Fußball: 3. Liga
Kobylanski trifft beim Sieg der Preußen - Debüt von Borgmann und Akono

Münster -

Preußen Münster hat den Aufstiegsaspiranten SV Wehen Wiesbaden vor 6038 Zuschauern niedergerungen. Martin Kobylanski mit seinem zehnten Saisontor traf zum Sieg, bei den Gästen wurden Robert Andrich und Simon Brandstetter vom Feld gestellt. Beim SCP debütierten Jannik Borgmann und Cyrill Akono.

Samstag, 07.04.2018, 22:04 Uhr

Fußball: 3. Liga: Kobylanski trifft beim Sieg der Preußen - Debüt von Borgmann und Akono
Martin Kobylanski erzielt noch vor der Pause den entscheidenden Treffer. Foto: Jürgen Peperhowe

Preußen Münster hat den Bock umgestoßen. Nicht nur, dass der Fußball-Drittligist auch für die neue Saison in dieser Spielklasse planen. Nein, das Team von Trainer Marco Antwerpen gewann das Heimspiel vor 6038 gegen den Aufstiegsanwärter SV Wehen Wiesbaden mit 1:0 (1:0). Martin Kobylanski traf nach 44 Minuten mit einem direkt verwandelten Freistoß. Es war der erste Sieg über ein Team aus den Spitzenrängen in dieser Saison. Wiesbaden verlor Robert Andrich (40., Tätlichkeit) per Roter Karte und Simon Brandstetter (83.) per Ampelkarte vor Ablauf der regulären Spielzeit.

Antwerpen baut um

Trainer Marco Antwerpen veränderte seine Startelf gleich auf fünf Positionen - aus unterschiedlichsten Gründen. Lucas Cueto, Tobias Warschewski, Michele Rizzi, Simon Scherder und Jeron Al-Hazaimeh waren raus, sie alle hatten gegen den Karlsruher SC (0:3) begonnen. Zudem stand verletzungsbedingt Adriano Grimaldi nicht zur Verfügung. Und dann begann der Debütantenball und das Fest der Rückkehrer. Cyrill Akono und Jannik Borgmann feierten ihre Drittliga-Premiere, Benjamin Schwarz kehrte nach 51wöchiger Verletzungspause wieder ins Team zurück. Philipp Hoffmann und Tobias Rühle waren sowas wie alte Bekannte in der Startelf gegen den SC Wehen Wiesbaden.

Die Bilanz gegen Wehen Wiesbaden in der 3. Liga? Schlecht, ganz schlecht. Nur zwei von 13 Vergleichen konnten gewonnen werden, ähnlich frustrierend war auch die Heimbilanz, weil Münster nur eine von sechs Partien im Preußenstadion gegen die Hessen siegreich gestalten konnte. Und dann war da noch das Hinspiel, eine 2:6-Packung - so viele Tore kassierte der SCP in keinem einzigen seiner Drittligaspiele seit dem Aufstieg 2011.

Einzelkritik: Preußen Münster - Wehen Wiesbaden

1/14
  • Max Schulze Niehues: Wenig gefordert, meist aufmerksam. Einmal im Glück, als Manuel Schäffler im Abseits stand, nachdem der Keeper den Ball prallen ließ. Mit der Faust klärte er mehrmals gut. Note: 3

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Lion Schweers: Wieder mal eine Bank. Seine Diagonalpässe werden von Woche zu Woche besser, auch wenn noch Streuung da ist. Simon Brandstetter hatte er gut im Griff. Note: 2,5

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Ole Kittner: Die Ruhe selbst. Am Ball nicht immer genau genug, aber in der Luft und als Organisator enorm wichtig. Beim Tor war er in der Nähe, aber nicht mehr dran. Auch ein wichtiger Beitrag. Am Ende Turm in der Schlacht. Note: 2

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Jannik Borgmann: Debüt in der 3. Liga - und dann gleich viel mit Top-Torjäger Manuel Schäffler beschäftigt. Löste er bis auf kleinere Wackler gut und schaltete sich auch nach vorne ein. Stark in der Luft, aber nicht immer präzise dabei. Ganz viel Souveränität trotz Premiere. Note: 3

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Fabian Menig: Ähnlich wie Kittner ruft er Woche für Woche eine Standard-Leistung ab, die hohen Ansprüchen gerecht wird. Kampfeslustig, laufstark, immer da, wenn er gebraucht wird. Allerdings traf er in der Schlussphase mehrmals die falsche Entscheidung, ließ sich zu viel Zeit. Note: 3,5

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Sandrino Braun: Hatte schon bessere Auftritte in den vergangenen Wochen. Gewohnt hohes Pensum und gute Zweikampfwerte. Allerdings war die Passquote diesmal gerade vor der Pause und später bei Kontern nicht ideal. Trotzdem unverzichtbar. Note: 3,5

