Fußball: 3. Liga
Zweite Preußen-Sturmreihe noch nicht am Ziel – Akono verletzt

Münster -

Rufat Dadashov ist die unangefochtene Nummer eins im Sturm des SC Preußen. Der Aserbaidschaner ist auf Länderspielreise, also durften sich beim Test in Mönchengladbach andere zeigen. Für die jungen Burschen gab es Licht und Schatten. Einer aber verletzte sich.

Freitag, 16.11.2018, 13:56 Uhr aktualisiert: 17.11.2018, 12:28 Uhr
Cyrill Akono
Cyrill Akono Foto: Jürgen Peperhowe

„Sie haben das ganz gut gemacht.“ Das ist zweifellos ein Löbchen aus dem Munde des Cheftrainers, vielleicht noch nicht die Eins mit Sternchen, aber allemal eine positive Bewertung. Auf Nachfrage geht Preußen-Trainer Marco Antwerpen bei seiner Benotung für seine Stürmer im Testspiel gegen Borussia Mönchengladbach (0:3) auch ins Detail. „Sie haben sich gut bewegt und die Bälle gut festgemacht“, so die Feinanalyse des Auftritts von zunächst Moritz Heinrich und Tobias Warschewski, bei der allerdings das unausgesprochene „aber“ unüberhörbar mitschwingt.

„Man merkt natürlich, dass ihnen die Praxis fehlt. Wir müssen sie behutsam an die Konkurrenzfähigkeit heranführen“, sagt Antwerpen – wohl wissend, das Sparringspartner Mönchengladbach als Aufbaugegner vielleicht eine Nummer zu groß war für die jungen Preußen-Spitzen. „Da standen natürlich auch erstklassige Innenverteidiger auf dem Platz. Uns fehlte die Durchschlagskraft – und das ist auch eines der Grundprobleme. Wir müssen auch im Strafraum präsent und gefährlich sein.“

Preußen Münsters Kader für die Saison 2018/19 - Kurzporträts

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  • Der SC Preußen der Saison 2018/2019:

    Obere Reihe von links

    Julian Conze, Danilo Wiebe, Fabian Menig, Ole Kittner, Simon Scherder, René Klingenburg, Jannik Borgmann, Dominik Lanius, Cyrill Akono, Rufat Dadashov, Lion Schweers, Philipp Hoffmann, Tobias Warschewski

    Mittlere Reihe von links

    Marco Antwerpen (Trainer), Kurtulus Öztürk (Co-Trainer), Milenko Gilic (Torwarttrainer), Helge Dahm (Zeugwart), Sandrino Braun, Niklas Heidemann, Ugur Tezel, Christian Krabbe (Leitender Physiotherapeut), Lukas Brüggemann (Physiotherapeut), Cornelius Müller-Rensmann (Mannschaftsarzt), Harald Menzel (Teammanager), Malte Metzelder (Geschäftsführer Sport)

    Vordere Reihe von links

    Adrian Knüver, Philipp Müller, Martin Kobylanski, Benjamin Schwarz, Oliver Schnitzler, Maximilian Schulze Niehues, Marian Prinz, Moritz Heinrich, Tobias Rühle, Lucas Cueto, Kevin Rodrigues Pires

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Slalom ist nicht die Disziplin von Fabian Menig. Der Mann ist absolut linientreu und läuft zuverlässig rechts auf und ab.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Jannik Borgmann ist groß und jung. Und weil er außerdem schon sehr abgeklärt und ruhig mit dem Ball umgeht, macht er den arrivierten Recken in der Innenverteidigung ordentlich Dampf.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Oliver Schnitzler ist die Nummer eins: So steht es zumindest auf seinem Trikot. Im Team muss er sich noch mit dem Kollegen Schulze Niehues über den Platz zwischen den Pfosten austauschen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Sandrino Braun läuft, das haben jüngste Forschungen ergeben, mit Muskelkraft. Damit wären alle landläufigen Theorien, der Preußen-Dauerläufer sei duracell-betrieben, endlich entkräftet.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Philipp Müller ist technisch beschlagen und nach einer etwas längeren Fußballpause noch im Helene-Fischer-Modus, nämlich schnell atemlos. Die konditionellen Rückstände sollten aber bald behoben sein.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Rufat Dadashov war der Schrecken der Regionalliga Nordost. Drum ist man dort heilfroh, den Scharfschützen los zu sein. Ab sofort nimmt er die Drittliga-Tore ins Visier. Alle, außer dem der Preußen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Sportfreund Kevin Rodrigues Pires kennt sich in Münsters Mittelfeld bestens aus – auch wenn er dort zuletzt immer gegen den SCP gearbeitet hat. Doch jetzt gehört er zum Team, das Lotter-Leben ist vorbei.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Tobias Rühle ist der Marc Wilmots des SC Preußen. Kompakt, drahtig und ganz schwer vom Ball zu trennen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Martin Kobylanski ist der Mann für die besonderen Momente. Seine Freistöße können an guten Tagen Tor-des-Monats-Reife entwickeln. In diese Saison geht „Koby“ als Vize-Mapitän.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Ole Kittner ist der Münsteraner bei Münster und als Zentrum der westfälischen Dreierkette kaum mehr wegzudenken.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Für Ugur Tezel ist Münster eine Kleinstadt. Der gebürtige Berliner ist aus der Bundeshauptstadt in die westfälische Provinz gewechselt. Es dürfte dem 21-Jährigen keine Probleme bereiten, sich hier zurechtzufinden.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Kapitän Simon Scherder ist einer der selbsternannten „Ochsen“, die in der münsterischen Dreierkette die gegnerischen Stürmer zur Weißglut bringen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Rene Klingenburg hat auf Schalke schon am Prof-Fußball geschnuppert, war zuletzt aber nur noch für die Schalker Amateure im Einsatz. In Münster will sich der ehemalige Knappe jetzt zum Ritter schlagen lassen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Tobias Warschewski sucht eine Wohnung in Münster, auf dem Platz hat er schon eine Bleibe: In der Sturmspitze.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Marian Prinz hat seinen Platz im Tor sicher: Er sammelt Spielpraxis in der A-Junioren-Bundesliga.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Philipp Hoffmann ist der Mann für die schnellen Momente: Wenn es eilig ist, baut der SCP auf den Antritt des 25-Jährigen..

