Fußball: 3. Liga
Preußen kassieren gegen Zwickau dritte Pleite am Stück

Münster -

Die Preußen stecken in einer kleinen Krise. Zum dritten Mal in Folge verloren die Münsteraner. Beim 0:2 (0:2) gegen den FSV Zwickau vergaben die Hausherren ohne Ende Großchancen und stellten sich hinten schlecht an.

Samstag, 15.12.2018, 16:12 Uhr aktualisiert: 16.12.2018, 13:17 Uhr
Fußball: 3. Liga: Preußen kassieren gegen Zwickau dritte Pleite am Stück
Foto: Jürgen Peperhowe

Nichts Neues, aber auch nichts Gutes für Preußen Münster brachte der Samstagnachmittag. Beim 0:2 (0:2) gegen den FSV Zwickau haderten die Adlerträger mal wieder mit dem (diesmal aber nicht entscheidenden) Schiedsrichter, sie kassierten die dritte Niederlage hintereinander und sahen sich zudem mit einer enttäuschenden Zuschauerzahl (4976, Saisonminusrekord) konfrontiert. Die vielen eigenen Tormöglichkeiten blieben ungenutzt, am Ende war das durchaus bemühte Team ratlos. Mit konzentrierter Abwehrarbeit nahmen die Ostdeutschen drei einfache Punkte mit.

„Wir haben die ersten beiden Tore hergeschenkt“, sagte Kapitän Simon Scherder , der an beiden Treffern beteiligt war und weiter seine Form sucht. „Gegen einen abwehrstarken Gegner wird es dann schwer. Wir brauchen jetzt wieder defensive Stabilität.“

Der Gastgeber begann mit gleich vier Änderungen, zwei davon in der Viererkette, wo Scherder für den gesperrten Ole Kittner auflief und Benjamin Schwarz links sein Saisondebüt feierte, womit er Philipp Hoffmann ersetzte. Tobias Warschewski und Sandrino Braun rückten auf die Bank, Lucas Cueto und Philipp Müller kamen neu ins Team, das in einem Dreiersturm formiert war.

Zwickau stellt Münsters Aufbau zu

Zwickau lief bemerkenswert früh an, stellte den Aufbau der Münsteraner damit zu und hatte so schnell Erfolg. Scherder klärte eine harmlose Hereingabe völlig unzureichend in die Füße von Anthony Barylla . Der packte allerdings auch einen buchstäblichen Sonntagsschuss aus und jagte das Leder aus 24 Metern formvollendet ins kurze Eck (5.). Was für ein Minusbeginn für den SCP.

SC Preußen Münster - FSV Zwickau

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  • Kampf am Boden: René Klingenburg gegen Davy Frick.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Zwickaus Christian Bickel versucht, an der Preußen-Mauer vorbeizukommen.

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  • SCP-Coach Marco Antwerpen sucht mal wieder das Gespräch mit einem Schiedsrichter.

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  • Simon Scherder vergibt eine Chance gegen Davy Frick.

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  • Lion Schweers kommt vor Zwickaus Keeper Johannes Brinkies an den Ball.

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  • Duell zwischen René Klingenburg und Davy Frick.

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  • Zweikampf: Nils Miatke behält gegen Fabian Menig die Oberhand.

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  • Ratlos am Rand: Marco Antwerpen.

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  • Ronny König stoppt René Klingenburg.

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  • Die Anzeigetafel verkündet die Minuskulisse.

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  • Ronny König bleibt Kopfballsieger.

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  • Zwickaus René Lange tauscht sich mit dem gegnerischen Trainer aus.

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  • Benjamin Schwarz beim Einwurf.

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  • Ronny König bremst René Klingenburg aus.

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  • Zum Wegschauen: SCP-Trainer Marco Antwerpen.

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  • Zweikampf zwischen Benjamin Schwarz und Ronny König.

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  • FSV-Trainer Joe Enochs und Preußens Kurtulus Özturk im Gespräch mit Schiedsrichter Frank Willenborg.

