4:1-Sieg bei Hansa Rostock und drei Tore des Angreifers
Dadashov-Show an der Ostsee

Münster -

Wach, wacher, Dadashov. Nach nicht einmal sechs Minuten hatte Preußen Münster den Grundstein zum 4:1 (2:0)-Auswärtserfolg bei Hansa Rostock gelegt. Der Hauptdarsteller: Rufat Dadashov mit einem ganz eiligen Doppelpack, das war die Basis. Später erhöhte er noch auf 3:1, als der SCP ein wenig wackelte. Der Rest war Schaulaufen mit dem 4:1 durch Lucas Cueto. Die Minikrise mit drei Niederlagen war gegen Cottbus beendet worden, eine neue positive Serie wurde vielleicht an der Ostsee nun mit Sieg Nummer zwei gestartet. Die Kurve zeigt wieder nach oben. So schnell geht das.

Dienstag, 25.09.2018, 22:21 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 25.09.2018, 21:14 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Dienstag, 25.09.2018, 22:21 Uhr
So jubelt der SCP: Rufat Dadashov (2.v.l.) wird fast erdrückt von seinen Kollegen Fabian Menig, René Klingenburg und Martin Kobylanski (v.l.). Und Tobias Rühle (r.) schleicht sich auch noch heran, während Rostocks Nico Rieble konsterniert ist.
So jubelt der SCP: Rufat Dadashov (2.v.l.) wird fast erdrückt von seinen Kollegen Fabian Menig, René Klingenburg und Martin Kobylanski (v.l.). Und Tobias Rühle (r.) schleicht sich auch noch heran, während Rostocks Nico Rieble konsterniert ist. Foto: imago/Eibner

Als der SCP am Freitag im Heimspiel gegen Cottbus mit 2:0 nach zehn Minuten in Führung lag, da war das ein fulminanter Blitzstart. In Rostock muss das dann wohl Warp-Geschwindigkeit wie beim Raumschiff Enterprise gewesen sein, als die Adlerträger loslegten.

Nach 100 Sekunden markierte Dada­shov das 1:0 auf Zuspiel von Fabian Menig, zuvor hatte der Torschütze gleich mal den Ball „erpresst“, Tobias Rühle und Martin Kobylanski hatten den Angriff weitergeführt. Keine sechs Minuten waren vorbei, als Dada­shov ein Anspiel von Niklas Heidemann zum 2:0 verwertete – er hatte auch diesen Angriff am Anfang selbst initiiert. Wahnsinn.

Traumstart für Preußen Münster

Traumstart für die Gäste, Schockstarre bei den Hausherren, deren stimmgewaltige Anhängerschaft rund 20 Minuten im Protest gegen den Verband still war: „Ihr werdet noch von uns hören – oder nicht.“ Die Anfangsphase war für die Elf von Pavel Dotchev eine Art Geisterspiel, die Kogge navigierte ziellos über den Platz.

René Klingenburg, Dada­shov und Kobylanski – der SCP hätte das Ergebnis gleich noch deutlicher gestalten können. Doch dann kehrte so etwas wie Ruhe ein, Rostock sammelte sich und fand nach einer halben Stunde besser ins Spiel. Nur wirklich viel passierte bis zur Pause nicht mehr.

Hansa Rostock vs. Preußen Münster

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  • Hansa Rostock vs. Preußen Münster Foto: Andy Buenning/ Eibner-Pressefoto
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  • Hansa Rostock vs. Preußen Münster Foto: Andy Buenning/ Eibner-Pressefoto
  • Hansa Rostock vs. Preußen Münster Foto: Andy Buenning/ Eibner-Pressefoto

Mit dem 0:2 war der Aufstiegsaspirant noch gut bedient. Er war doch deutlich unterlegen. Antwerpen sagte: „Die ersten 25 Minuten waren das, was ich mir mit dieser Mannschaft vorstelle. Wir haben das umgesetzt, was wir morgens bei der Videoanalyse besprochen hatten.“ Der stolze Herr Antwerpen.

Drittes Tor für Dadashov 

Erstmals musste Max Schulze Niehues im Preußen-Tor nach 50 Minuten eingreifen, als er einen Schuss von Merveille Biankadi entschärfte. Gefahr war im Anmarsch. Und als ein Schuss von Biankadi an der Hand von Ole Kittner landete, verkürzten die Gastgeber durch Cebio Soukous Elfmeter doch noch auf 1:2 nach gut einer Stunde (62.). „Auf dem Feld hatte ich gesagt, dass das niemals ein Elfmeter war. Nach den Bildern im TV dann schon“, meinte der „Verursacher“ Kittner.

Und die Preußen? Einwurf von Lion Schweers, Jannik  Borgmann verlängert, Dadashov steht goldrichtig und knallt die Kugel ins Hansa-Tor – keine fünf Minuten nach dem Anschlusstor (65.). 