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Es ist ein Kreuz mit dem Band: Danilo Wiebe muss auf eine schnelle Heilung hoffen, damit er 2019 wieder zum Team stoßen kann.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Auch Benjamin Schwarz verbringt mehr Zeit in Warte- und Behandlungszimmern als auf dem Platz. Ist er gesund, dann ist er ein ganz wichtiger Leistungsträger.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Moritz Heinrich startet in sein zweites Preußen-Jahr und hat sich noch einige Ziele offengehalten. Die will er jetzt angehen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Lion Schweers ist der Leisetreter in Münsters Abwehr-Dreigestirn. Seine Leistung ist aber auch ohne Worte immer ohne Fehl und Tadel.

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  • Adrian Knüver trainiert mit der Ersten und spielt (noch) in der Zweiten.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Cyrill Akono hat seine Drittliga-Feuertaufe bereits hinter sich, soll jetzt aber zunächst die A-Junioren zum Bundesliga-Klassenerhalt bomben.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Niklas Heidemann findet Münster gut und Münster findet Heidemann gut: Die Preußen und ihr 23-jähriger Linksverteidiger haben in Bestzeit zueinander gefunden.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Max Schulze Niehues erwartet den nächsten Angriff auf den Posten zwischen den Pfosten, aber irgendwann steht der Mann aus Dreierwalde auf jeden Fall wieder im Kasten – versprochen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Lucas Cueto wollte nicht gehen und jetzt sind alle froh, dass er bleibt. Der 22-jährige Kölner hat Stammplatz-Potenzial.

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  • Dominik Lanius ist Innenverteidiger und damit in bester Gesellschaft. Der Ex-Kölner reiht sich ein in die Gruppe Hochbegabter in Münsters zentraler Abwehrreihe.

    Foto: Jürgen Peperhowe

Davon waren die Münsteraner am Donnerstagnachmittag im Fohlenpark noch weit entfernt. Da ist es umso ärgerlicher, dass sich mit Cyrill Akono eine weitere Offensiv-Alternative mit Verdacht auf einen Muskelfasserriss auf unbestimmte Zeit in die medizinische Abteilung verabschiedet hat.

Umso mehr drückt Antwerpen seinem unumstrittenen Top-Stürmer Rufat Dadashov die Daumen, der derzeit mit der aserbaidschanischen Nationalmannschaft im Einsatz ist und wahrscheinlich zwei kräftezehrende 90-Minüter in der Nations League – am Samstag in Baku gegen die Färöer und am Dienstag in Pristina gegen den Kosovo – vor sich hat. „Zwei Spiele und der Reisestress, das wird für ihn eine Herausforderung“, so Antwerpen, „Ich stehe in ständigem Kontakt zu Rufat und hoffe nur, dass er aus jedem Spiel heile rauskommt.“

Zum Team und zurück ins Mannschaftstraining stößt der siebenfache Saisontorschütze frühestens am Donnerstag. Der Rest der Truppe bereitet sich nach drei freien Tagen ab Dienstag auf die Partie gegen Eintracht Braunschweig vor.

