Fußball: 3. Liga
Preußens Negativ-Trend hält beim 1:4 in Aalen an

Aalen -

Alm-Abtrieb in Aalen: Fußball-Drittligist SC Preußen Münster ist am Samstag aus der Ostalb-Arena vertrieben worden und kassierte die dritte Niederlage in Serie. 1:4 hieß es nach 90 Minuten, in denen die Gäste in der Defensive eklatante Schwächen offenbarten und in der Offensive nicht mehr als einen Hauch von Gefahr entfachten.

Sonntag, 16.09.2018, 12:12 Uhr
Veröffentlicht: Samstag, 15.09.2018, 16:37 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Sonntag, 16.09.2018, 12:12 Uhr
Preußens Negativ-Trend hält beim 1:4 in Aalen an.
Preußens Negativ-Trend hält beim 1:4 in Aalen an. Foto: Jürgen Peperhowe

Marcel Bär (8.), Nicolas Sessa (25.), erneut Bär (47.) und Luca Schnellbacher (89.) trafen für den ehemaligen Zweitligisten, das zwischenzeitliche 1:3 durch Rufat Dadashov per Kopf war nicht mehr als ein kleines Trostpflaster. Beendete dieses Tor zumindest die Torflaute der Münsteraner beim VfR.
 
Münsters Trainer Marco Antwerpen nahm mit Blick auf die Partie gegen den KFC Uerdingen vier Veränderungen in der ersten Reihe vor. Für Lion Schweers und Jannik Borgmann rückten wie erwartet der wiedergenesene Ole Kittner und Simon Scherder nach abgesessener Sperre in die Kette. Für Martin Kobylanski durfte Kevin Rodrigues Pires an der Seite von Sandrino Braun aufs Grün. Der vierte Neue: Philipp Hoffmann, er ackerte auf der rechten Flanke. Lucas Cueto kam über links, Tobias Rühle drückte etwas überraschend die Bank. Rufat Dadashov, der viel Potenzial besitzt, das aber erst vereinzelt andeutete, stürmte in vorderster Front.

Aalen der neue Angstgegner?

Für drei Preußen war die Reise gen Baden-Württemberg übrigens eine in die Vergangenheit. Sportchef Malte Metzelder hielt von 2005 bis 2007 die Defensive des VfR in der Regionalliga zusammen, eine Spielzeit als Kapitän. Fabian Menig debütierte 2015/16 als Profi beim Drittligisten, Oliver Schnitzler kam noch in der Saison 2014/15 auf der Zielgeraden zu seiner Premiere im Zweitliga-Tor. Am letzten Spieltag durfte er gegen den 1. FC Nürnberg ran, Aalen stand zu diesem Zeitpunkt bereits als Absteiger fest.

VfR Aalen vs. Preußen Münster

1/30
  • VfR Aalen vs. Preußen Münster Foto: Jürgen Peperhowe
  • VfR Aalen vs. Preußen Münster Foto: Jürgen Peperhowe
  • VfR Aalen vs. Preußen Münster Foto: Jürgen Peperhowe
  • VfR Aalen vs. Preußen Münster Foto: Jürgen Peperhowe
  • VfR Aalen vs. Preußen Münster Foto: Jürgen Peperhowe
  • VfR Aalen vs. Preußen Münster Foto: Jürgen Peperhowe
  • VfR Aalen vs. Preußen Münster Foto: Jürgen Peperhowe
  • VfR Aalen vs. Preußen Münster Foto: Jürgen Peperhowe
  • VfR Aalen vs. Preußen Münster Foto: Jürgen Peperhowe
  • VfR Aalen vs. Preußen Münster Foto: Jürgen Peperhowe
  • VfR Aalen vs. Preußen Münster Foto: Jürgen Peperhowe
  • VfR Aalen vs. Preußen Münster Foto: Jürgen Peperhowe
  • VfR Aalen vs. Preußen Münster Foto: Jürgen Peperhowe
  • VfR Aalen vs. Preußen Münster Foto: Jürgen Peperhowe
  • VfR Aalen vs. Preußen Münster Foto: Jürgen Peperhowe
  • VfR Aalen vs. Preußen Münster Foto: Jürgen Peperhowe
  • VfR Aalen vs. Preußen Münster Foto: Jürgen Peperhowe
  • VfR Aalen vs. Preußen Münster Foto: Jürgen Peperhowe
  • VfR Aalen vs. Preußen Münster Foto: Jürgen Peperhowe
  • VfR Aalen vs. Preußen Münster Foto: Jürgen Peperhowe
  • VfR Aalen vs. Preußen Münster Foto: Jürgen Peperhowe
  • VfR Aalen vs. Preußen Münster Foto: Jürgen Peperhowe
  • VfR Aalen vs. Preußen Münster Foto: Jürgen Peperhowe
  • VfR Aalen vs. Preußen Münster Foto: Jürgen Peperhowe
  • VfR Aalen vs. Preußen Münster Foto: Jürgen Peperhowe
  • VfR Aalen vs. Preußen Münster Foto: Jürgen Peperhowe
  • VfR Aalen vs. Preußen Münster Foto: Jürgen Peperhowe
  • VfR Aalen vs. Preußen Münster Foto: Jürgen Peperhowe
  • VfR Aalen vs. Preußen Münster Foto: Jürgen Peperhowe
  • VfR Aalen vs. Preußen Münster Foto: Jürgen Peperhowe