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Martin Kobylanski: Ein klassischer Kobylanski. Tolle Standards, ein paar super Ideen aus dem Spiel heraus. Im Mann-gegen-Mann allerdings mit kleineren Defiziten. Was wollen wir meckern? Der Pole entscheidet Spiele. Punkt. Note: 2,5

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Benjamin Schwarz: Gänsehaut-Comeback nach 51 Wochen. Und das kam sehr überraschend. Die beste Nachricht: Das operierte Knie hielt. Kämpfer Schwarz bleibt Kämpfer Schwarz. Bemerkenswerte Grätschen, allerdings am Ende auch mit einigen Unkonzentriertheiten. Da fehlte die letzte Power. Verständlich, genau wie seine Zurückhaltung in einigen Szenen. Note: 3,5

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Tobias Rühle: Fing gut an, kam aber ohne seinen etatmäßigen Nebenmann Adriano Grimaldi nicht so richtig zur Geltung. Daher diesmal auch früh ausgewechselt. Note: 4

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Cyrill Akono: Ein Traumstart für den 18-Jährigen, der bei seinem Debüt gerade vor der Halbzeit glänzte. Robert Andrichs Schlag gegen ihn brachte die Rote Karte. War sehr aktiv, immer anspielbar, nur die Abschlüsse brachten zu wenig Ertrag. Das Publikum feierte ihn sogar, am Ende aber auch bei den verdaddelten Kontern mit im Boot. Note: 3

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Philipp Hoffmann: Nicht nur wertvoll gegen den Ball, sondern auch sehr einsatzfreudig und ideenreich im Angriffsspiel. Half in der zweiten Hälfte kräftig mit, den Vorsprung über die Zeit zu bringen. Note: 2,5

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Nico Rinderknecht: Kam für den angeschlagenen Kobylanski, hatte viele Ballkontakte, traf aber bei etlichen Gegenstößen die falsche Entscheidung. Keine Note

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Moritz Heinrich: Einsatz- und laufstark als Joker, aber viel zu oft im Abseits. Da wäre mehr drin gewesen, wenn er und seine Kollegen die Überzahl besser ausgespielt hätten. Keine Note

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Jeron Al-Hazaimeh: Diesmal als linker Innenverteidiger gebraucht. Ein bisschen Leichtsinn, aber doch wichtig in vielen Momenten. Auch, als er von Brandstetter gefoult wurde und der Wiesbadener Gelb-Rot sah. Keine Note

    Foto: Jürgen Peperhowe

Erste Chance Akono

Im 14. Aufeinandertreffen ging gleich in die Vollen, Akono hatte nach Pass von Rühle die erste Chance nach nicht einmal 60

Sekunden. Im direkten Gegenzug verpasste Manuel Schäffler die Führung für die Gäste. Erst dann sortierten sich die Teams. Es dauerte bis zur 17. Minute, ehe zwei Mal der agile Hoffmann zum Zug kam, wenig später auch Sandrino Braun. Münster wählte etwas mehr Risiko als der Tabellendritte. Martin Kobylanski (24.) kam zum Abschluss nach Anspiel von Braun, dann war es ein langer Ball von Lion Schweers, der erneut Hoffmann in eine gute Position brachte. Doch Hoffmann schoss in die Wolken bei einer gewagten Abnahme.

Nach einer halben Stunde meldete sich der Aufstiegsanwärter wieder zurück. Alf Mintzel setzte sich auf der linken Seite entschieden durch, doch Kevin Pezzoni verpasste knapp. Kurz darauf konnte Max Schulze Niehues nur mit größter Mühe einen Schuss von Robert Andrich abwehren.

Saison 2017/18: 33. Spieltag: Preußen Münster - Wehen Wiesbaden

1/33
  • Heinrich, Braun, Schweers und Kittner im Duell mit gegen Brandstätter.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Rote Karte für Robert Andrich durch Schiedsrichter Harm Osmers.

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  • Cyrill Akono

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  • Schiedsrichter Harm Osmers mit SCP-Trainer Marco Antwerpen.

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  • Aufregung nach dem Platzverweis für Simon Brandstetter.

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  • Niklas Dams am Boden.

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  • 71. Minute: Auswechslung von Jannik Borgmann.

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  • Zweikampf: Agyemang Diawusie gegen Rinderknecht

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  • Manuel Schäffler kommt vor Sandrino Braun an den Ball.

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  • Jannik Borgmann

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Simon Brandstetter hat die Gelb-Rote-Karte bekommen.

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  • Saison 2017/18: 33. Spieltag: Preußen Münster - Wehen Wiesbaden Foto: Jürgen Peperhowe
  • Troschüttze Kobylanski wird in der 64. Minute ausgewechselt.

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  • Schwarz, Antwerpen, Schweers und Metzelder nach dem Spiel.

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  • Kobylanski und Akono

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  • Platzverweis für Simon Brandstetter.

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  • Cyrill Akono im Interview.