SCP-Zwischenbilanz: Zugänge und Abgänge

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  • Zugang: Marian Prinz (Torwart) - 18 Jahre jung, Stammkeeper in der A-Junioren Bundesliga und im Drittliga-Kader auf Schnupper-Kurs. Alles gut.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Zugang: Oliver Schnitzler (Torwart) - Der 23-Jährige war erste Wahl zum Saisonstart, eine Verletzung beim Derby in Osnabrück brachte ihn aus der Spur – und Max Schulze Niehues übernahm. Eigentlich ist der U-19-Europameister von 2014 zu stark für die Ersatzbank.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Zugang: Jannik Borgmann (Innenverteidiger) - Aufgerückt aus der U-23-Auswahl, ist der 20-Jährige Stammkraft auf der linken Abwehrseite. Eine positive Entdeckung.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Zugang: Dominik Lanius (Innenverteidiger) - Kam von Viktoria Köln. Bringt alles mit. Größe, Präsenz, Zweikampfstärke – der Durchbruch lässt aber noch auf sich warten. Spielte eine Halbzeit in Osnabrück, muss vorerst Geduld haben.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Zugang: Ugur Tezel (Rechtsverteidiger) - Er duelliert sich mit Eisen. Und an dem „Schwermetall“ Fabian Menig kommt der 21-Jährige aktuell nicht vorbei, auch Tezel muss sich gedulden.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Zugang: Rene Klingenburg (Mittelfeld) - Spieler wie ihn nennt man „Dark Horse“. Von null auf 100 in nullkommanix. Wo hat sich der 24-Jährige versteckt? Der Mann von Schalke 04 II ist Leitwolf des SCP. Ein Transfer-Volltreffer; der SCP muss alles tun, um ihn länger als bis 2019 zu halten.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Zugang: Philipp Müller (Mittelfeld) - Der 23-Jährige kam von SV Wehen Wiesbaden und benötigte verletzungsbedingt langen Anlauf. Eine offensive Alternative ist er nun allemal.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Zugang: Kevin Rodrigues Pires (Mittelfeld) - Der Ersatz für Michele Rizzi ist ein stiller und unangefochtener „Sechser“, ein Spieler mit einem besonderen Fuß für die Standards und Pässe. Stark.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Zugang: Rufat Dadashov (Mittelstürmer) - Hat die Umstellung auf die 3. Liga geschafft, ganz anders als Torjäger Adriano Grimaldi, aber qualitativ genauso wertvoll.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Abgang: Nils Körber (Torwart) - Die Leihgabe von Hertha BSC, die in der Vorsaison in Münster war, ist der Top-Torwart der 3. Liga und hat mit Osnabrück ein Traumlos gezogen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Abgang: Luis Klante (Torwart) - Der 19-Jährige ist beim SC Verl zweiter Mann hinter Peter Brüseke und noch ohne Regionalliga-Spielpraxis.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Abgang: Sebastian Mai (Innenverteidiger) - Münsters einstiger Abwehrchef spielte zuletzt Stürmer (!). Mit dem Halleschen FC ist er wie der SCP auf einem Höhenflug. Fehlte nur anfangs der Saison, weil er seine Rot-Sperre der Vorsaison absitzen musste. Für den HFC ist Mai ein Volltreffer.

    Foto: Johannes Oetz
  • Abgang: Stephané Tritz (Rechtsverteidiger) - Nach drei Saisons beim SCP hat der gebürtige Straßburger keinen neuen Verein gefunden und ist von der Bildfläche des Fußball still und heimlich verschwunden.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Abgang: Jeron Al-Hazaimeh (Linksverteidiger) - Kehrte zu SF Lotte zurück, ist aber unter dem neuen Coach Nils Drube keine Stammkraft.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Abgang: Lennart Stoll (Rechtsverteidiger) - Das Medizinstudium verschlug ihn nach Ulm, dort war er beim Regionalligisten SSV gleich Stammkraft und wirkte bei der Pokal-Sensation gegen Eintracht Frankfurt (2:1) mit. Pausiert wegen einer schweren Knieverletzung aktuell.

    Foto: Heimspiel / Justus Heinisch
  • Abgang: Michele Rizzi (Mittelfeld) - Fand sein Glück mit einem Drei-Jahres-Vertrag beim VfL Wolfsburg II. Mit den „kleinen Wölfen“ ist Rizzi Tabellenführer der Regionalliga Nord vor dem VfL Wolbeck. Seine eigene Bilanz ist top nach 16 Partien mit fünf Toren und sechs Assists.

    Foto: Darius Simka
  • Abgang: Nico Rinderknecht (Mittelfeld) - Kehrte nach einem durchwachsenen Jahr in Münster zum Zweitligisten FC Ingolstadt zurück. Der 21-Jährige muss sich mit Einsätzen in der Regionalliga mit dem FCI II begnügen.

    Foto: Witters
  • Abgang: Adriano Grimaldi (Angreifer) - Beim TSV 1860 München gleich der Rudelführer der „Löwen“ mit zehn Scorerpunkten – bei der Rückkehr nach Münster aber ohne entscheidende Wirkung. In München wird schon darüber spekuliert, dass Grimaldi in Winterpause ein heißer Transferkandidat für Liga zwei wird.

    Foto: MSPW
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