Fußball: 3. Liga
Die neue Ausgeglichenheit der Preußen

Münster -

Preußen Münster auf Platz zwei – wo mögen die Gründe dafür liegen? In der Mannschaftsstruktur, sagte etwa Martin Kobylanski. In der Ausgeglichenheit, in der hohen Trainingsqualität. Auch in der zweiten Reihe hat der SCP durchaus Klasse.

Montag, 22.10.2018, 16:34 Uhr
Veröffentlicht: Montag, 22.10.2018, 15:56 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Montag, 22.10.2018, 16:34 Uhr
Erneute Tanzrunde: Die Preußen-Spieler feierten den dritten Heimsieg am Stück wieder ausgelassen.
Erneute Tanzrunde: Die Preußen-Spieler feierten den dritten Heimsieg am Stück wieder ausgelassen. Foto: Jürgen Peperhowe

Einen Spaß gönnte sich der bemerkenswert gut gelaunte Marco Antwerpen kurz vor Feierabend am Sonntag noch. „Wir müssen dagegen halten, auch austeilen. Harte Typen, am besten ordentlich tätowiert“, grinste der Trainer des SC Preußen. Er meinte René Klingenburg oder Kevin Rodrigues Pires, die beiden Abräumer im Mittelfeldzentrum, die für eine wehrhafte Mannschaft stehen. Für sie traf all das zu.

Einreihen könnte sich hier auch Moritz Heinrich, ebenfalls ein Vorreiter in Sachen Körperbemalung und mittlerweile eine ernsthafte Alternative für die Startelf des stolzen Tabellenzweiten. Zu Saisonbeginn saß der 21-Jährige noch meist auf der Tribüne, beim 1:0 gegen die Würzburger Kickers stand er zum zweiten Mal sogar von Anfang an auf dem Platz. Niklas Heidemann, ansonsten unangefochten die Nummer eins auf der linken Bahn, bekam eine verordnete Pause. „Mo sollte für uns die Eins-gegen-Eins-Situation erzeugen und lösen und mehr in die Mitte ziehen“, begründete Antwerpen.

Einzelkritik: Preußen Münster vs. Würzburger Kickers

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  • Jannik Borgmann: Hatte vor der Pause einige Abspielfehler. Überzeugte indes durch sein Stellungsspiel und räumte vor Tormann Schulze Niehues so einiges aus dem Weg. Note: 3

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Fabian Menig: Ein Lichtblick, dieser „Eisen“ Menig. Schmiss sich in jeden Angriff, ohne Skrupel. Und trieb den Ball immer wieder nach vorne. Note: 2

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Kevin Rodrigues Pires: Bei Eckbällen neben Martin Kobylanski immer wieder gefragt. Versprühte vor der Kette wenig Elan und Ideenreichtum. Sah zu allem Überfluss seine fünfte Gelbe Karte und ist in Meppen gesperrt. Note: 4

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Lion Schweers: Behielt auch in gefährlichen Situationen den Kopf oben. Seine weiten Einwürfe sind immer wieder eine Augenweide. In der Kette ein unverzichtbares Element. Note 2,5

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  • Martin Kobylanski: Dieser Junge hat was drauf. 80 Minuten relativ unauffällig und ohne den ganz großen Drang zum Tor unterwegs, gelingt ihm nach einer Ecke aus spitzem Winkel ein echter Geniestreich. Ein typisches Kobylanski-Tor. Note: 2,5

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  • Max Schulze Niehues: Ruhender Pol, wirkte souverän, klärte nach 20 Minuten mit einem blitzartigen Reflex gegen Simon Skarlatidis. Hielt das, was zu halten war. Note: 2,5

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  • Moritz Heinrich: Überraschend für Niklas Heidemann auf der linken Außenbahn im Team. Hatte speziell vor der Pause gute Szenen im Zusammenspiel mit Tobias Rühle. Note: 3,5

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  • Ole Kittner: Spielte nicht unbedingt zimperlich, aber so, dass er die drohende Gelbsperre umschiffte. Mit Übersicht. Segelte nach 25 Minuten nach einem Eckball am Leder vorbei. Hielt den defensiven Laden mit Schweers und Borgmann zusammen. Note: 3

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  • Philipp Hoffmann: Einsatzgeld verdient. Mehr war nicht drin nach seiner Einwechslung in Minute 90 für Dadashov.

