Fußball: 3. Liga
Rasante Talfahrt der Preußen

Münster -

Vier Punktspiele bestreitet Preußen Münster in diesem Jahr noch. Siege sind zwingend, um die Abstiegsränge verlassen zu können. Erste Chance: Die Heimpartie am Freitag gegen Chemnitz. Sportchef Malte Metzelder schließt derweil erstmals Wintertransfers nicht mehr kategorisch aus.

Montag, 20.11.2017, 18:11 Uhr

Hängen sich rein: Nico Rinderknecht (links) und Lion Schweers aus der jungen Garde des SCP.  
Hängen sich rein: Nico Rinderknecht (links) und Lion Schweers aus der jungen Garde des SCP.   Foto: Jürgen Peperhowe

Es gibt auch positive Dinge, kleine zumindest, die der SC Preußen Münster in der letzten Zeit zu vermelden hatte. Zum Beispiel die Einrichtung des Fan-Shops in den Arkaden oder die längerfristigen Verpflichtungen von jungen Akteuren wie Tobias Warschewski, Julian Conze, Adrian Knüver und am Montag dann Cyrill Akono. Gute Talente, aus denen kann was werden, aber den Abstiegskampf in der 3. Liga können solche Jungs noch nicht bewerkstelligen.

Denn bleiern wie das trübe Novemberwetter hängt die sportliche Situation über dem SC Preußen Münster. Nur ein Sieg aus 13 Spielen, zuletzt derbe Klatschen in den Auswärtspartien gegen Wehen Wiesbaden (2:6) und Halle (0:3). Rang 18 am 16. Spieltag ist erreicht – und damit geht es dem SCP noch schlechter als vor einem Jahr, als sich die Preußen unter dem damals neuen Coach Benno Möhlmann berappelten und bereits vier Punkte mehr (18) gesammelt hatten als heute.

Metzelder gefordert

Für Sportchef Malte Metzelder wird die Lage von Woche zu Woche schwieriger. Und zunächst flüchtete er sich in einen Allgemeinplatz bei der Frage, was zu tun sein: „Wir müssen weiter hart arbeiten, mit einer noch höheren Intensität. Ich weiß auch, dass ich das bereits in der Vorwoche gesagt habe.“

Akono verlängert bis 2021

Der SC Preußen Münster setzt seinen Jugendtrend fort und stattet einen weiteren Jugendspieler mit einem Profivertrag aus. Der 1,90 Meter große Stürmer Cyrill Akono, der für den SCP in der U-19-Bundesliga stürmt, unterzeichnete einen Vertrag bis 2021. „Cyrill ist in der U 19 noch ein Jungjahrgang, für sein Alter aber schon sehr weit. Seine Entwicklung ist natürlich nicht an uns vorbeigegangen und wir sehen in ihm noch viel Potenzial. Wir wollen ihn in der kommenden Spielzeit verstärkt bei den Profis einbinden, er soll aber weiter viel Spielpraxis in der U 19 sammeln“, erklärte Preußens Sportdirektor Malte Metzelder. Akono war von Schalke 04 an die Hammer Straße gewechselt und hatte in der Vorsaison als Torschützenkönig der Westfalenliga einen großen Anteil am Bundesliga-Aufstieg von Preußens B-Junioren. Bereits seit dem Sommer war der 17-Jährige immer wieder Trainingsgast beim Drittliga-Team und überzeugte bislang auch bei den A-Junioren in der höchsten Spielklasse mit fünf Treffern. „Die Freude ist extrem groß, das war immer mein Ziel“, sagte Akono über seinen ersten Profivertrag.

...

Mission impossible für Metzelder und Möhlmann? Vor zwölf Monaten gaben wenige einen Pfifferling auf die Preußen, doch Möhlmanns Rückrunde war beeindruckend.

Der 35-jährige Metzelder rückte nun erstmals vom Credo ab, dass der SCP keinen finanziellen Spielraum für Verpflichtungen habe. Nun sagte er: „Wir werden nicht tatenlos zusehen, wie das Schiff sinkt.“ Die Tür für Wintertransfers ist damit wieder einen Spalt auf.

Möhlmann reloaded?

Zurück zu Möhlmann und seiner starken Rückrunde in der Saison 2016/17. Es ist nicht eine Frage, sondern es ist genau diese Frage, inwieweit der 63-Jährige mit seinen Schützlingen das wiederholen kann. Sportchef Metzelder rückt nicht von seinem Trainer ab, sagte aber am Montag, drei Tage nach dem Desaster von Halle: „Alle müssen sich hinterfragen, ob die Dinge greifen. Wir brauchen Erfolgserlebnisse.“

Auswärtsmisere beim Halleschen FC

Das stimmt. Am Freitag kommt mit dem Chemnitzer FC ein Mitkonkurrent im Abstiegskampf. Nicht nur das, denn beim CFC ist ausgerechnet mit Horst Steffen der Möhlmann-Vorgänger gelandet. Steffen, Möhlmann, Chemnitz, Münster, alles irgendwie trist im Augenblick. Hier wie dort.