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  • Zwickauer Torjubel.

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  • René Klingenburg nach einer vergebenen Torchance.

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  • Geknickt: Tobias Warschewski.

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  • Die Verlierer-Mannschaft nach dem Schlusspfiff.

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  • Tobias Rühle versucht, sich gegen Nico Antonitsch durchzusetzen.

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  • René Klingenburg im Kopfballduell.

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Der Kapitän hätte seinen Lapsus beinahe zehn Minuten später wieder wettgemacht. Nach einem Freistoß von Martin Kobylanski landete der Ball vor seinen Füßen, doch FSV-Keeper Johannes Brinkies rettete mit einer super Parade (15.). Scherders Nachmittag blieb ein gebrauchter. Vor dem zweiten Zwickauer Tor ließ er sich von Ronny König zu leicht abschütteln, der trockene Abschluss ins kurze Eck rief bei Keeper Max Schulze Niehues keine Reaktion hervor, auch weil Lion Schweers das Leder wohl noch leicht abfälschte – 0:2 (21.). Vorausgegangen war ein Ballverlust in der Spieleröffnung von Kevin Rodrigues Pires.

Die Hausherren hatten kurz danach durch Schweers (29.) - eine riesige Gelegenheit - und Tobias Rühle (36.) zwei Megachancen zum Anschluss, doch sie schossen erst Brinkies und dann Toni Wachsmuth an. Das war kaum zu glauben. Auf der anderen Seite besaß der Gast durch Mike Könnecke (31.) und Morris Schröter (34.) gute Möglichkeiten, die Schulze Niehues vereitelte.

Hektische Schlussphase der ersten Halbzeit

Richtig hektisch wurde es in der Schlussphase des ersten Durchgangs. Plötzlich schoss sich alles auf Referee Frank Willenborg ein, der keinen leichten Stand hatte. Ein Halten von Wachsmuth gegen Scherder im Sechzehner ahndete er nicht, im Gegenzug aber kurz vor dem Strafraum einen Rempler von Rodrigues Pires gegen Schröter (42.). Die Tribüne und die Gegengerade tobten. Als auch noch Zwickaus Co-Trainer Danny König den Ball wegdrosch, wurde es richtig wild. Der Assistent von Coach Joe Enochs musste hinter die Absperrung. Half dem SCP aber auch nicht. Ein bitterer erster Abschnitt ging zu Ende.

Einzelkritik: SC Preußen Münster – FSV Zwickau

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  • Torwart Max Schulze Niehues, Note 3,5, musste bereits zwei Mal hinter sich greifen, ehe er den ersten Ball abwehren konnte. Komische Partie für einen Torwart.

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  • Rechtsverteidiger Fabian Menig, Note 5, fand vor der Pause praktisch nicht statt, ganz schwach, ohne jeden Akzent.

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  • Innenverteidiger Lion Schweers, Note 3, einzige Konstante in der Abwehr, hatte auch die Riesenchance zum 1:2, die er vergab.

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  • Innenverteidiger Simon Scherder, Note 5, war an den ersten beiden Toren maßgeblich beteiligt, verunsichert und gehemmt. Verpasste zudem aus kurzer Distanz den Ausgleich zum 1:1, der Pechvogel der Partie. Er steckt im Leistungstief.

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  • Linksverteidiger Benjamin Schwarz, Note 3,5, hatte Anpassungsprobleme vor der Pause, auch in Kooperation mit Lucas Cueto. Steigerte sich aber Stück für Stück.

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  • Mittelfeldspieler Kevin Rodrigues Pires, Note 4, musste sich in Teilen das 0:2 zuschreiben lassen, weil er den Ball in der eigenen Hälfte verlor. Ansonsten bemüht um Spielaufbau und Pässe in die Tiefe.

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  • Mittelfeldspieler Martin Kobylanski, Note 3,5, wollte das Spiel regeln, aber wie viele andere Offensivkräfte anfangs zu verhalten. Später besser, aber ohne Durchschlagskraft in seinen Aktionen.