Dabei wird Aalen wird mehr und mehr zum Angstgegner des SCP. Die Statistik spricht Bände. In vier Spielen gelang Münster nicht einmal ein einziges Törchen in der Fremde. Zweimal torlos und zwei knappe 0:1-Niederlagen stehen zu Buche. Da ist reichlich Nachholbedarf. Und das bleibt so. Nach gutem Beginn und einer ersten Chance von Hoffmann rannte Münster nach 14 Minuten schon wieder einem Rückstand hinterher. Luca Schnellbacher entwischte Lucas Cueto und bediente Marcel Bär astrein. Der drehte sich um Niklas Heidemann und zog das Leder in die rechte Ecke.

Wir haben alles vermissen lassen, was wir uns vorgenommen haben.

Kapitän Simon Scherder

Max Schulze Niehues war machtlos. Der erste Schock, der zweite folgte in Minute 25. Dadashov verlor einen einfachen Ball am Strafraum der Gäste, und dann startete Nicolas Sessa seinen Sololauf über das gesamte Feld an Freund und Feind vorbei. Nicht ein Preuße stellte sich dem Aalener in den Weg. Irre. Und dann zimmerte Sessa das Leder im Preußen-Sechszehner angekommen unter das Dach des SCP-Gehäuses. Wahnsinn. Unter Umständen ist dieser Treffer würdig für das Tor des Monats September. SCP-Sportchef Malte Metzelder war zur Pause bedient: „Ich komme eigentlich gerne zurück nach Aalen, aber heute…“

Spielerkritik: VfR Aalen vs. Preußen Münster

1/14
  • Borgmann (46./3,5): Gab in einem verlorenen Spiel eine vergleichsweise stabile Vorstellung.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Menig  (4,5): Teil des löchrigen Abwehrtorsos, holte sich blaue Flecken gegen den kantigen Matthias Morys. Musste einstecken, konnte aber am Samstag nicht austeilen -- nach 45 Minuten ist Schluss.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Rodrigues Pires (5): Immerhin ein Assist für den Spielmacher. Vor dem Aalener 2:0 verliert er einen zugegeben grenzwertigen Zweikampf am Aalener Strafraum gegen Torschütze Nicolas Sessa, der sich dann auf die lange Reise macht. Raus nach Halbzeit eins.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Cueto (3): Der kleine Mann drehte immerhin auf, kurvte, kurbelte und versuchte viel - auch, wenn letztlich vieles misslang.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Kobylanski (49./5): Der Kunstschütze kam erst spät und dann nicht auf Touren. In den wenigen Situationen, die sich ihm boten, fehlte dann die Konzentration.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Schulze Niehues (3): „Wenn man vier Tore reinlässt, kann man nicht gut gehalten haben“, sagt der Trainer über seinen Keeper. Immerhin hat er ihm aber zu verdanken, dass es nicht acht geworden sind.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Heidemann (4,5): Hatte ebenfalls nicht viel zu lachen in der Defensive -- und sah das gegnerische Tor eigentlich nur aus der Ferne.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Kittner (4): Fand nach dem Spiel klare Worte für den Auftritt, während der Partie fehlten ihm aber auch die Worte.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Hoffmann (5): Ein sehenswerter Abschluss nach 80 Minuten. Reicht das für eine gute Note? Nein, lange nicht.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Klingenburg (3,5): Brachte den Ball auch nicht ins Rollen, verdiente sich aber erneut Fleißpunkte. Für gute Beteiligung eine wohlwollende drei minus.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Dadashov (4,5): Schießt kurz vor Schluss das erste Tor der Preußen in Aalen, das macht einen schwarzen Tag des Stürmers bestenfalls dunkelgrau.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Braun (4): Läuferisch wieder stark, nur, dass der Dauerläufer eigentlich nur hinterherlief. Feierabend nach 49 Minuten.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Scherder (5): Schwarzer Tag für den Kapitän. „Wenn man merkt, dass man selber einen schlechten Tag hat, fällt es schwer den Jungs etwas zu sagen.“ Stimmt.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Tezel (46./4,5): Flankte zum Anschlusstreffer, hätte aber vorher auch wegen einer Notbremse Rot sehen dürfen.