Nach der Chemnitz-Partie folgen noch Auftritte in Lotte sowie daheim gegen Großaspach und Erfurt. Letztgenannter Club ist Tabellenletzter und hat gerade Trainer David Bergner durch Stefan Emmerling ersetzt. Das am Rande.

Nur Siege helfen

Metzelders Vorgabe für die drei Partien im Preußenstadion lautet: „In jedem Fall müssen wir in den Heimspielen punkten.“ Um dann aber Klartext zu reden: „Gewinnen.“ Nur Siege helfen dem SCP weiter.

Die Hoffnungsträger? So richtig ist keiner zu identifizieren, weil Stammkräfte nicht ihre Form erreichen, Leistungsträger mit sich selbst beschäftigt sind. Bleiben die jungen Akteure, von den Metzelder sagt, „dass sie sich nicht verstecken“. Wie Nico Rinderknecht im Mittelfeld. Auch Simon Scherder gehört dazu, ihm liegt etwas an dem SCP, so wie er sich rein wirft. Beispielhaft.

Bei anderen ist das komplexer: Martin Kobylanski, dieser hochbegabte Offensivspieler mit sechs Saisontoren, wurde in Halle für seine mangelhafte taktische Disziplin und Verweigerungshaltung bei Zweikämpfen abgestraft und nach 26 Minuten ausgewechselt. Er gehört aber in die Kategorie Hoffnungsträger, und so beginnt die Quadratur des Kreises. Oder Linksverteidiger Jeron Al-Hazaimeh , dessen Wucht in der Offensivbewegung dem Team eigentlich fehlt. Sie müssen liefern, sie könnten liefern, wenn der Trainer sie lässt . . .

16. Spieltag: Hallescher FC - SC Preußen Münster

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  • Enttäuscht nach der fünften Auswärtspleite in Folge: Rinderknecht.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Vollversammlung im Strafraum: Sechs Preußen plus Torwart Nils Körber sind in Ballnähe – oder auch nicht. Und so hat Stefan Kleineheismann freie Bahn und trifft per Kopf zum 2:0.

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  • v.l. Kittner, Tritz, Wiebe und Stoll.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Trainer Möhlmann kann man inhaltlich keinen Vorwurf machen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Stoll gegen Fabian Baumgärtel.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Menig und Schweers gegen drei Spieler vom HFC.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Stoll gegen Tobias Müller.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Unzufrieden an der Seitenlinie ...

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • ... Trainer Benno Möhlmann.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Rühle gegen Hendrik Starostzik

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Nach dem Spielschluss.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Debüt: Steinfeldt wird eingewechselt für Grimaldi.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Rinderknecht und Schweers beraten sich nach dem Spiel.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Rinderknecht im Luftduell.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Möhlmann und Kmetsch

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Hoch das Bein: Hilal El-Helwe (rechts) setzt sich gegen Lion Schweers durch.

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  • Ab durch die Mitte: Rühle gegen Klaus Gjasula und Tobias Müller.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Diskussionsbedarf auf dem Platz: Halles Klaus Gjasula (l.) und Torwart Tom Müller klären die Dinge mit Adriano Grimaldi und Tobias Rühle (r.).

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Kopfballsieger: Grimaldi gegen Klaus Gjasula.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Kopfballduell: Grimaldi gegen Hilal El-Heiwe.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Schweers gegen Hilal El-Helwe.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Tobias gegen Tobias: Rühle setzt sich gegen Müller durch.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Vor dem Spiel war die Laune bei beiden Trainer noch gut, hier begrüßen sich Rico Schmitt (kl. Foto, l.) und SCP-Coach Benno Möhlmann.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Rinderknecht im Dreikampf.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Duell zwischen Rinderknecht und Erik Zenga.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Fast gähnend leer war der Gästeblock im Erdgas-Sportpark in den ersten vier Minuten der Partie. Dann aber wurde es mit einem Schlag voll und ein paar Busladungen Preußen-Fans hielten Einzug. Verpasst hatten sie da noch nichts. Ein Stau auf der A 44 bei Soest hielt wohl viele der Anhänger auf dem Weg gen Osten auf.

    Foto: Jürgen Peperhowe
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