Fußball: 3. Liga
Identifikationsfigur Simon Scherder schwört Preußen Münster die Treue

Münster -

Die Geschichte von Simon Scherder beim SC Preußen ist schon eine ganz besondere. Sie ist geprägt von Höhenflügen und Schicksalsschlägen. Inzwischen ist der 24-Jährige eine Identifikationsfigur für Verein und Fans. Am Mittwoch hat er seinen Vertrag bis Sommer 2020 verlängert.

Mittwoch, 21.02.2018, 18:02 Uhr

Simon Scherder hat sich binnen weniger Monate vom Dauerpatienten zum Top-Spieler entwickelt.
Simon Scherder hat sich binnen weniger Monate vom Dauerpatienten zum Top-Spieler entwickelt. Foto: Jürgen Peperhowe

Und da ist es schon, das nächste Kapitel in der großen Comeback-Story des Simon Scherder . Am Mittwoch verlängerte der 24-Jährige seinen Vertrag beim SC Preußen bis Sommer 2020. Überraschend kommt das ja nicht mehr, nachdem er in dieser Saison eine furiose Rückkehr nach zweijähriger Verletzungspause gefeiert hat: erst als Joker, dann als Stammkraft und Torschütze, nun sogar als Führungskraft und Dauer-Knipser. Viele sehen in ihm sogar den kommenden SCP-Kapitän.

Rückblende. Im Juni 2017 erst stand der Verein vor der Entscheidung: Bekommt der nach zwei Kreuzbandrissen um den Anschluss ringende Innenverteidiger noch mal eine Chance in Form eines natürlich stark leistungsbezogenen Vertrags? Sportdirektor Malte Metzelder gab sich trotz leerer Kasse einen Ruck. Bereut wird er es keine Sekunde haben.

Die Karriere von Simon Scherder

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  • Simon Scherder: Ein vielversprechendes Eigengewächs von Preußen Münster schickt sich an, Stammspieler bei den Adlerträgern zu werden. Bis ihn im Juni 2015 ein Kreuzbandriss abrupt stoppt. Ein Blick zurück...

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Seit 2006 kickt Scherder (oben, zweiter von links) schon bei Preußen Münster. Er durchläuft sämtliche Juniorenteams und schafft in der Saison 2012/2013 den Sprung in den Profi-Kader der Senioren. Hier ein Gruppenfoto mit den damaligen Neuzugängen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • In Aktion: Scherder im Luftduell mit Rico Benatelli von Borussia Dortmund 2 im Jahr 2012.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Gemeinsam jubelt es sich besser: Scherder feiert mit seinen Teamkollegen ein Jahr später einen Treffer im Spiel gegen den Chemnitzer FC.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Nichts Ernstes: Scherder wird im Spiel gegen Jahn Regensburg von Dr. Cornelius Müller-Rensmann betreut.

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  • Auch das macht Preußen aus: Simon Scherder im Derbyeinsatz gegen den Vfl Osnabrück.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Simon Scherder im Spiel gegen MSV Duisburg.

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  • Preußens Physio Matthias Haase feiert mit Scherder dessen Tor gegen den FC Halle.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Beim selben Spiel entsteht auch dieser Schnappschuss von Scherder.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Einsatz mit Maske: Nach einem Nasenbeinbruch beim Training muss Scherder ab März 2014 zeitweise mit einem plastischen Gesichtsschutz spielen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Simon Scherder im Spiel gegen den Chemnitzer FC.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Noch mit Maske: Scherder im Zweikampf mit Darmstadts Marco Sailer Ende des Monats.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Daumen nach oben: Nachdem seinem überstandenen Nasenbeinbruch wird Scherder inzwischen regelmäßig bei den Preußen eingesetzt; er ist auf dem besten Wege Stammspieler der Adlerträger zu werden.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Schichtende: Simon Scherder wird im Spiel gegen Energie Cottbus gegen Marco Pischorn ausgewechselt.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Simon Scherder im Zweikampf mit José Pierre Vunguidica, SV Wehen Wiesbaden.

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  • Februar 2015: Simon Scherder nimmt sich Holstein Kiels Mikkel Vendelbo zur Brust nach dessen Foul an Amaury Bischoff.

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  • Gut gemacht: Preußen Coach Ralf Loose gibt Scherder einen aufmunternden Klapps auf den Nacken.

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  • Noch ein Handshake: Preußens Aufsichtsratchef Thomas Bäumer gratuliert Simon Scherder nach dessen Treffer im Spiel gegen Unterhaching.

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  • Simon Scherder klärt gegen Pascal Breier im Spiel gegen VfB Stuttgart 2.

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  • In einem Freundschaftsspiel beim Bezirksligisten Westfalia Kinderhaus Ende Juni 2015 dann der große Schock: Kreuzbandriss im linken Knie. Sechs Monate muss Scherder zuschauen; auf dem Sofa liegen, das Bein hochlegen, kühlen und Schmerzen aushalten. Vier Monate später – im Oktober – wagt der Preußenakteur bei einer Trainingseinheit der Mädchenauswahl von DJK BW Greven als „Gastspieler“ erste Spielversuche. Sein neues Ziel: Beim Trainingsauftakt nach der Winterpause Anfang Januar 2016 wieder mit den Preußen kicken.