Einzelkritik: Hansa Rostock vs. Preußen Münster

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  • Torwart Max Schulze Niehues, Note 2,5, hatte nicht so viel zu tun, klärte zwei gefährliche Bälle und zeigte sich ansonsten im Hexenkessel von Rostock so cool wie ein kalter Fisch.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Innenverteidiger Lion Schweers, Note 2,5, machte sein Ding, hatte kaum Schwierigkeiten, wird immer konstanter in seinen Leistungen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Innenverteidiger Ole Kittner, Note 3, dirigierte und organisierte, hatte aber auch einen „Bock“ im Spiel und war auch am Anschlusstreffer zum 1:2 beteiligt.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Innenverteidiger Jannik Borgmann, Note 2, musste sich auf der spielstärkeren Seite der Hausherren bewähren - und tat das auch. Seine ordentliche Leistung wurde zu einer guten, weil er im entscheidenden Moment auch vorne einschritt und das 3:1 vorbereitete.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Rechtsverteidiger Fabian Menig, Note 2,5, war in dieser Atmosphäre in seinem Element. Alle Preußen gut, Menig gut, weiter so.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Linksverteidiger Niklas Heidemann, Note 2,5, spielte vor der Pause eine überragende Partie. Nach dem Wechsel herrschte da etwas mehr Unordnung auf der linken Seite, als die Gastgeber noch einmal alles versuchten. In dieser Form unverzichtbar für den SCP.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeldspieler Kevin Rodrigues Pires, Note 2,5, agierte als freischaffender Künstler zwischen Dreierkette und Mittelfeldreihe, war maßgeblich an der fulminanten ersten halben Stunde beteiligt, weil er seine spielerische Qualität voll ausspielen konnte.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeldspieler Rene Klingenburg, Note 2,5, agierte zwar unscheinbarer als in den bisherigen Partien, war aber immer in den entscheidenden Momenten zur Stelle. Er bleibt Mister Omnipräsent in der Zentrale. „King Klinge“ halt.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeldspieler Martin Kobylanski, Note 3, wurde von den Rostockern besonders argwöhnisch verfolgt. Nein, dieses Mal gab es nach der Gala gegen Cottbus keinen großen Leistungsabfall. Hatte seinen Assist zum 4:1 zudem. Was will er mehr?

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Angreifer Tobias Rühle, Note 3, mischte bei den Angriffen wie immer überall mit. Mit ihm in guter Verfassung sind die Preußen noch schwerer auszurechnen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Angreifer Rufat Dadshov, Note 1, hat als letztjähriger Regionalliga-Torschützenkönig im Nordosten spätestens jetzt seine Duftmarke auch in der 3. Liga gesetzt. Hätte möglicherweise auch noch ein viertes oder fünftes Tor schießen können. Ein perfekter Abend für den Nationalspieler aus Aserbaidschan.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Einwechselspieler Lucas Cueto, keine Note, kam für Tobias Rühle. Sein Sprint vor dem 4:1 dürfte mindestens neuer Kreisrekord über 50 Meter sein, Preußens Usain Bolt. Brachte Feuer in die Schlussphase.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Einwechselspieler Philipp Müller, keine Note, kam für Martin Kobylanski in der letzten Minute. Machte wie alle anderen Preußen eigentlich nichts falsch.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Einwechselspieler Philipp Hoffmann, keine Note, kam für Rufat Dadashov und konnte in den wenigen Minuten zur Stabilität im SCP-Spiel beitragen. 

    Foto: Jürgen Peperhowe

Ein toller Abend

Hansa-Coach Dotchev: „Ich könnte schreien nach so einem Tor, nach einem Einwurf!“ Für den ehemaligen Coach der Preußen lief so ziemlich alles schief. Sein Stuhl in Rostock wackelt wohl, die Erwartungen sind enorm, die Vorstellung seines Teams war schwach. Hansa bot dem SCP allenfalls kämpferisch die Stirn, spielerisch waren die Gäste eine Klasse besser. Münster hatte auf jede Stresssituation eine passende Antwort – wie halt beim 3:1 durch Dadashov.

Das war der Knockout für die Hausherren. Gegen diese Preußen war kein Kraut gewachsen. Ach ja, einen hatten die Preußen noch im Köcher: Kobylanski schickte den eingewechselten Cueto auf die Reise, und der Flügelstürmer traf zum 4:1, als ob das die leichteste aller Übungen sei. Der SCP dampfte ab, drei Punkte im Gepäck, Übernachtung im nahen Wismar, keine mühselige Heimfahrt in der Nacht. Ein toller Abend.

Hansa: Gelios - Wannenwetsch (75. Ofuso-Ayeh), Riedel, Bülow, Rieble - Pepic (33. Hildebrandt) - Biankadi, Soukou, Scherf - Breier (66. Williams), Königs – SCP: Schulze Niehues - Schweers, Kittner, Borgmann - Menig, Rodrigues Pires, Heidemann - Klingenburg, Kobylanski (90. Müller) - Rühle (66. Cueto), Dadashov – Tore: 0:1 Dadashov (2.), 0:2 Dadashov (6.), 1:2 Soukou (61., HE), 1:3 Dadashov (65.), 1:4 Cueto (90). - Schiedsrichter: Haslberger (St. Wolfgang) – Zuschauer: 11 900 – Gelbe Karten: Biankadi, Scherff. Rieble, Williams / Borgmann, Rodrigues Pires, Kittner

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