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  • Mittelfeldspieler René Klingenburg, Note 3, war vor der Pause auf der Suche nach seiner Aufgabe, versuchte alles auf einmal, was natürlich nicht gelang. Aber immer noch der beste Preuße, hatte zwei gute Chancen zum Anschlusstreffer. Wehrte sich am stärksten von allen.

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  • Mittelfeldspieler Philipp Müller, Note 4,5, fand nicht statt vor der Pause, danach auch nicht. Schwache Partie.

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  • Mittelfeldspieler Lucas Cueto, Note 4, mit Benjamin Schwarz überhaupt nicht eingespielt auf der linken Seite, wählte meist die falsche Entscheidung. Nach dem Wechsel wurden seine Aktionen besser.

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  • Angreifer Tobias Rühle, Note 4, rackerte wie immer, aber das mit vielen überhasteten Aktionen, hatte die Chance zum 1:2. Einer der wenigen, der sofort auf Betriebstemperatur war. Immerhin.

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  • Einwechselspieler Moritz Heinrich, Note 3, regelte das auf der rechten Mittelfeldseite wesentlich besser als Fabian Menig, den er ersetzte. Machte seiner Defensivaufgaben ordentlich und setzte ein paar gute offensive Akzente.

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  • Einwechselspieler Tobias Warschewski, Note 3,5, kam für Kevin Rodrigues Pires, ihm fehlten die Anspiele, ihm fehlten aber auch Dribblings, die man von einem Angreifer erwarten kann. Hängte sich aber voll rein.

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  • Einwechselspieler Philipp Hoffmann, keine Note, durfte nur kurz ran für Tobias Rühle, als die Partie längst bei einem 0:2-Rückstand festgefahren war.

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Mit Moritz Heinrich auf ungewohnter Position hinten rechts für Fabian Menig ging es nach der Pause weiter. Und mit einer ersten kleinen Cueto-Chance (47.), wieder geblockt von Wachsmuth. Noch dramatischer die Szene kurz darauf: Flanke Schwarz, Verlängerung Kobylanski – doch René Klingenburg drückte die Kugel Brinkies aus drei Metern in die Arme statt ins Tor (51.). Der Mittelfeldspieler verpasste zudem nach einem Kobylanski-Standard knapp (63.). Pech hatte der gerade eingewechselte Tobias Warschewski, als er nach Kobylanskis Freistoß den Ball an die Unterkante der Latte köpfte (65.). Die Sachsen verteidigten zwar gut, hatten aber aufgrund ihrer körperlichen Überlegenheit bei langen Bällen und Standards oft auch leichtes Spiel. Nach vorne kam dagegen nur noch wenig bis nichts von ihnen. Die Preußen hätten an diesem Tag noch Stunden spielen können. Am Ende probierten es Cueto (80.) und Heinrich (81.) noch mit Fernschüssen. Auch das fruchtete nicht.

Der Schiedsrichter trug diesmal nicht die Schuld. Förderlich war die Diskussion der vergangenen Woche allerdings offenbar nicht. Mit der dritten Niederlage am Stück hat sich der SCP wohl für längere Zeit (oder endgültig) aus der Spitzengruppe verabschiedet, der Blick geht ins Mittelfeld. Tristesse kurz vor den Feiertagen ist angesagt an der Hammer Straße.

SCP: Schulze Niehues – Menig (46. Heinrich), Schweers, Scherder, Schwarz – Rodrigues Pires (61. Warschewski) – Klingenburg, Kobylanski – Müller, Rühle (75. P. Hoffmann), Cueto

FSV: Brinkies – Barylla, Wachsmuth, Antonitsch, Lange – Schröter (86. Bonga), Frick, Könnecke, Miatke (58. Kartalis) – Bickel (71. K. Hoffmann), König

Schiedsrichter: Frank Willenborg (Osnabrück)

Tore: 0:1 Barylla (5.), 0:2 König (21.)

Zuschauer: 4976

Gelb: Rodrigues Pires, Müller, Schweers / König, Barylla

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