    Foto: Jürgen Peperhowe

Abgeklärt und torgefährlich

„Wir hatten schon im Sommer das Vertrauen, dass er zu alter Stärke finden kann und das hat er zuletzt eindrucksvoll bewiesen. Mit seiner Übersicht und seiner Fähigkeit, Spielsituationen frühzeitig zu erkennen, gepaart mit seiner Abgeklärtheit und Torgefährlichkeit, ist er auch für die kommenden Spielzeiten ein wichtiger Spieler für uns“, sieht Metzelder in der frühzeitigen Vertragsverlängerung ein wichtiges Signal für die Zukunft des SC Preußen.

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Scherder ist längst wieder eine Identifikationsfigur – und hat dem Club, dem er seit 2006 angehört nun die Treue geschworen. „Ich freue mich natürlich, zwei weitere Jahre bei meinem Verein spielen zu dürfen. Nach all den Jahren und dem Erlebten liegen mir das Umfeld und die Mitarbeiter des Vereins sehr am Herzen. Ich würde mich freuen, mit den Preußen noch mal angreifen zu können, um vielleicht höhere Ziele zu erreichen. Durch das neue Trainerteam ist eine besondere Aufbruchstimmung rund um die Mannschaft entstanden, die wir gemeinsam in Erfolge ummünzen wollen“, begründet Simon Scherder seine Entscheidung, auch in den nächsten Jahren mit dem Adler auf der Brust aufzulaufen.