    Foto: Jürgen Peperhowe

Keine Besserung nach der Pause

Seine Miene sollte sich im zweiten Abschnitt nicht aufhellen. Unmittelbar nach dem Gang aus der Kabine kassierte seine Elf das 0:3. Matthias Morys setzte sich auf der linken  Seite in Szene und bediente Bär, der Heidemann entwischt war. Weder Kittner, der eingewechselte Jannik Borgmann, noch Heidemann machten den hellsten Eindruck. Die Gäste taumelten, und hatten Glück, weil Aalen ein ums andere Mal gefährlich vor dem Preußen-Gehäuse auftauchte. Das 1:3 resultierte dann zumindest aus einer gelungenen Angriffsaktion, Philipp Hoffmanns Flanke erreichte den Kopf von Dadashov, der zum 1:3 traf. VfR-Tormann Daniel Bernhardt half kräftig mit. Ein Ruck ging nicht mehr durch die Mannschaft von Marco Antwerpen, stattdessen kassierte Münster auf der Zielgeraden das 1:4 durch Luca Schnellbacher.

Wir machen unfassbare Fehler in der Defensive.

Trainer Marco Antwerpen

Der staubte ab, nachdem Morys den eingewechselten Mattia Trianni anspielte, der im Sitzen aber an Schulze Niehues scheiterte. Kapitän Simon Scherder war restlos bedient: „Wir haben alles vermissen lassen, was wir uns vorgenommen haben. Mit solchen Gegentoren kannst du in der 3. Liga nicht bestehen. So ein Ding wie beim 0:2 darfst du nicht mal in der Kreisliga kriegen.“ Und Trainer Marco Antwerpen ergänzte: „Nicht mal der Treffer von Dadashov kann mich erheitern. Wir machen unfassbare Fehler in der Defensive. Das ist ein Unding. Da kannst du trainieren wie du willst.“ Am Freitag geht es weiter mit dem Duell gegen Energie Cottbus. In der Tabelle rutschte der SCP auf Rang 13 ab. Der Negativtrend hält an.

Zum Spiel:

VfR Aalen: Bernhardt - Rehfeldt, Geyer, Sarr - Büyüksakarya, Lämmel (68. Funk), Schorr, Sessa (86. Trianni) - Bär, Schnellbacher  (90.+1 Fennell), Morys.
 
Preußen Münster: Schulze Niehues - Menig (46. Tezel), Scherder, Kittner, Heidemann - Klingenburg, Braun (50. Kobylanski), Rodrigues Pires (46. Borgmann) - Hoffmann, Dadashov, Cueto.
 
Tore: 1:0 Bär (14.), 2:0 Sessa (25.), 3:0 Bär (47.), 3:1 Dadashov (85.), 4:1 Schnellbacher (89.).
 
Zuschauer: 3017.
 
Schiedsrichterin: Katrin Rafalski (Bad Zwesten).

...
Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6052470?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F216%2F
Ein Hauch von Hollywood
Hollywood-Flair vor der Gooiker Halle: Für die Filmpremiere von „Eises Kälte“ wurde extra der rote Teppich ausgerollt.
Nachrichten-Ticker