Fußball: 3. Liga
Alle gegen Jablonski – Preußen Münster geht beim Karlsruher SC mit 0:5 unter

Karlsruhe -

Beim 0:5 in Karlsruhe kassierte der SC Preußen Münster am Samstag seine bislang höchste Niederlage in Liga drei. Der Schuldige war schnell ausgemacht: Schiedsrichter Sven Jablonski.

Sonntag, 09.12.2018, 14:10 Uhr aktualisiert: 10.12.2018, 19:26 Uhr
Erklärungsbedarf: Schon beim ersten Elfmeterpfiff stellte fast die komplette Preußen-Elf mit Philipp Hoffmann (von links), Fabian Menig, Sandrino Braun, Lion Schweers, Martin Kobylanski, René Klingenburg und Ole Kittner Schiedsrichter Sven Jablonski (2.v.r.) zur Rede. Ergebnislos.
Erklärungsbedarf: Schon beim ersten Elfmeterpfiff stellte fast die komplette Preußen-Elf mit Philipp Hoffmann (von links), Fabian Menig, Sandrino Braun, Lion Schweers, Martin Kobylanski, René Klingenburg und Ole Kittner Schiedsrichter Sven Jablonski (2.v.r.) zur Rede. Ergebnislos. Foto: Jürgen Peperhowe

Normalerweise lässt ein Fußballspiel mit dem Endstand 5:0 keine Fragen offen. Die eine Mannschaft bärenstark, die andere Mannschaft grottenschlecht. Als der Karlsruher SC den SC Preußen Münster genau mit diesem Ergebnis auf die Heimreise schickte, der höchsten Niederlage des SCP seit dem Aufstieg in die 3. Liga im Jahr 2011, war der Schuldige ein anderer, der 23. Mann: Schiedsrichter Sven Jablonski . Münsters Coach Marco Antwerpen umschiffte das Wort „Skandal“, aber auch nur das, er ließ kein gutes Haar am Spielleiter aus Bremen.

„Unfassbar, da fehlen mir die Worte eigentlich“, erklärte der 47-Jährige nach der Partie. Nach langweiligen 30 Minuten ohne Chancen auf beiden Seiten, als der defensive Plan des SCP ohne großes Federlesen aufgegangen war und eindeutig in Richtung klassisches 0:0-Spiel lief, nahm das Unheil seinen Lauf. Innerhalb von nicht einmal zehn Minuten war der SCP ausgeknockt, das Spitzenspiel entschieden. Schiedsrichter Jablonski gab zwei mehr als umstrittene Foulelfmeter gegen Münster.

Kommentar

Der SCP in gefährlichem Fahrwasser. Die überragende erste Serie droht verwässert zur werden. Nur vier Punkte aus den letzten fünf Partien – Kontaktverlust zu den Aufstiegsrängen droht. Diese Ausgangssituation hat sich die Antwerpen-Elf hart erarbeitet. Zwei Siege gegen Zwickau und Köln wären nun nicht nur gut für Punktekonto und Tabelle, sie würden auch Schwung fürs neue Jahr geben. Von Euphorie sollte man dabei noch nicht sprechen. Aber für den SCP ist vieles möglich.

...

Und das kam so: Lion Schweers und Marvin Pourie zupften sich vorsichtig gegenseitig am Trikot, fast immer ungeahndetes Tagesgeschäft im Strafraum, doch der KSC bekam den Strafstoß. Anton Fink schoss nicht gut, aber Torwart Max Schulze Niehues musste hinter sich greifen.

Keine fünf Minuten später bewertete Jablonski ein Tackling von Ole Kittner an dem Ex-Preußen Marc Lorenz sofort rot-würdig. „Er trifft mich von hinten ganz klar an der Wade, bewerten kann ich es nicht“, erklärte Lorenz. Das machte der Referee und jagte Münsters Abwehrchef vom Feld.

Drei Fragen an: Ole Kittner

Zwei Rote Karten in der Zweitliga-Saison 2010/11 für den TuS Koblenz, jetzt die dritte für Abwehrchef Ole Kittner.Wie fällt Ihre Bilanz nach dem 0:5 aus?Kittner: Unfassbar. Das ist aus dem Ruder gelaufen.War das eine berechtigte Rote Karte?Kittner: Im gleichen Angriff gibt es davor einen Check eines Karlsruhers an Pires, der Schiedsrichter pfeift das eben nicht. Mein Foulspiel war ein Allerwelts-Foul, niemals eine Rote Karte. Ich erwische Lorenz gar nicht richtig. Es stimmt, ich komme von hinten, treffe ihn aber nicht voll. Foul ja, vielleicht noch eine Gelbe Karte weil ich den Angriff unterbinde, aber mehr sicher nicht.Wenn das stimmt, machen Sie dann Marc Lorenz einen Vorwurf, dass er so theatralisch fällt?Kittner: Nein. Er holte das meiste aus dieser Situation raus für seinen Club, absolut keinen Vorwurf an Marc. Doch das war extrem bitter alles. Es fällt mir schwer zu analysieren, unser Match-Plan ist bis zum 0:1 voll aufgegangen.

...

Wenig später war es Sandrino Braun, der den Ball an der Strafraumgrenze klären wollte, dem aber Marvin Pourie von hinten in die Aktion fuhr und beim Schussversuch des Preußenspielers getroffen fiel. Wieder zeigte Jablonski auf den Punkt, Lorenz verwandelte sicher zum 2:0. Drei, vier Meter daneben, praktisch ein, zwei Atemzüge zuvor rammte KSC-Abwehrchef Daniel Gordon seinem Gegenspieler Kevin Rodrigues Pires ungestraft den Ellenbogen ins Gesicht. Damit war die Partie in Karlsruhe entschieden, der Doppelpack von Bural Camoglu sowie das 5:0 von Marvin Pourie unterstrichen nur, dass der KSC die Vorteile im Stile eine Spitzen-Elf nutzte.

„Der Schiedsrichter greift gravierend in diese Partie ein. Das sind jetzt zwölf krasse Fehlentscheidungen gegen uns nach 18 Spieltagen“, kramte Antwerpen die interne Buchführung der Preußen hervor. Schon in der Pause redet der SCP-Coach auf das Schiedsrichtergespann ein. Nach dem Ende wurde Antwerpen noch deutlicher: „Er sollte erstmal wieder in der Regionalliga pfeifen, seine Leistung hatte mit Bundesliga gar nicht zu tun. Ich habe ihm angeboten, dass er mich anruft. Er kann sich dann bei uns entschuldigen“. Das war wohl nur noch blanker Zynismus. Denn Jablonski wird nicht in der Preußen-Geschäftsstelle anrufen und sich zur Trainerkabine durchstellen lassen. Das ist kaum anzunehmen.

Karlsruhes Trainer Alois Schwartz sprach derweil von einem am Ende hochverdienten Sieg, und forderte Antwerpen nonchalant auf, solche Elferentscheidung einfach mal hinzunehmen. Antwerpen provozierte das zu einem lauten Lacher. Wer den Schaden hat, muss für den Spott nicht sorgen.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6245309?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F216%2F
Stadt baut weitere Polleranlagen
Wird in Kürze fertiggestellt: Sicherheitspoller-Anlage an der Löerstraße zwischen Karstadt und Stubengassen-Bebauung. Weitere Anlagen werden bis 2021 in der Innenstadt gebaut.
Nachrichten-Ticker