Fußball: Junioren-Bundesligen
Der ewige Kampf um die Klasse für den Preußen-Nachwuchs

Münster -

Die A- und B-Junioren des SC Preußen stecken im Keller der Bundesliga. Kein ungewöhnlicher Zustand, die Konkurrenz hat schließlich bessere Voraussetzungen. Das benennen die Verantwortlichen auch klar, doch reines Wehklagen ist ihnen fern.

Freitag, 19.10.2018, 17:12 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 19.10.2018, 17:12 Uhr
In dieser Saison hatten die Preußen-Junioren in der Bundesliga – wie hier U-17-Akteur Jano Ter-Horst (l.) oder U-19-Spieler Mathis Schrick (r.) – bislang häufig das Nachsehen gegen die Konkurrenz aus den Großvereinen in NRW.
In dieser Saison hatten die Preußen-Junioren in der Bundesliga – wie hier U-17-Akteur Jano Ter-Horst (l.) – bislang häufig das Nachsehen gegen die Konkurrenz aus den Großvereinen in NRW. Foto: Jürgen Peperhowe

Der schnelle Blick auf die Tabellen der West-Bundesligen im A- und B-Junioren-Bereich lässt kein gutes Gefühl aufkommen für Adler-Fans. Die U 19 des SC Preußen steht mit nur fünf Zählern aus sieben Partien auf einem Abstiegsrang, ist Zwölfter von 14 und stellt die zweitschlechteste Abwehr (18 Gegentore). Viel besser sieht’s auch für die U 17 nicht aus, die als Elfter noch so gerade über dem Strich steht, aus neun Begegnungen allerdings auch erst sieben Punkte geholt hat und den zweiharmlosesten Angriff (fünf Treffer) besitzt.

Nun lohnt sich eine genauere Betrachtung schon. Bei der fällt zum Beispiel auf, dass beide Mannschaften ein schweres Auftaktprogramm hatten und schon jeweils gegen vier der fünf Großclubs in NRW gespielt haben, die wirtschaftlich und infrastrukturell der Konkurrenz um Längen voraus sind. Einzig die Partien gegen den FC Schalke 04 stehen für den SCP noch aus. Als Ausrede möchte Arne Barez, Trainer B-Jugend und gleichzeitig Leiter der Nachwuchs-Abteilung, das aber nicht sehen: „Es sind ja jetzt auch schon ein paar Spiele mehr gespielt. Uns tut vor allem die Niederlage zuletzt in Hennef weh. Aber mit dem Druck in der Bundesliga müssen wir umgehen können.“

Grundsätzlich möchte der 40-Jährige gar nicht zu viel jammern. „Wir haben ein gutes Einzugsgebiet, schöpfen aus einem großen Talentepool, haben ein engagiertes Trainer-Kollektiv und können mit beiden Mannschaften immer gut in dieser Klasse spielen. Die diversen Nachteile, die wir durch das fehlende Nachwuchsleistungszentrum haben, lassen sich schon auffangen.“ Die zweite Reihe der West-Clubs mit dem VfL Bochum, Fortuna Düsseldorf, Arminia Bielefeld, dem MSV Duisburg oder dem SC Paderborn ist Münster mit einem (ab der 2. Liga zwingenden) NLZ natürlich voraus. Etwa bei der Zahl der Trainingsplätze, der Möglichkeit, Vertragsspieler frühzeitig zu binden, oder mit einem hauptamtlichen Fußballlehrer als Kopf. Viel Platz bleibt also nicht in den 14er-Staffeln, aus denen drei Teams runter müssen.

„Es kann demnach keinen überraschen, wenn wir gegen den Abstieg spielen“, so Barez. „Es gibt immer mal gute Jahre dazwischen wie letzte Saison bei der U 19, aber der Kampf um den Klassenerhalt ist die Regel. Mit dem nächsten Schritt müssen wir versuchen, die Wahrscheinlichkeit, Bundesligist zu bleiben, zu steigern.“

Aktuell ist Cihan Tasdelen als Trainer der A-Junioren und Videoscout für die Profis der einzige Hauptamtliche im Nachwuchssektor – und mit den aktuellen strukturellen Problemen besser vertraut, als ihm und seinen Schützlingen lieb ist. „Das ist ja alles nichts Neues. Natürlich spielen wir wieder gegen den Abstieg, und das wird so bleiben, wenn wir nicht irgendwann mit dem NLZ vorankommen und mit den Platzproblemen.“ Der Kunstrasen der Preußen ist als Trainingsgelände heiß umkämpft, keine Einheit, bei der die Anlage nicht mindestens doppelt belegt ist – und halber Platz ist aus trainingsdidaktischer Sicht auch doppeltes Leid. „Bei uns hat sich seit zehn Jahren nichts getan, dann ist doch klar, dass wir Jahr für Jahr unten mitspielen“, findet Tasdelen klare Worte. Seiner Truppe traut er dennoch durchaus Überraschungen zu: „Wir haben viele Spiele auf Augenhöhe gespielt, keine Frage. Über die Saison macht es aber für einen Verein wie uns keinen Sinn, nach oben zu schielen.“

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