Fußball: 3. Liga
Zwei Törchen schon mal geöffnet – Preußen verlieren 1:2 gegen Halle

Münster -

Kaum wiederzuerkennen waren die Preußen am Samstag beim Duell mit dem Halleschen FC. Phasenweise agierte das Team von Trainer Marco Antwerpen lethargisch. Die Folge: 1:2 verloren, Platz zwei fahrlässig hergeschenkt.

Sonntag, 02.12.2018, 13:44 Uhr aktualisiert: 02.12.2018, 15:55 Uhr
Perfekte Rückkehr nach Münster: Nur Ex-Preuße Sebastian Mai (2.v.r.) konnte mit Halle jubeln, im Hintergrund sind Torwart Max Schulze Niehues und Simon Scherder (15) restlos bedient.
Perfekte Rückkehr nach Münster: Nur Ex-Preuße Sebastian Mai (2.v.r.) konnte mit Halle jubeln, im Hintergrund sind Torwart Max Schulze Niehues und Simon Scherder (15) restlos bedient. Foto: Jürgen Peperhowe

Nun brach nach dieser 1:2 (0:2)-Heimniederlage gegen den Halleschen FC nicht die große Advents-Depression aus. Ärgerlich, wirklich ärgerlich, war es dennoch aus Sicht des SC Preußen Münster. Zum einen, weil nur gerade einmal 5934 Zuschauer nach der 3:0-Gala gegen Braunschweig zu Wochenbeginn ins Preußenstadion kamen. Zum anderen, weil die Mannschaft von Trainer Marco Antwerpen lange dem Takt dieser Partie hinterherlief, das alles passierte ein gutes Stück entfernt von der guten Form in den bisherigen Herbst-Partien.

Der Chefcoach der Preußen war angefasst: „Hochverdient? Ich weiß nicht ob der Sieg von Halle hochverdient war.“ Seiner Replik auf das Fazit von HFC-Übungsleiter Torsten Ziegner war eine gewisse Bitternis anzumerken. Und: „Das Handspiel von Moritz Heyer in der Nachspielzeit muss man sehen, zumindest der Linienrichter.“ Antwerpen trauerte einem möglichen Handelfmeter hinterher, dem möglichen späten Ausgleich – es wäre alles in allem glücklich für den bisherigen Tabellenzweiten gewesen.

SC Preußen - Hallescher FC: Einzelkritiken der Preußenspieler

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  • Max Schulze Niehues: Blöder Nachmittag für den Torwart. Keine Chance sich auszuzeichnen, aber zweimal geschlagen. Eine kleine Unsicherheit in der Strafraumbeherrschung, bei den Gegentoren ohne Macht. Note: 3

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Lion Schweers: Seine Einwürfe waren nicht der erhoffte Gefahrenherd. Vor der Pause Teil einer etwas ungestümen Defensive, ohne direkte Schuld zu tragen an den Treffern. Note: 3

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Simon Scherder: Vor dem 0:1 eine unpräzise und vor allem  unnötige Grätsche ins Nichts gegen Braydon Manu. Ansonsten Chef im Ring in der Abwehr, ordentliches Stellungsspiel. Nicht zu vergessen: Es war sein erster Startelf-Einsatz seit September. Note: 3,5

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Jannik Borgmann: Weil Halle mit zwei Stürmern agierte, konnte er Moritz Heinrich links nicht wie geplant unterstützen. Einige Schwächen im Vorwärtsgang. Nach der Pause aber mit Abstand gefährlichster Preuße bei vier, fünf Szenen nach Standards im HFC-Strafraum. Note: 3

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  • Fabian Menig: Über seine Seite brennt wenig an, dabei bleibt es. Vorne fehlt oft die letzte Überzeugung, aber in der Schlussphase trieb er ordentlich mit an. Half zudem, Manu in den Griff zu kriegen. Note: 3

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  • René Klingenburg: Das war nicht sein Tag. Erstes schwaches Spiel für Preußen. Schiedsrichter Robert Schröder hatte ihn auf dem Kieker. Früh gelbbelastet, danach vorsichtiger in den Zweikämpfen, die er meist vorher schon verlor. Trotzdem noch eine dicke Ausgleichchance. Note: 4,5

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Kevin Rodrigues Pires: Im Zentrum zwar läuferisch gut unterwegs, aber ohne nennenswerte Impulse nach vorn. Im Zweikampf wie viele Kollegen von den Hallensern abgekocht. Note: 4

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  • Moritz Heinrich: Schlechte Halbzeit und zu recht danach raus. Er war in der Woche krank, vielleicht hätte ihm eine Auszeit gut getan. Gegen Manu hoffnungslos unterlegen. Tempodefizite, Stellungsfehler, taktische Schwächen, dazu versprungene Bälle. Unglücklicher Auftritt. Note: 5

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Martin Kobylanski: Man muss ihm zu Gute halten, dass er, obwohl nicht in Position gebracht, mit Standards, aber auch aus dem Spiel immer dabei war. Das war früher nicht regelmäßig so. Wenig gelang, aber hängen ließ sich der Held von Montag auch nicht, sondern er kämpfte bis zum Schluss. Note: 3,5

