Fußball: 3. Liga
Warschewskis Tor kommt zu spät - Preußen verlieren 1:2 gegen Halle

Münster -

Keine Punkte zum 1. Advent, der SC Preußen Münster hat das Heimspiel gegen den Halleschen FC sang- und klanglos mit 1:2 (0:2) verloren. Vor nur 6034 Zuschauern trafen Marvin Ajani und Mathias Fetsch, Tobias Warschewski zum 1:2 kurz vor Schluss. Der SCP verpasste damit die Rückkehr auf den zweiten Rang der 3. Liga.

Samstag, 01.12.2018, 16:09 Uhr aktualisiert: 01.12.2018, 16:49 Uhr
Fußball: 3. Liga: Warschewskis Tor kommt zu spät - Preußen verlieren 1:2 gegen Halle
SC Preußen Münster - Halle - Torjubel durch Mai. Foto: Jürgen Peperhowe

Preußen Münster hat den zweiten Rang nicht verteidigen können. Der Fußball-Drittligist unterlag vor nur 6034 Zuschauern gegen den Halleschen FC nicht unverdient mit 1:2 (0:2). Der Anschlusstreffer von Tobias Warschewski (79.) kam zu spät. Halle traf durch Marvin Ajani und Mathias Fetsch vor der Pause vorentscheidend. Am kommenden Samstag muss das Team von Trainer Marco Antwerpen beim Karlsruher SC antreten.

Die Preußen hatten einige Umbauarbeiten vorzunehmen, mit Rufat Dadshov, Tobias Rühle (beide verletzt) sowie dem gesperrten Abwehrchef Ole Kittner fielen drei Leistungsträger der letzten Wochen aus. Simon Scherder spielte nach langer Wartezeit wieder mit und trug die Kapitänsbinde. Auch Philipp Hoffmann erhielt eine Chance von Beginn an, Philipp Müller genoss in der Offensive zudem weiter das Vertrauen von Coach Antwerpen.

SCP kommt nicht richtig ins Spiel

Und wie schon in Großaspach (1:3) fand der SCP in der ersten Halbzeit nichts in den für 3. Liga notwendigen Modus. Ein Kopfball von Simon Scherder (5.) war die einzige offensive Ausbeute für lange Zeit. Halle war wacher, schneller, aggressiver und damit den Hausherren in allen Belangen überlegen. Zudem war Moritz Heinrich auf der linken Abwehrseite der Preußen der falsche Gegenspieler für den quicken Braydon Marvin Manu. Der Preuße war überfordert mit dem Hallenser.

SC Preußen - Hallescher FC: Einzelkritiken der Preußenspieler

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  • Max Schulze Niehues: Blöder Nachmittag für den Torwart. Keine Chance sich auszuzeichnen, aber zweimal geschlagen. Eine kleine Unsicherheit in der Strafraumbeherrschung, bei den Gegentoren ohne Macht. Note: 3

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Lion Schweers: Seine Einwürfe waren nicht der erhoffte Gefahrenherd. Vor der Pause Teil einer etwas ungestümen Defensive, ohne direkte Schuld zu tragen an den Treffern. Note: 3

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Simon Scherder: Vor dem 0:1 eine unpräzise und vor allem  unnötige Grätsche ins Nichts gegen Braydon Manu. Ansonsten Chef im Ring in der Abwehr, ordentliches Stellungsspiel. Nicht zu vergessen: Es war sein erster Startelf-Einsatz seit September. Note: 3,5

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Jannik Borgmann: Weil Halle mit zwei Stürmern agierte, konnte er Moritz Heinrich links nicht wie geplant unterstützen. Einige Schwächen im Vorwärtsgang. Nach der Pause aber mit Abstand gefährlichster Preuße bei vier, fünf Szenen nach Standards im HFC-Strafraum. Note: 3

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Fabian Menig: Über seine Seite brennt wenig an, dabei bleibt es. Vorne fehlt oft die letzte Überzeugung, aber in der Schlussphase trieb er ordentlich mit an. Half zudem, Manu in den Griff zu kriegen. Note: 3

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • René Klingenburg: Das war nicht sein Tag. Erstes schwaches Spiel für Preußen. Schiedsrichter Robert Schröder hatte ihn auf dem Kieker. Früh gelbbelastet, danach vorsichtiger in den Zweikämpfen, die er meist vorher schon verlor. Trotzdem noch eine dicke Ausgleichchance. Note: 4,5

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Kevin Rodrigues Pires: Im Zentrum zwar läuferisch gut unterwegs, aber ohne nennenswerte Impulse nach vorn. Im Zweikampf wie viele Kollegen von den Hallensern abgekocht. Note: 4

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Moritz Heinrich: Schlechte Halbzeit und zu recht danach raus. Er war in der Woche krank, vielleicht hätte ihm eine Auszeit gut getan. Gegen Manu hoffnungslos unterlegen. Tempodefizite, Stellungsfehler, taktische Schwächen, dazu versprungene Bälle. Unglücklicher Auftritt. Note: 5

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Martin Kobylanski: Man muss ihm zu Gute halten, dass er, obwohl nicht in Position gebracht, mit Standards, aber auch aus dem Spiel immer dabei war. Das war früher nicht regelmäßig so. Wenig gelang, aber hängen ließ sich der Held von Montag auch nicht, sondern er kämpfte bis zum Schluss. Note: 3,5

