Fußball: 3. Liga
Preußen-Physio Morschel wechselt die Domstadt

Münster -

Simon Scherder bleibt den Preußen erwartungsgemäß erhalten, Dennis Morschel packt überraschend die Koffer. Während der Innenverteidiger sein zehnjähriges Preußenjubiläum mit der Vertragsverlängerung feiert, zieht es den Physiotherapeuten nach fünf Jahren beim SCP nun in die erste Liga zum 1. FC Köln.

Dienstag, 31.05.2016, 13:05 Uhr

Dennis Morschel kümmerte sich fünf Jahre lang um Gesundheit der Preußen. Jetzt wechselt er zum 1. FC Köln.
Dennis Morschel kümmerte sich fünf Jahre lang um Gesundheit der Preußen. Jetzt wechselt er zum 1. FC Köln. Foto: Jürgen Peperhowe

Fast die komplette abgelaufene Spielzeit haben Dennis Morschel und Simon Scherder Seite an Seite verbracht, fast unzertrennlich drehten sie ihre Runden. Jetzt trennen sich die Wege des Physiotherapeuten und seines Langzeit-Patienten doch: Spieler Scherder bleibt den Preußen ein weiteres Jahr erhalten, Morschel verabschiedet sich.

Der SCP verliert damit überraschend einen seiner gefragtesten Mitarbeiter: Fünf Jahre lang war der 31-Jährige in Münster immer auf Ballhöhe und den Jungs, die er wieder an die Mannschaft heranführen sollte, zumeist sogar einen Schritt voraus. Jetzt wechselt er von der einen Domstadt zur anderen. Von den Preußen geht es zum 1. FC Köln , wo Morschel als Athletiktrainer das Nachwuchsleistungszentrum des Erstligisten betreuen wird. Der Physio arbeitete als Nachfolger von Marius Engelke seit 2011 vor allem mit den verletzten Spielern, knetete aber die Muskeln aller Akteure bis zur gewünschten Geschmeidigkeit, machte sich um die Athletik des Vorzeigepersonals verdient und leitete im Training wie während der Spiele die Aufwärmeinheiten. Er war wichtiges Bindeglied zwischen Spielern, Trainern und der medizinischen Abteilung. „Für die Profis war er Vertrauensperson, Kummerkasten und Seelentröster zugleich“, heißt es auf der Homepage des Clubs. „Ich werde den SC Preußen immer im Herzen tragen und habe dem Verein viel zu verdanken“, so Morschel. In Münster wird Physio Matthias Haase weiterhin ein waches Auge auf die Gesundheit der Profis haben.

Doppelt so lange wie Morschel währt die Preußen-Historie von Simon Scherder. Im Juli feiert er seine zehnjährige Vereinszugehörigkeit. 2006 stieß der damals 13-Jährige zu den Adlerträgern und ist damit mit Abstand dienstältester Spieler im Preußen-Kader. Club und Spieler setzen ihre Zusammenarbeit für zunächst ein weiteres Jahr fort. Unter Trainer Ralf Loose hatte Scherder den Sprung in die Startelf geschafft, dessen Nachfolger Horst Steffen hatte dagegen erst sieben (Testspiel-)Minuten lang Freude an dem Innenverteidiger. Bei seinem Comeback-Versuch nach langer Verletzungspause musste Scherder am Gründonnerstag seine nagelneue Kreuzbandplastik reklamieren – die taugte nichts. Schon damals kündigte Sportvorstand Carsten Gockel an, seinem Dauerbrenner einen Anschlussvertrag anzubieten, seit diesem Dienstag ist das Werk mit allen nötigen Unterschriften versehen und besiegelt. Nach einer Nullrunde ohne Einsatzminute in der Liga will Scherder auf Sicht wieder angreifen. Erstmals ohne Wettbewerbsvorteil gegenüber den Mitbewerbern, denn Scherder ist bereits vor dem Stichtag am 1. Juli 23 Jahre alt geworden und damit kein Kandidat mehr für die U-23-Plätze. „Ich freue mich natürlich, dass der Verein trotz meiner Verletzung weiter hinter mir steht. Dieses Vertrauen gibt mir ein gutes Gefühl. Auch wenn es noch ein paar Monate dauert, will ich wieder dahin, wo ich schon mal war – zurück auf den Platz“, so der gebürtige Dreierwalder.

► Stürmer Marcel Reichwein, zwei Jahre beim SCP, wird Leitwolf bei den jungen Wölfen. Der 30-Jährige unterschrieb einen Zweijahresvertrag bei Regionalligist VfL Wolfsburg II. Auch Felix Müller, der nach einer Saison ebenfalls keinen Anschlussvertrag erhielt, hat einen neuen Club: Bei den Würzburger Kickers, macht der Linksverteidiger einen Karrieresprung. Der Zweitliga-Aufsteiger verpflichtete zudem den Ex-Preußen Marco Königs von Fortuna Köln.

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