Fußball: 3. Liga
Erst Loblied, dann Kampfansage – die Preußen fordern den Karlsruher SC heraus

Münster -

Preußen Münster gastiert am Samstag um 14 Uhr beim Karlsruher SC. Es ist das Spitzenspiel in der 3. Liga. Münsters Routinier Benjamin Schwarz musste kurzfristig passen, dafür dürften aber Kevin Rodrigues Pires, Rene Klingenburg und Martin Kobylanski erste Wahl sein.

Freitag, 07.12.2018, 17:30 Uhr aktualisiert: 07.12.2018, 18:03 Uhr
Mit vereinten Kräften zum Erfolg in Karlsruhe? Fabian Menig (von links), Philipp Hoffmann, René Klingenburg, Simon Scherder, Moritz Heinrich und Martin Kobylanski, hier im Heimspiel gegen den Halleschen FC.
Mit vereinten Kräften zum Erfolg in Karlsruhe? Fabian Menig (von links), Philipp Hoffmann, René Klingenburg, Simon Scherder, Moritz Heinrich und Martin Kobylanski, hier im Heimspiel gegen den Halleschen FC. Foto: Jürgen Peperhowe

Benjamin Schwarz, der Mittelfeld-Routinier, war in der Wochenmitte gar nicht so weit entfernt von seinem ersten Saisoneinsatz. Er war eine Alternative für das Punktspiel des SC Preußen Münster am Samstag beim Karlsruher SC. Aber das Pech blieb ihm treu, nach einer langen Ver­letzungs-Odyssee in der Saison 2017/18 legte ihn nun kurzfristig ein grippaler Infekt lahm. Als am Freitag um 8.30 Uhr der Bus mit den Preußen gen Baden aufbrach, lag der 32-Jährige wohl im Bett und musste weiter auf seinen 120. Drittliga-Einsatz warten.

Anderen Wackelkandidaten erging es besser, sie waren Teil der Reisegruppe. Trainer Marco Antwerpen nominierte deshalb auch 19 Akteure. Beispiele für Fragezeichen: Niklas Heidemann zwackt die Wade, Martin Kobylanski der Oberschenkel, René Klingenburg schwächte ein Infekt, Torwart Max Schulze Niehues beendete aus dem gleichen Grund erst am Freitag eine zweitägige Trainingspause. Wie immer, wenn der Spieltag näher rückt, wollen alle fit sein, jeder zum Einsatz kommen, kneifen gilt nicht. Eine heikle Aufgabe für Coach Antwerpen, zu erkennen, wer wirklich fit ist und wer nicht.

KSC personell überraschen

Um etwas den Druck von seiner Mannschaft zu nehmen, lobte er den Gegner, den Tabellenzweiten aus Karlsruhe, über den grünen Klee. Gute Organisation, starke Defensive, großes Selbstbewusstsein nach Siegesserie, herausragende Standards mit Marvin Wanitzek und dem Ex-Preußen Marc Lorenz. Und: „Ich hätte lieber vor sieben Wochen gegen den KSC gespielt.“ Ein Loblied, hätte Marco Antwerpen gekonnt, wäre es ein mehrstimmiger Kanon geworden.

Video-Vorbericht: Interview mit Chefcoach Marco Antwerpen und Kevin Rodrigues Pires

Dann aber, und das war vor dem Abschlusstraining die entscheidende Wendung, erklärte der 47 Jahre alte Fußballlehrer, dass er natürlich das Feld nicht kampflos räumen und wie immer seine Mannschaft ganz auf Sieg einstellen wird. Der Schlüssel, so Antwerpen: „Absolut, nur: Es wird nur über die Defensive gehen.“

Gegner-Check

Zweiter gegen Fünfter – jawohl: Das Prädikat „Spitzenspiel“ trifft es wohl. Die Tendenz spricht dabei allerdings für den Ex-Bundesligisten aus dem Badischen. Mit vier Siegen in Folge hat sich der KSC nach vorne und am vergangenen Wochenende an den Preußen vorbeigespielt. Trainer Alois Schwartz wartet mit einer klitzekleinen Verletztenliste auf, die zudem auch nur mit zwei Spielern aus der zweiten Reihe besetzt ist: Justin Möbius und Alexander Groiß spielen nicht mit, weil sie verletzt sind – auch gesund hätten sie wohl nicht auf dem Platz gestanden. Da nämlich haben sich die zuletzt so zuverlässigen Leistungsträger bewährt: Angeführt wird die Truppe vom brasilianischen Abwehrrecken Daniel Gordon und Routinier und Drittliga-Rekordtorschütze (127) Anton Fink in der Spitze. Für die aktuellen Tore sorgt zuverlässig Marvin Pourie, der bereits neun Mal erfolgreich war. Noch nicht in Drittliga-Form ist der frische Neuzugang Sercan Sararer, der seit Mitte der Woche zum Kader gehört. Ist nicht mehr Winnie Schäfer. Der Mann, der einem immer noch als Erstes einfällt, wenn man an den KSC denkt. Aktuell ist Alois Schwartz am Ruder, der zuvor bereits in Sandhausen und beim damaligen Zweitligist 1. FC Nürnberg an der Seitenlinie stand. Seit gut einem Jahr ist er nun in Karlsruhe im Amt. Die Preußen spielen auf einer Baustelle. Der Karlsruher Wildpark wird zu einer 34 000 Zuschauer fassenden, modernen Fußball-Arena umgebaut – und der Ball rollt derweil unbeirrt weiter. Nach dem Spiel gegen die Würzburger Kickers wurden die Blöcke A1 bis A4 abgerissen, Zuschauer durften die alten Sitzschalen als Souvenir direkt mit nach Hause nehmen. Dabei sind allerdings auch gleich die verwitterten Blockschilder nebst dazugehörigen Pflöcken verschwunden. Schade: Die sollten eigentlich im neuen Stadion oder in einem Museum als Erinnerung an alte Zeiten weiter verwendet werden.

...

Deshalb war er froh, dass der zuletzt starke und wortreiche Abwehr-Organisator Ole Kittner seine Gelb-Sperre abgebrummt hatte. Simon Scherder, gegen Halle (1:2) mit einem schweren Fehler beim 0:1, könnte aber in der Mittelfeldzentrale als zusätzlicher Stabilisator neben Kevin Rodrigues Pires zum Einsatz kommen. Letztgenannter meldete sich in den Übungseinheiten am Donnerstag und Freitag zurück, er ist aktuell unverzichtbar auf der „Sechser-Position“.

Eine „Wundertüte“ bleibt aber die Zusammensetzung der Offensive. Antwerpen will das Positive nutzen: Vielleicht kann er den KSC personell überraschen.


SC Preußen Münster: Schulze Niehues – Schweers, Kittner, Borgmann – Scherder, Rodrigues Pires – Hoffmann, Kobylanski, Heinrich - Rühle.

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