie Laprevotte: In der Anfangsviertelstunde unterliefen ihm noch ein paar Patzer, doch dann steigerte sich der Franzose, gewann wichtige Duelle rund um den Mittelkreis. Und traf per Konter ganz abgebrüht. Note: 2,5

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Amaury Bischoff: Seine Übersicht war gewinnbringend, auch wenn er nicht mehr der alleinige Herrscher im Mittelfeld war. Zeigte Präsenz nach der Pause. Note: 3

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mehmet Kara: Als Zehner hatte er mehrere Konter auf dem Fuß, ließ diese aber meist liegen. Nach einer halben Stunde wurde er besser, legte die Bälle gut ab. Note: 3,5

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Philipp Hoffmann: Seine erste auffällige Aktion war gleich ein Tor, das er nach gutem Laufweg mit viel Cleverness erzielte. Dabei sprang ihm aber die Kniescheibe raus, die Patellasehne könnte sogar gerissen sein. Sportvorstand Carsten Gockel brachte ihn mit dem Auto aus dem Wiesbadener Krankenhaus ins Clemens-Hospital, wo am Samstagmorgen eine MRT ansteht. Keine Note

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Marcel Reichwein: Machte viele Bälle fest, lief für die Mannschaft, ohne selbst zum Abschluss zu kommen. Dazu gelang es ihm, bei Standards Zeit zu schinden.  Note: 3

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Lennart Stoll: Gab sein Debüt als Eigengewächs. Anfangs nervös und ohne Beteiligung am Spiel. Von Beginn an aber lauffreudig, risikofreudig und auf Zweikämpfe aus. Dass er kurz vor Schluss wieder raus musste, hatte taktische Gründe. Note: 3,5

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Kevin Schöneberg: Kurzauftritt, aber entscheidend  am 2:0 beteiligt. Keine Note

    Foto: Jürgen Peperhowe

 


Wehen Wiesbaden: Kolke (3) - Funk (3,5), Wein (4), Ruprecht (4), Vitzthum (4) - Blacha (3), Pezzoni (4) - Schindler (81. Golley -), Oehrl (4,5/73. Lindner -), Lorenz (4,5) - Schnellbacher (4/87. Mende -). - Trainer: Fröhling.
Münster: Lomb (2,5) - Kopplin (3,5), Schweers (2), Heitmeier (2,5), Müller (3,5) - Laprevotte (2,5), Philipps (2,5), Bischoff (3) - Kara (3/73. Tritz -) - Hoffmann (- /23. Stoll 3,5), Reichwein (3). - Trainer: Steffen
Tore: 0:1 Hoffmann (22., Vorarbeit Laprevotte), 0:2 Laprevotte (89., Vorarbeit Reichwein). - Zuschauer: 2814. - Schiedsrichter: Badstübner (Wildsbach) 2, machte alles richtig. - Gelbe Karten: Ruprecht (6), Pezzoni (8), Vitzthum (4) / Müller (8)

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