Der Kader für die Saison 2017/18 - Kurzporträts

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  • Das ist das Aufgebot des SCP für die neue Saison:
    (oben von links) Nico Rinderknecht, Fabian Menig, Simon Scherder, Adriano Grimaldi, Sebastian Mai, Ole Kittner, Jeron Al-Hazaimeh, Lion Schweers, Lennart Stoll, Philipp Hoffmann, (Mitte von links) Trainer Benno Möhlmann, Co-Trainer Sven Kmetsch, Torwarttrainer Milinko Gilic, Benjamin Schwarz, Stéphane Tritz, Sandrino Braun, Michele Rizzi, Tobias Rühle, Athletiktrainer Christian Krabbe, Physiotherapeut Matthias Haase, Teammanager Harald Menzel, Sportdirektor Malte Metzelder, (unten von links) Zeugwart Norbert Bussmann, Zeugwart Jürgen Keseberg, Martin Kobylanski, Nils Körber, Max Schulze Niehues, Luis Klante, Lucas Cueto, Mannschaftsarzt Dr. Cornelius Müller-Rensmann, Mannschaftsarzt Dr. Tim Hartwig. Auf dem Mannschaftsbild fehlen Tobias Warschewski und Moritz Heinrich.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Max Schulze Niehues (28 Jahre/Rückennummer 35): Die Ruhe selbst, immer mindestens solide, keine Extravaganzen. Der Freckenhorster war schon in der Jugend Preuße und ist es nun schon seit 2011 wieder.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Nils Körber (20/1): Herausforder aus der Hauptstadt. Das Hertha-Talent ist für ein Jahr ausgeliehen. Er pflegt einen draufgängerischeren Stil. Hatte Glück und konnte sich in den Tests öfter auszeichnen. Beherrscht den Strafraum, kommt früh raus.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Luis Klante (18/37): Klar definierte Rolle als Nummer drei, steht in der Regel für die U 19 im Bundesliga-Tor. Zuletzt ausgebildet in Hoffenheim.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Stéphane Tritz (30/2): Unter Trainer Benno Möhlmann aufgeblüht. Nie spektakulär, nie torgefährlich, aber dafür glänzend im Stellungs-, clever im Passspiel. Der Franzose ist, klammert man Schwarz aus, inzwischen der Oldie.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Sebastian Mai (23/26): Der Sachse macht den Mund auf, Sprecher der Viererkette. Hat großartige Anlagen, leistete sich aber immer wieder Fehler. Dass er ein etwas verrückter Typ ist, sagt er selbst.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Lion Schweers (21/25): Shootingstar der vergangenen beiden Jahre. Für sein Alter mit einer bemerkenswerten Ruhe am Ball und im Zweikampf – womit der Dortmunder durchaus bereits Proficlubs auf sich aufmerksam gemacht hat.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Jeron Al-Hazaimeh (25/29): Darf seinen oftmals immensen Vorwärtsdrang neuerdings auch im Mittelfeld ausleben. Extrem treffsicher für einen Außenverteidiger. Kleine Konzentrationsschwächen im Rückwärtsgang. Neben dem Platz ein höflicher, aber eher stiller Vertreter.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Ole Kittner (29/13): Ein echter Anführer, wären da nicht die häufigen kleineren Wehwehchen. Strahlt auf dem Feld Ruhe aus, kommt im Mannschaftskreis super an. Der gebürtige Münsteraner war bis letzten Sommer für über drei Jahre auch aufgrund diverser Knieverletzungen vereinslos und ohne Praxis.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Fabian Menig (23/5): Erfahrenster Neuzugang aus Aalen, hat die Freiburger Fußballschule absolviert. In der Defensive kann er alles spielen, jede Position in der Viererkette und sogar auf der Sechs. Hat sich schnell eingelebt und von Beginn an immer ein Lachen im Gesicht.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Simon Scherder (24/15): Ihn durfte der SCP nicht gehen lassen. Seit 2006 Preuße, das wirft man auch nach zwei Jahren Kreuzband-Pause nicht weg. Der Junge aus Dreierwalde tastet sich nun langsam, aber durchaus erfolgreich wieder ran.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Michele Rizzi (29/8): „Hinrunde Schrott, Rückrunde top“ – so fasste der Mittelfeldmann die Vorsaison zusammen. Auch er selbst steigerte sich nach der Winterpause deutlich. Nachdem er die Kapitänsbinde abgab, ist er nun wieder Vize. Ein echter Fixpunkt.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Danilo Wiebe (23/21): Am Ball mit allen Fähigkeiten, kann ein Spiel lesen. Doch noch taucht er zu oft ab. Cleverer Bursche, der in dieser Saison im 4-1-4-1 mehr Verantwortung trägt und nun den nächsten Schritt in der Entwicklung gehen muss.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Sandrino Braun (29/6): In seinem ersten Preußen-Jahr fand er kaum seinen Rhythmus und leistete sich rätselhafte Ballverluste. Nun will (und muss) der Träger stylischer Hüte allen Kritikern zeigen, dass er mit fast 150 Drittliga-Partien kein Fehleinkauf ist.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Nico Rinderknecht (19/17): Für ein Jahr aus Ingolstadt ausgeliehen, wo er als zentraler Mittelfeldspieler in der Reserve sechs Tore machte. Hat auch schon fünf Minuten (für Eintracht Frankfurt, gegen Borussia Dortmund) in der Bundesliga gekickt. Kurz vor dem Saisonstart im Pech und durch eine Verletzung zurückgeworfen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Benjamin Schwarz (30/23): Erfahrung, Energie und Laufbereitschaft des Routiniers mit dem bayrischen Akzent täten der jungen Truppe gut. Doch frühestens im Frühjahr wird er nach seiner x-ten Knie-OP wieder ein Thema. Der Ur-Münchener würde seine Karriere danach gerne in Münster fortsetzen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Lennart Stoll (21/18): Backup hinten rechts? Oder Allrounder im Mittelfeld? So oder so hält Möhlmann eine Menge vom wissbegierigen und waschechten Münsteraner, der nicht mehr weit weg ist von einem Stammplatz.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Lucas Cueto (21/7): Für den 1. FC Köln schoss er einst die Tornetze der Jugend-Bundesliga auseinander. In der Schweiz beim FC St. Gallen folgte ein kleiner Knick, auch aufgrund von Verletzungen. Die bremsten ihn bisher auch bei den Preußen weitgehend aus.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Philipp Hoffmann (25/20): Sympathieträger neben dem Feld, Hoffnungsträger auf dem Rasen. Ein Patellasehnenriss kostete ihn fast ein Jahr der Karriere. Nun hat er sich wieder ganz nah an die erste Elf herangerobbt. Findet er seine alte Form, ist er eine variable Waffe.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Martin Kobylanski (23/10): Stolzer neuer Träger der Nummer 10. Wie aus der Pistole geschossen antwortete er auf die Frage nach dem Preußen-Gründungsjahr – „1906“! Hat sich als Winter-Einkauf von der ersten Sekunde an komplett auf den neuen Club eingelassen. Feste Größe, muss aber noch Konstanz finden.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Moritz Heinrich (20/27): Ein Löwe, seit er sechs ist. Nun plötzlich im Adlerhorst gelandet. Spannende Vita, in Münster will er seiner Laufbahn wieder neuen Schwung verleihen. Möhlmann fand ihn als A-Junioren bei den Sechzigern schon spannend.

    Foto: Thomas Rellmann
  • Tobias Rühle (26/11): Kann mehr als nur Freistöße und Elfmeter herausholen. Stets unterwegs, muss sich von Hintermann Tritz oft ein „Rülle, Rülle“ anhören. Fehlt in keiner Wunschelf – jedoch dürfte es etwas mehr als nur ein Tor in der Saison sein.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Adriano Grimaldi (26/39): In seiner Rolle als Kapitän geht er förmlich auf. Hält die Bälle, leitet sie weiter, drückt sie mit Fuß oder Kopf ins Tor. Aktuell ist er der Schlüsselspieler schlechthin. Bleibt er diesmal fit, wird er wahrscheinlich noch mal für Zweitligisten interessant.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Tobias Warschewski (19/16): Kaum zu glauben, nun beginnt sein erstes echtes Seniorenjahr. Will gerne mehr sein als nur Joker, sammelte Erfahrung bei der U-19-Nationalelf, steht auf der Wunschliste diverser Bundesligisten. Doch Preußen will ihn natürlich auch längerfristig binden. Ist noch etwas unorganisiert, dafür als Youngster durchaus anerkannt im Team.

    Foto: Jürgen Peperhowe
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