"Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs"
Treffer von Grimaldi ist Anwärter für das "Kacktor" im März

Münster -

Nicht jeder Fußballer ist erfreut, wenn das Team von TV-Moderator Arnd Zeigler auf einen Treffer im eigenen Spiel aufmerksam wird. Denn Markenzeichen dieser Tore sind Missgeschicke und unglückliche Umstände. Dass Preußen Münsters Stürmer Adraino Grimaldi nun ein Anwärter für eine solche "Tor-Ehrung" ist, muss ihn nicht grämen - schlecht sah nämlich der gegnerische Keeper aus Paderborn aus.

Dienstag, 06.03.2018, 18:03 Uhr

"Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs": Treffer von Grimaldi ist Anwärter für das "Kacktor" im März
Torschütze Adriano Grimaldi (2.v.l.) wird von seinen Mitspielern für seinen Husarenstreich beglückwünscht. Foto: Jürgen Peperhowe

Es läuf die 18. Spielminute der Drittliga-Partie von Preußen Münster gegen den SC Paderborn, als SCP-Stürmer Grimaldi einen Lauf hat: Als Leopold Zingerle, Keeper der Ostwestfalen, einen Rückpass eines Mitspielers zugespielt bekommt, sprintet Münsters Offensivkraft Richtung Torwart - mit unangenehmen Folgen für Letzteren.

Zingerle erkennt die Gefahr zu spät, sein "Befreiungsschlag" wird zum Boomerang. Denn Adriano Grimaldi hat sich bereits bis auf kürzeste Distanz angenähert und streckt ein Bein aus, als der Keeper die Kugel wegdreschen will. Der Schuss geht nach hinten los: Grimaldi blockt den Ball ab, dieser rollt in die Gegenrichtung - in den Paderborner Kasten. Leopold Zingerle kann nicht mehr eingreifen, nur noch zusehen - und ist der Leidtragende eines fatalen Missgeschicks, das sich in die lange Liste kurioser Treffer einreiht.

Gefährliches Torwartspiel

Zudem ein Fall für die WDR-Fußball-Sendung "Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs". Auf der Facebook-Seite der Show heißt es: "Dieses Kacktor setzt bereits jetzt Maßstäbe für den Monat März." Ein Vorzeichen dafür, dass der Treffer in die Auswahl für das März-Kacktor aufgenommen wird.

Wie nah Glück und Pech in solchen Spielsituationen beieinander liegen - und wie gefährlich Torhüter manchmal unterwegs sind, zeigte sich bereits ein Tag später im Zweitligaspiel Fortuna Düsseldorf gegen den FC St. Pauli. Der Düsseldorfer Keeper Raphael Wolf wollte ebenfalls einen Ball aus dem Strafraum schlagen, als plötzlich der Hamburger Spieler Aziz Bouhaddouz direkt vor ihm auftauchte. Einen Kopftreffer musste daraufhin der Stürmer verkraften - und auch dass der Ball nur gegen den Pfosten prallte. Somit blieb Torwart Wolf Schadenfreude soeben erspart.  

Erzwungener Treffer

In der Rückschau relativiert der Torschütze Adriano Grimaldi selbst die Situation: "Für mich ist es nicht unbedingt ein Kacktor, weil ich oft dem Ball in solchen Fällen nachgehe", sagt Grimaldi - und nimmt den Unglücksraben Zingerle ein wenig in Schutz. Also, ein erzwungener Treffer. Der Stürmer spekuliert in solchen Situationen auf Fehler des Gegners oder einen Platzfehler.

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"Das ist mein Spiel, dass ich häufig versuche, den Ball zu blocken. Dass dieser dieses Mal direkt ins Tor geht, ist natürlich sehr gut. Das ist aber schon durchaus gewollt und geplant." Mitleid mit dem Torwart gibt es aber nicht, vielmehr ausgelassene Freude als Lohn für das Pressing, denn "Tor ist Tor", betont Grimaldi. 

Treffsichere Münsterlander

Es war aber nicht das kurioseste Tor in seiner Laufbahn, sagt er und nennt stattdessen einen anderen Treffer: "Letzte Saison im Spiel gegen Fortuna Köln habe ich mir selbst gegen das Standbein geschossen - der Ball landete per Bogenlampe im gegnerischen Tor." Die mögliche Nominierung seines aktuellen Volltreffers für das März-Kacktor ist für ihn dennoch eine "coole Sache".

Sollte Grimaldis Treffer im März sogar zum "Kacktor des Monats" gekürt werden, wäre es 2018 bereits das zweite Tor eines Münsterländers, das die Auszeichung erhält. Denn die Januar-Wahl entschied Dennis Rottstegge aus Bocholt von den DJK Sportfreunden 97/30 Lowick für sich.

Saison 2017/18: 27. Spieltag: Preußen Münster - SC Paderborn

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  • In der laufenden Saison war es bereits das dritte Duell von Preußen Münster gegen den SC Paderborn.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Die Gäste aus Ostwestfalen spielen um den Aufstieg in die 2. Liga mit, aber...

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • ...das Team von Coach Steffen Baumgart punktete zuletzt nicht mehr so erfolgreich wie in der Hinrunde.

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  • Und es ging schlecht los für die Gäste aus Paderborn: Preußen Münster ging bereits in der 18. Spielminute durch einen Treffer von Adriano Grimaldi mit 1:0 in Führung.

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  • Paderborns Keeper Leopold Zingerle musste zähneknirschend den Ball aus dem Netz holen.

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  • Die Münsteraner gingen fortan weiter elanvoll zur Sache wie hier Tobias Rühle (r.) gegen Paderborns Robin Krauße.

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  • Hier kämpft Münsters Stürmer Adriano Grimaldi um die Lufthoheit im gegnerischen Strafraum.

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  • Erneutes Wiedersehen im Zweikampf: Münster Tobias Rühle (r.) gegen Robin Krauße.

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  • Preußens Stürmer Adriano Grimaldi arbeitete leidenschaftlich mit und attackiert hier Paderborns Philipp Klement (l.).

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  • In der zweiten Halbzeit schauten Münsters Coach Marco Antwerpen (l.) und Co-Trainer Kurtulus Öztürk besorgt, weil die Adlerträger die Spielkontrolle dem Gegner überließen.

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  • Münsters Martin Kobylanski (l.)im Zweikampf - ein Treffer gelang in der 76. Spielminute jedoch nur noch den Gästen zum Ausgleich.

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  • Diskussionsbedarf hatten Schiedsrichter Sven Jablonski (M.) sowie Paderborns Ben Zolinski (3.v.l.) und Münster Adriano Grimaldi (3.v.r.).

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  • Gedankenaustausch zwischen Paderborns Trainer Steffen Baumgart (l.) und seinem Spieler Christian Strohdiek.

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  • Münsters Fabian Menig gegen Ben Zolinski

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  • Münsters Sandrino Braun gegen Philipp Klement

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  • Meinungsverschiedenheit zwischen den Paderbornern Thomas Bertels und Felix Herezenbruch mit Linienrichter Thomas Gorniak.

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  • Es folgen weitere Impressionen vom Spiel...

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Saison 2017/18: 27. Spieltag: Preußen Münster - SC Paderborn Foto: Jürgen Peperhowe
  • Saison 2017/18: 27. Spieltag: Preußen Münster - SC Paderborn Foto: Jürgen Peperhowe
  • Saison 2017/18: 27. Spieltag: Preußen Münster - SC Paderborn Foto: Jürgen Peperhowe
  • Münsters Martin Kobylanski gegen Philipp Klement

    Foto: Jürgen Peperhowe
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