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Philipp Hoffmann: Erste Startelf-Chance seit September. 40 Minuten fast unsichtbar, dann taute er kurzzeitig auf. Nach der Pause wechselte er auf die linke Außenbahn. Dort stabilisierte er sich und die Abwehr ein wenig, hatte Manu besser im Griff als Heinrich. Akzente setzte er dennoch nicht. Note: 4

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  • Philipp Müller: Anders als Montag Braunschweig ließ ihm Halle wenig Räume, sondern hielt körperlich dagegen. Der wendige Stürmer probierte einiges, blieb jedoch oft hängen. Daher in Durchgang zwei ausgewechselt. Note: 4,5

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  • Tobias Warschewski: Erstmals seit September wieder auf dem Rasen. Fand schwer rein, auch weil es kaum vernünftige Anspiele gab. Dann mit Wucht und Entschlossenheit beim Anschlusstor und anschließend mittendrin im Trubel. Note: 3

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  • Dominik Lanius: Er kam zu seinem zweiten Einsatz in dieser Saison, doch nicht in der Abwehr, sondern als Speerspitze vorne drin, wo er lange Bälle verlängern sollte. Klappte mittelmäßig. Keine Note

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  • Niklas Heidemann: Späte Einwechslung, aber keine besonderen Momente. Keine Note

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Antwerpen führt offenbar Buch, er rezitiert die mittlerweile neunte klare Fehlentscheidung gegen Preußen in dieser Saison. „Vielleicht sollten wir auch einmal einen Brief an den DFB schreiben, wie es Halle getan hat.“ Es sei extrem, auch die Schiedsrichtergespanne müssten sich doch konzentrieren in solchen Begegnungen. Es war wie verhext.

Drei Fragen an Fabian Menig

Sehr selbstkritisch, jedoch auch wütend auf einige Entscheidungen war Fabian Menig nach dem Abpfiff.

Sie wirken wütend. Wegen des Schiedsrichters?

Menig: Nicht nur. Wer so eine erste Halbzeit spielt, hat auch kein Remis verdient. Wir waren gar nicht in den Zweikämpfen, und wenn, haben wir sie verloren. Da lagen wir zu Recht hinten. Mit dem 1:2 waren wir wieder drin, aber dann hätten wir mindestens einen Elfmeter kriegen müssen. Ich bin vorsichtig, was ich sage. Aber es war der sechste verweigerte Strafstoß in dieser Saison. Mindestens. Das geht einem auf den Sack.

Fehlte auch etwas Kraft?

Menig: Nein, Wir hatten zwar Montag ein Spiel. Aber wir sind eine der fittesten Mannschaft der Liga. Das darf nie eine Ausrede sein.

Warum fehlte offensiv so lange die Power, abgesehen von Standards?

Menig: Erst mal kriegen wir die Tore zu einfach. Nach der Pause wurde es ja dann besser, aber insgesamt sind wir sechs, sieben Mal im Zentrum nicht an den Ball gekommen.

...

Seine Spieler waren allerdings auch nicht woll konzentriert über weite Strecken, gerade in der ersten Hälfte nicht – kaum wiederzuerkennen. Ähnlich wie gegen Jena, Aalen und Großaspach warf dann der 0:1-Rückstand das Team im hohen Bogen aus der Bahn. Das 0:2 war fast schon die logische Konsequenz. Gleich zwei Törchen öffneten die Hausherren für die Gäste, das war zu einfach, zu billig hergeschenkt.

Der SCP kam gar nicht mit Braydon Marvon Manu klar, der etatmäßige Linksaußen war auf die rechte Seite gewechselt, entkorkte die SCP-Taktik und narrte dann Moritz Heinrich in Serie. Beim 0:1 grätschte zudem Simon Scherder ins Leere, am Ende traf Marvin Ajani. „Ich hatte ein gutes Gefühl, aber eigentlich darf ich da nicht grätschen, sondern muss mitlaufen“, zeigte sich der für Ole Kittner (Gelbsperre) wieder in die Abwehrzentrale gerückte Scherder selbstkritisch. Alles andere von ihm hatte Hand und Fuß. Dann wiederholte Manu den Spielzug, Mathias Fetsch traf zum 2:0. Hätte Fetsch in der Nachspielzeit der ersten Hälfte den Ball ins Tor geköpft, und nicht an den Pfosten, wären schon da die Lichter der Partie für den SCP ausgegangen.

„Wie immer, wenn wir in Rückstand geraten, bleibt es nicht beim 0:1 zur Pause. Wir kriegen auch noch das 0:2“, haderte Marco Antwerpen mit seinen Jungs.

SC Preußen - Hallescher FC

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Der bessere zweite Spielabschnitt mit dem Anschlusstreffer von Tobias Warschewski hellte seine Laune nicht auf. Der 20-Jährige kam nach der Pause, seit 31 Drittliga-Partien wartete er auf einen Torerfolg, für einen Stürmer eine halbe Ewigkeit. Sein spektakulärer Seitfallzieher beendet in der 79. Minute diese Durststrecke. „Ja, die zweite Hälfte war besser, wir haben Moral gezeigt“, konnte sich Warschewski über sein kleines persönliches Erfolgserlebnis ein wenig freuen.

Samstag geht es zum Karlsruher SC, Wiedergutmachung lautet der Plan. Es war am Ende auch nur eine schnöde Niederlage, der SCP bleibt ganz oben mit dabei.

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