Fußball: 3. Liga
Doch Angst vorm schwarzen Mann? Preußen-Ärger nach 0:5 nicht verraucht

Münster -

Der Ärger ist bei Preußen Münster noch lange nicht verraucht. Der Fußball-Drittligist ist nach der 0:5-Auswärtspleite beim Karlsruher SC angefasst, jetzt soll auch noch Abwehrchef Ole Kittner für drei Spiele gesperrt werden. Sportchef Malte Metzelder sucht auch deshalb den Dialog mit dem DFB.

Montag, 10.12.2018, 19:26 Uhr aktualisiert: 11.12.2018, 09:24 Uhr
Men in black: SCP-Trainer Marco Antwerpen trifft bereits in der Halbzeitpause auf der Schiedsrichtergespann um Sven Jablonski, der auch Kevin Rodrigues Pires die Gelbe Karte zur Verwarnung zeigte.
Men in black: SCP-Trainer Marco Antwerpen trifft bereits in der Halbzeitpause auf der Schiedsrichtergespann um Sven Jablonski, der auch Kevin Rodrigues Pires die Gelbe Karte zur Verwarnung zeigte. Foto: Jürgen Peperhowe

Woche für Woche, Spieltag für Spieltag arbeitet sich der frühere Erstliga-Referee Babak Rafati für das Portal „liga3online.de“ an strittigen Entscheidungen ab. Exemplarisch sucht der 48-Jährige besonders auffällige Momente aus. Und genau an dieser Stelle könnten auch Verschwörungstheoretiker voll auf ihre Kosten kommen. Denn der SC Preußen Münster führt an dieser Stelle die 3. Liga an. Mittlerweile haben sich die Benachteiligungen in Form von nicht gegebenen Strafstößen, verhängten Platzverweisen oder dem Gegner vorenthaltenen Feldverweise sowie gegen den SCP verhängte Elfmeter auf ein glattes Dutzend angestaut.

Höhepunkt für die Preußen war das 0:5 beim Karlsruher SC am Samstag, als beim Spielstand von 0:0 zwei fragwürdige Elfmeter und eine umstrittene Rote Karte ( Ole Kittner) verhängt wurden. Nach dem 2:0, als Schiedsrichter Sven Jablonski die Preußen zum Anstoß bat, war nach knapp 40 Minuten die Partie entschieden. Der Rest war Schaulaufen für Karlsruhe, Münster zog bedröppelt ab. Das miese Wetter auf der Rückfahrt entlang der Sauerland-Linie passte dazu.

Karlsruher SC - Preußen Münster

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  • Luftduell zwischen René Klingenburg und Marvin Wanitzek.

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  • Das frühe Rot gegen Münsters Ole Kittner.

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  • Aufgeheizte Stimmung nach der Schiedsrichter-Entscheidung.

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  • Der Verzweiflung nahe: SCP-Coach Marco Antwerpen.

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  • Hier noch im Spiel: Ole Kittner (gegen Marc Lorenz).

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  • Die Preußen haben Diskussionsbedarf mit Schiedsrichter Sven Jablonski.

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  • Weiteres Luftduell zwischen René Klingenburg und Marvin Wanitzek.

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  • In der Startelf: Tobias Warschewski.

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  • Gelb für Preußens Rodrigues Pires.

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  • Martin gegen Marvin: Kobylanski setzt sich gegen Wanitzek durch.

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  • Tobias Rühle gegen Marvin Wanitzek und David Pisot.

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  • Schiedsrichter Sven Jablonski greift zum roten Karton.

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  • Außer sich: SCP-Trainer Marco Antwerpen.

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  • Alle Preußen-Proteste sind zwecklos.

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  • Martin Kobylanski kämpft gegen David Pisot.

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  • Unzufrieden: Marco Antwerpen.

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  • Ein weiterer Blick auf die Platzverweis-Szene.

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  • Ole Kittner ...

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  • ... verlässt das Spielfeld.

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  • Marco Antwerpen im Gespräch mit den Unparteiischen.

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  • SCP-Keeper Maximilian Schulze Niehues klärt vor Marvin Pourié.

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  • SCP-Trainer Marco Antwerpen.

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  • Sandrino Braun im Duell mit Manuel Stiefler.

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  • Bedient: Lion Schweers.

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  • Fassungslos: Preußen-Coach Marco Antwerpen.

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  • Am Boden: Martin Kobylanski.

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  • Können es kaum fassen: Lion Schweers und Simon Scherder.

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  • Marco Antwerpen und Schiedsrichter Sven Jablonski.

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  • Ex-Preuße Marc Lorenz bejubelt sein Elfmeter-Tor.

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  • Burak Camoglu kommt vor Philipp Hoffmann an den Ball.

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  • SCP-Coach Marco Antwerpen (l.).

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  • Kopfballsieger: Jannik Borgmann gegen Manuel Stiefler.

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  • Maximilian Schulze Niehues, Simon Scherder, Philipp Hoffmann und René Klingenburg nach Spielschluss.

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  • Am Ball: Manuel Stiefler (KSC).

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  • Weiß auf blau: das Endresultat.

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Buhmann Jablonski

Jablonski wurde so zum Buhmann der Preußen. Er, der zuvor in sieben Partien seit 2010 Partien Münsters geleitet hatte. Noch in der Regionalliga beim 2:1-Sieg der Preußen in Verl war er 2010 erstmals im Einsatz. In sechs Partien in der 3. Liga konnte der SCP nur wenig am Referee aus Bremen aussetzen, die Bewertung nach Schulnoten variierte zwischen 2 und 3,5, also gut bis befriedigend minus. Geht schlimmer, am Samstag gab es einen blauen Brief: Fünf minus, setzen.