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Philipp Hoffmann: Erste Startelf-Chance seit September. 40 Minuten fast unsichtbar, dann taute er kurzzeitig auf. Nach der Pause wechselte er auf die linke Außenbahn. Dort stabilisierte er sich und die Abwehr ein wenig, hatte Manu besser im Griff als Heinrich. Akzente setzte er dennoch nicht. Note: 4

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Philipp Müller: Anders als Montag Braunschweig ließ ihm Halle wenig Räume, sondern hielt körperlich dagegen. Der wendige Stürmer probierte einiges, blieb jedoch oft hängen. Daher in Durchgang zwei ausgewechselt. Note: 4,5

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Tobias Warschewski: Erstmals seit September wieder auf dem Rasen. Fand schwer rein, auch weil es kaum vernünftige Anspiele gab. Dann mit Wucht und Entschlossenheit beim Anschlusstor und anschließend mittendrin im Trubel. Note: 3

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Dominik Lanius: Er kam zu seinem zweiten Einsatz in dieser Saison, doch nicht in der Abwehr, sondern als Speerspitze vorne drin, wo er lange Bälle verlängern sollte. Klappte mittelmäßig. Keine Note

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Niklas Heidemann: Späte Einwechslung, aber keine besonderen Momente. Keine Note

    Foto: Jürgen Peperhowe

Letztgenannter, also Manu, bereitete beide Treffer für die Gäste vor und wirbelte die Hausherren durcheinander. Beim 0:1 reichte die gewagte Grätsche von Scherder nicht, Manu hat freie Bahn, Marvin Ajani verwandelt die starke Vorarbeit zur Führung nach 23. Minuten. Konterfußball nach Plan. Acht Minuten später ging erneut alles wieder zu schnell für die Preußen, Halles Konter saß. Die Vorarbeit von Manu verwandelt Mathias Fetsch zum 0:2. Halle hätte noch höher führen können, aber Ajani wird in der Nachspielzeit der ersten Hälfte noch so gerade geblockt von Scherder, wenige Augenblicke später klatscht ein Kopfball von Fetsch nur an den Pfosten.

Preußen kämpfen nach 0:2-Rückstand 

Die Preußen waren geschockt und erholten sich nur langsam. Zumindest gab es in den letzten Minuten vor Halbzeit Abschlüsse auf das gegnerische Tor durch Schüsse von Hoffmann, Müller und Kobylanski. Mit dem 0:2 war der SCP gut bedient, bereits auf dem Weg in die Kabine schworen sich die Adlerträger auf eine Aufholjagd ein. Erste Maßnahme des Trainers: Heinrich musste raus, der schnelle Hoffmann sollte die Sache mit Manu jetzt regeln.

SC Preußen - Hallescher FC

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Jannik Borgmann (47. und 48.) mit zwei Kopfbällen sorgte gleich mal für Gefahr. Ein paar Minuten später war es erneut Borgmann (55.), doch sein Schuss wurde von Fynn Arkenberg auf der Linie geklärt, Münster schnupperte am Anschlusstreffer. Dann forderten die Preußen einen Handelfmeter (65.), als Halles Moritz Heyer den Ball im Strafraum so gespielt haben soll. Halle aber musste nur verteidigen und auf einen Konter warten. Aber erst nach 66 Minuten kam Ajani zu einem Abschluss. Münster war dem 1:2 näher als Halle jetzt dem dritten Tor.

Antwerpen konnte nicht mehr wirklich in der Offensive reagieren, er hatte keine Offensivkräfte mehr auf der Ersatzbank. Seine Mannschaft kämpfte zwar, aber das ganz große Aufbäumen blieb aus. Oder doch nicht?

Warschewski verkürzt auf 1:2

Tobias Warschewski im zweiten Anlauf, dann aber umso spektakulärer per Seitfallzieher, verkürzte auf 1:2. Praktisch einen Angriff zuvor hatte Kobylanski das 0:3 verhindert, als er Manu den Ball abtrotzte im Laufduell. Die Hausherren sorgten nach einer durchwachsenen Partie noch für Spannung. Doch noch das 2:2 auf den letzten Drücker?  

Der Freistoß von Marin Kobylanski (90+1) hatte die richtig Richtung, doch Kai Eisele im HFC-Tor wehrte dabei ab. Dann forderte die Preußen wieder Handelfmeter, weil Heyer den Ball an dieselbe bekommen haben soll.  Und noch ein Chance, als Rene Klingenburg aus acht Metern den Seitfallzieher nicht verwerten kann. Aus, vorbei, der SCP hatte mit 1:2 verloren.


Münster: Schulze Niehues . Schweers, Scherder, Borgmann - Rodrigues Pires - Menig, Klingenburg, Müller (69. Lanius), Heinrich (46. Warschewski) - Hofmann, Kobylanski. - Trainer: Antwerpen.

Ersatzbank: Schnitzler (Tor), Braun, Tezel, Schwarz, Heidemann

Halle: Eisele - Arkenberg, Heyer, Landgraf - Jopek, Bahn - Manu, Mai, Ajani (81. Kastenhofer) - Fetsch (90. Pagliuca), Sohm (69. Tuma). - Trainer: Ziegner.

Ersatzbank: Müller (Tor), Bohl, Fiedler, Guttau

Tore: 0:1 Ajani (23., Pass Manu), 0:2 Fetsch (31., Pass Manu), 1:2 Warschewski (79., keine Vorarbeit). - Zuschauer: 6034. - Schiedsrichter: Schröder (Hannover). - Gelbe Karten: Klingenburg, Müller, Menig, Scherder / Jopek, Landgraf, Arkenberg.

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