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  • Philipp Müller: Kam nach 70 Minuten für Tobias Rühle. Versuchte Akzente zu setzen. Blieb eher unauffällig. Keine Note

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  • René Klingenburg: Stand mehr neben sich und hatte zu wenige gute Aktionen nach vorne. Nach hinten machte er aber die Meter. Im offensiven Mittelfeld besser platziert als im Sturmzentrum wie in Rödinghausen. Note: 4,5

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  • Rufat Dadashov: Wirkte erschöpft, müde nach seiner Länderspielreise. Das auffälligste waren seine roten Treter. Bekam dennoch bei seiner Einwechslung donnernden Applaus von den Rängen. Note: 4,5

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  • Simon Scherder: Der Kapitän ersetzte nach 80 Minuten Martin Kobylanski. Riegelte hinten nochmals alles ab. Keine Note 

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  • Tobias Rühle: Immer anspielbar, kam viel über die linke Seite und überzeugte durch sein Kämpferherz. Ab und an übertrieb er es mit seinen Dribblings. Note: 3

    Foto: Jürgen Peperhowe

Der Spieler selbst schilderte seine Aufgabe so: „Ich bin sicher ein etwas anderer Außenspielertyp. Im Vergleich zu Fabian Menig hatte ich den etwas offensiveren Part und sollte auf die Kette zusteuern. Mir gefällt die Aufgabe, die ist sehr vielseitig.“ Der Plan ging weitgehend auf. Seine Vorstöße fielen zwar eher dosiert aus, aber die Seite bekam Heinrich, der erst in dieser Saison vom Angreifer zum flexiblen Mann für den linken Flügel umgeschult wurde, dicht.

Pires muss pausieren

„Wir sind etwas spät reingekommen, hatten anfangs Probleme. Aber wir waren geil auf drei Punkte und haben teilweise richtig Druck gemacht.“ Kapitän und Siegtorschütze Martin Kobylanski sprach seinem Kollegen sogar ein Extralob aus: „Er hat das wirklich sehr gut gemacht. Die, die reinkommen, wissen bei uns, dass sie performen müssen. Aber sie wissen auch, dass es immer eine Chance gibt, sich zu zeigen. Unser Kader ist vielleicht klein, aber er ist gut.“

SC Preußen Münster - Würzburger Kickers

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  • SC Preußen Münster - Würzburger Kickers Foto: Jürgen Peperhowe
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Kobylanski kommt damit der Erklärung für den anhaltenden Aufwärtstrend in der Liga schon recht nah. Klar, vom großen Verletzungspech blieben die Preußen bisher verschont. Aber es gibt auch kaum einen Akteur, der abfällt, viele können sich empfehlen. Aktuell sind die Neuzugänge Ugur Tezel und Dominik Lanius etwas hintendran, aber auch sie bewiesen bei ihren wenigen bisherigen Einsätzen schon ihre Qualität.

„Vielleicht liegt es daran, dass wir uns als Mannschaft gefunden haben“, mutmaßte Kobylanski. „Jeder im Team hat seinen Wert verstanden. Die Trainingsqualität ist auch gestiegen, alle werden gefordert.“ Das drückt sich dann auf dem Spielfeld aus. Wobei Antwerpen inzwischen ein Konstrukt erstellt hat, das Stabilität garantiert. Neun bis zehn Positionen sind aktuell weitgehend vergeben. Ein Leidtragender ist Simon Scherder.

Der eigentliche Spielführer muss sich nach seiner zweiten Ampelkarte, die er vor vier Wochen gegen Cottbus sah und die eine Sperre in Rostock nach sich zog, mit der Jokerrolle begnügen. Das gilt auch für Sandrino Braun, dem der Coach zwischenzeitlich einen kleinen Formknick attestierte. Beide könnten allerdings schon am Sonntag (14 Uhr) beim SV Meppen wieder in der ersten Elf auftauchen. Dann muss Rodrigues Pires, der zuletzt allein vor der Abwehr agierte, wegen seiner bereits fünften Gelben Karte zuschauen.

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