Kittner und Sportchef Malte Metzelder suchten den Schiedsrichter in Karlsruhe noch in der Umkleidekabine auf und schilderten ihre Sicht der Dinge. Vom DFB gab es bereits die Strafe für den Abwehrchef der Preußen, drei Partien soll er aussetzen, weil er Marc Lorenz von hinten von den Beinen geholt hat. Damit würde er erst am 1. Februar im Heimspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern wieder mit von der Partie sein können. „Wir sind damit nicht einverstanden“, sagte Metzelder am Montag, die Preußen legen Einspruch ein. Ähnlich häufig wie der SCP wurden im Übrigen auch noch Hansa Rostock und der TSV 1860 München benachteiligt.

Dialog mit dem DFB?

„Uns beunruhigt die Fülle der Fehlentscheidungen. Wir wollen deshalb mit dem DFB auch in den Dialog treten“, meinte Metzelder. Wie gesagt, zwölf Fehlentscheidung allein in der Bewertung von Rafati. Nur mal angenommen, der SCP hätte gegen Jena (1:2) und Halle (1:2) einen berechtigten Elfmeter zugesprochen bekommen, wären Punktegewinne möglich gewesen.

Im Übrigen findet sich der SCP auch im Ranking an erster Stelle wieder, wenn es um Vorteilnahme aus strittigen Situationen geht. Nicht einmal in dieser Saison, so die Analyse von „liga3online.de“, sei das der Fall gewesen. Profiteure von Fehlentscheidungen gibt es auch, der 1. FC Kaiserslautern mindestens acht Mal, Energie Cottbus, die Würzburger Kickers und – hier zumindest ausgleichend – München auch.

„Müssen uns positionieren“

Die Gefahr, dass der SC Preußen und Trainer Marco Antwerpen nun als „Jammerer“ und „Nörgler“ abgestempelt werden, oder gar auf eine „ungeschriebene schwarze Liste“ der Drittliga-Referees rutschten nach der Kritik von Karlsruhe, befürchtet Metzelder nicht: „Die Fehlentscheidungen von Karlsruhe sind nicht nur unser subjektives Empfinden. Wir wollen das nicht in verpasste Punkte umrechnen, aber wir müssen uns positionieren.“

Coach Antwerpen hat da schon gerechnet, sieht gut und gerne sechs Punkte weniger auf der Habenseite. Nur mal angenommen: Mit diesen sechs Punkten mehr wäre das Rang zwei. Antwerpen: „Das konterkariert die gesamte Saison.“

Einzelkritik: Karlsruher SC - Preußen Münster

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  • Torwart Max Schulze Niehues, Note 3,5, hatte eigentlich nicht so viel zu tun. Beim ersten Elfmeter, schwach geschossen von Anton Fink, sah der SCP-Schlussmann nicht gut aus, den hätte er vielleicht sogar abwehren können.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Rechtsverteidiger Fabian Menig, Note 3,5, ackerte in der ersten halben Stunde wie ein Pferd, kam gefrustet nach der Partie in die Kabine und verstand die Welt nicht mehr, nachdem er mehrfach überhart gefoult worden war.

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  • Innenverteidiger Lion Schweers, Note 3,5, konnte keine Schuld am ersten Elfmeter gegeben werden. Eigentlich ein ganz normaler Auftritt von ihm.

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  • Innenverteidiger Ole Kittner, Note 3,5, hätte für die Rote Karte eigentlich eine 5 verdient. Aber die Rote Karte gegen ihn war ein Witz. Bis zum Platzverweis hatte er alles im Griff, wie geplant.

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  • Linksverteidiger Philipp Hoffmann, Note 3,5, machte sein Ding auf ungewohnter Position, rückte später ins rechte Mittelfeld. War schon okay alles.

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  • Mittelfeldspieler Sandrino Braun, Note 3, gewann bei seiner Rückkehr in die Startelf gerade anfangs einige wichtige Zweikämpfe. Braun hatte keine Anpassungsschwierigkeiten, das war ordentlich.

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  • Mittelfeldspieler René Klingenburg, Note 3,5, war vor Pause eher unscheinbar, kämpfte aber 90 Minuten lang um jeden Ball - und war ratlos wie alle anderen Adlerträger auch.

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  • Mittelfeldspieler Kevin Rodrigues Pires, Note 3,5, kassierte für sein erstes Foul gleich die Gelbe Karte und wandelte bei diesem Schiedsrichter auf dünnem Einsatz. Blieb deshalb nach der Pause in der Kabine. Ganz zu Beginn der Partie hatte „KRP“ eine starke Szene, als er zwei KSC-Spieler im eigenen Strafraum narrte.

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  • Angreifer Tobias Rühle, Note 3,5, versuchte wie immer einiges. 

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  • Angreifer Martin Kobylanski, Note 3,5, organisierte in der ersten halben Stunde die wenigen Preußenangriffe, kein leichter Job bei der ungewohnt defensiven Ausrichtung des SCP. 

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  • Angreifer Tobias Warschewski, Note 4, lief als einziger Preuße in der Startphase etwas hinter der Musik her. Musste zur Pause raus.

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  • Einwechselspieler Lucas Cueto, Note 3,5, kam in der 46. Minute für Tobias Warschewski und hatte durchaus gute Momente bei Kontern.

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  • Einwechselspieler Simon Scherder, Note 3, kam in der 46. Minute für Kevin Rodrigues Pires und stabilisierte den SCP in der zweiten Hälfte in Unterzahl. Jenseits der Niederlage tut ihm Spielpraxis gut.

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  • Einwechselspieler Jannik Borgmann, keine Note, kam in der 63. Minute für Tobias Rühle und sollte den Defensivverbund verstärken, was auch gelang.

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