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  • Patrick Breitkreuz im Kopfballduell gegen Ole Kittner.

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  • Zufriedene Gesichter nach dem Spiel.

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  • Wiesbadens Trainer Rüdiger Rehm.

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  • Tor durch Martin Kobylanski gegen TW Markus Kolke.

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  • Rote Karte für Robert Andrich durch Schiedsrichter Harm Osmers.

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  • Trainer Rüdiger Rehm und Referee Harm Osmers.

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  • Kevin Pezzoni gegen Braun.

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  • Der Trainer von SV Wehen Wiesbaden: Rüdiger Rehm.

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  • Simon Brandstetter gegen Sandrino Braun (r.) und Cyrill Akono.

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  • Jannik Borgmann gegen Simon Brandstetter.

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  • Manuel Schäffler gegen Jannik Borgmann und Ole Kittner.

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  • Saison 2017/18: 33. Spieltag: Preußen Münster - Wehen Wiesbaden Foto: Jürgen Peperhowe
  • Marco Antwerpen

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  • Manuel Schäffler gegen Ole Kittner.

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  • Simon Brandstetter im Duell gegen Sandrino Braun.

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  • Jannik Borgmann gegen Manuel Schäffler.

    Foto: Jürgen Peperhowe

Rot für Andrich

Andrich stand dann nach 40 Minuten im Mittelpunkt des Geschehens bei einem zunächst harmlosen Zweikampf am Mittelkreis. Erst zog und zerrte etwas Münsters Akono, dann trat Andrich nach, schlimmer noch, er schlug seinem Gegenspieler in den Bauch - Schiedsrichter Harm  Osmers hatte den besten Blick von allen auf die Situation und zeigte die Rote Karte. Wehen Wiesbaden, trotz natürlich großer Proteste, war in Unterzahl.

Damit nicht genug, Münster ging auch noch in Führung. Benjamin Schwarz wurde auf der linken Seite am Strafraumeck gefoult, Martin Kobylanski legte sich den Ball zurecht. Und Kobylanskis Schuss ging an Freund und Feind vorbei ins lange Eck zur Führung der Hausherren. Die Konfusion im Wiesbadener Defensivverband hätte fast noch Braun genutzt, doch sein Weitschuss in der Nachspielzeit wurde von SVWW-Schlussmann Markus Kolke glänzend abgewehrt.

Nach dem Wechsel hatte Hoffmann (50.) die erste Schusschance. Doch die Gäste waren dann näher am Ausgleich, Unterzahl hin oder her. Simon Brandstätter (54.) ließ das 1:1 genauso liegen wie Manuel Schäffler (61.), dann traf Sascha Mockenhaupt (62.) den Ball aus zehn Metern nicht richtig, der eingewechselte Max Dittgen (63.) dafür umso mehr - glücklicherweise für Münster reagierte Schulze Niehues glänzend. Die Preußen waren es, die mit ihrer Überzahl nicht wirklich viel anfangen konnten. Vor allem ließen sie viel zu viel offensive Aktionen der Gäste zu. Die Führung stand auf wackligen Füßen.

Wiesbaden riskiert alles

Wiesbaden wollte nicht mit leeren Händen heimfahren, warf alles in die Waagschale, hatte ein Plus an Ecken und Chancen, während der SCP auf einen Konter lauerte. Einer mehr oder weniger auf dem Platz, man konnte das nicht so recht zu ordnen, wer denn da überhaupt im Nachteil war. Die Hausherren schwammen, von außen versuchte Trainer Antwerpen die Dinge zu korrigieren. Was die Konteransätze betraf, blieb Münster alles schuldig, ließ alles liegen, wirklich alles.

Die Gäste wollten am Ende zu viel, das zweite gelbwürdige Foulspiel des bereits verwarnten Simon Brandstetter (83.) führte zum zweiten Platzverweis. Der Sieg, die drei Punkte blieben in Münster. Puuuh, ein hartes Stück Arbeit, der SCP ist auf dem Weg nach oben. 


Münster: Schulze Niehues - Schweers, Kittner, Borgmann (71. Al-Hazaimeh)- Menig, Braun, Kobylanski (64. Rinderknecht), Schwarz - Rühle (67. Heinrich), Akono, Hoffmann.

Wehen Wiesbaden: Kolke - Kuhn (62. Kuhn), Mockenhaupt, Dams, Mintzel (84. Schwadorf) - Diawusie, Andrich, Pezzoni (70 Breitkreutz), Andrist - Brandstätter, Schäffler, Mintzel.

Tor: 1:0 Kobylanski (44., keine Vorarbeit). - Zuschauer: 6038. - Schiedsrichter: Osmers. - Rote Karte: - / Andrich (40./wg. Tätlichkeit an Akono). Gelb-rote Karte: - / Brandstätter (83./wiederholtes Foulspiel). - Gelbe Karten: Rinderknecht  / Pezzoni.  

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