Fußball: 3. Liga
Preußen auf der richtigen Spur – Dotchev motzt, Antwerpen genießt

Münster -

Wenn der gegnerische Trainer nach dem Abpfiff eine Menge zu meckern hat, dann kann der Tag nicht so schlecht gelaufen sein. Hansa Rostocks Pavel Dotchev war an alter Wirkungsstätte nach dem 0:2 bei Preußen Münster jedenfalls mies gelaunt. Und das lag auch an seinem Nachnachnachnachfolger.

Sonntag, 18.02.2018, 14:02 Uhr

Jubel und Frust: Martin Kobylanski (v.l.) wird von Co-Trainer Kurtulus Öztürk umarmt, Marco Antwerpen ist noch skeptisch, während Pavel Dotchev das erste Mal bedient ist.
Jubel und Frust: Martin Kobylanski (v.l.) wird von Co-Trainer Kurtulus Öztürk umarmt, Marco Antwerpen ist noch skeptisch, während Pavel Dotchev das erste Mal bedient ist. Foto: Jürgen Peperhowe

Ein Dutzend Punkte in diesem Jahr, diese fette Beute des SC Preußen kann sich sehen lassen. Vor einer endlich mal wieder ordentlichen Kulisse, immerhin 8310 Zuschauer wollten den Auftritt der Drittligisten sehen, wurden der Tabellenvierte und Aufstiegsaspirant Hansa Rostock mit 2:0 (1:0) in die Schranken gewiesen. Keiner, nicht mal Hansa-Coach Pavel Dotchev , zweifelte die Rechtmäßigkeit des preußischen Erfolges an.

Heile Welt nach dem Spiel? Nein, nein, da musste auch noch was zwischen den Trainerbänken aufgearbeitet werden. Wer denn was wie gesagt und reklamiert hatte, warum Dotchev auf Marco Antwerpens Assistent Kurtulus Öztürk sauer war, und einiges mehr wurde noch einmal aufgewärmt. Dotchev war der Frust nach der Niederlage anzumerken, Antwerpen konterte dennoch. Er finde das ewige Lamentieren und das Geschrei nach Verwarnungen nicht passend. Punkt.

Auf dem Spielfeld hatte der wie durch eine Frischzellenkur inspirierte SCP schnell die Chefrolle geklärt: Die Preußen waren Herr im eigenen Haus. Und als Martin Kobylanski mit einem filigranen Fernschuss schon früh das 1:0 markierte, marschierten die Hausherren mit dem Selbstbewusstsein einer Eliteeinheit über das Feld. Bis hierher und nicht weiter. Münster ließ kaum Chancen zu, erstickte alle Hansa-Angriffe im Keim und verwertete die eigenen Chancen effizienter als zuletzt. Das 2:0 durch Simon Scherder nach Kopfballvorlage von Ole Kittner war zum einen das Produkt der Dreier-Abwehrkette, zumal auch noch Lion Schweers den ersten Pass ablieferte. Zum anderen war der gesamte SCP aggressiver und agiler in den Zweikämpfen als Hansa – das war ein großes Plus unter schwierigen Platzbedingungen.

Drei Fragen an Martin Kobylanski

Martin, das war ein ganz schönes Pfund von Ihnen. War das auch so geplant?

Kobylanski: Die Bahn war frei. Ich kann durchaus von weiter weg schießen. Aber dass der Ball so einschlägt, ist natürlich traumhaft.

 

Nach Ihrem Treffer haben Sie das Trikot des verletzten Danilo Wiebe in die Kameras gehalten. Wie kam es zu dieser Geste am Abend?

Kobylanski: Danilo hat unglaubliches Pech. Er war richtig gut drauf. Sein Ausfall hat uns alle geschockt. Wir hoffen, dass er so schnell wie möglich wieder zurückkehrt.

 

Sie sind diesmal für Wiebe auf die Sechs gerückt. Oder wo genau haben Sie gespielt?

Kobylanski: Im zentralen Mittelfeld. Das war die Vorgabe vom Trainer, der sich an diesem Abend übrigens für mich entschieden hat und nicht gegen Michele Rizzi.

...

„Es waren viele Emotionen drin, aber es war kein unfaires Spiel“, sagte Antwerpen. Alles im Rahmen, auch das kleine Scharmützel zwischen den Trainern, fügte er an. Der Sieg tue gut, keine Frage, aber am Ziel sei man noch nicht. „Unser Ziel bleibt weiter, den Abstand zu den Abstiegsrängen zu vergrößern“, so Antwerpen. Am Samstag beim FSV Zwickau soll das weitergehen. Nun, da die Heimstärke wieder hergestellt ist, soll es auch auswärts besser, runder, erfolgreicher laufen. Mit einem Erfolgserlebnis in Sachsen etwa. Vielleicht hat der SCP das Schlimmste jetzt schon hinter sich.

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