Fußball: 3. Liga
Preußen erleben schwarzen Nachmittag in Cottbus

Cottbus -

Ein bisschen Pech und dann ganz viel Schlafmützigkeit brockten dem SC Preußen die 0:3 (0:3)-Schlappe bei Energie Cottbus ein. Die Lausitzer, zuvor Vorletzter, hatten die jüngsten fünf Heimspiele verloren. Die Münsteraner lieferten wertvolle Hilfe mit ihrer desolaten ersten Hälfte.

Samstag, 09.03.2019, 16:00 Uhr aktualisiert: 09.03.2019, 17:00 Uhr
Fußball: 3. Liga: Preußen erleben schwarzen Nachmittag in Cottbus
Foto: Steffen Beyer

Diese Vorstellung von Preußen Münster lieferte wenig Stoff, um von mehr als einem Mittelfeldplatz zu träumen. Das 0:3 bei Energie Cottbus geriet zur vielleicht schwächsten Saisonleistung, zumindest der erste Durchgang. 0:2 nach sieben Minuten, 0:3 nach 26 Zeigerumdrehungen, und dazu viele leichtsinnige Fehler und eine Zweikampf-Resistenz, wie sie diese Mannschaft bisher nie gezeigt hatte, waren die Zutaten für eine erschreckende Spielhälfte.

„Wären wir mit einem 0:1 in die Kabine gegangen, hätten wir uns neu sortieren können. Aber so…“, sagte Spielmacher Martin Kobylanski . „Vielleicht sind wir nach den vielen Spielen ohne Gegentreffer jetzt zurück auf dem Boden.“ Noch deutlicher wurde René Klingenburg: „Es ist unerklärlich. Ich dachte, wir wären weiter. Es sind aber ein paar Altlasten aus der Hinserie wieder aufgetaucht. Anscheinend kriegen wir keine Konstanz rein.“ Trainer Marco Antwerpen zeigte sich gefasst: „Wir brauchen einfach zu lange, um uns von solchen Rückschlägen zu erholen. Beim 0:3 waren wir im Prinzip schon raus. Nach der Pause haben wir einiges geändert. Wir wollten uns nicht abschießen lassen. Immerhin das hat geklappt.“

An seiner Startelf änderte Antwerpen im Vergleich zum 4:0 gegen Aalen vor einer Woche genau nichts. Taktisch wie personell. Auch der 18er-Kader blieb unverändert. Ein gutes Omen? Mitnichten. Die Partie begann denkbar schlecht. Einen Freistoß aus 18 Metern, also direkt vor der Strafraumkante, wollte Routinier Dimitar Rangelov aufs kurze Eck bringen, doch Fabian Menig fälschte den Ball unhaltbar in die andere Richtung ins eigene Netz ab (4.). Keeper Max Schulze Niehues, erstmals nach 356 Minuten geschlagen, war schon auf dem Weg zur anderen Seite. Doch nicht genug damit. Simon Scherder verlängerte eine Flanke von Fabio Viteritti unglücklich auf Marcelo de Freitas Costa, dessen direkte Hereingabe Streli Mamba nur noch über die Linie drücken musste (7.). Abseits war’s auch nicht, Niklas Heidemann hob es auf.

Energie Cottbus – Preußen Münster

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  • Für den SC Preußen Münster gab es im Stadion der Freundschaft nicht zu holen.

    Foto: Steffen Beyer
  • Bereits nach wenigen Minuten lag das Team von Trainer Marco Antwerpen bei Energie Cottbus mit zwei Toren zurück.

    Foto: Steffen Beyer
  • Am Ende stand ein klares 0:3.

    Foto: Steffen Beyer
  • Sehen Sie im Folgenden weitere Impressionen aus Cottbus.

    Foto: Steffen Beyer
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Lässt sich leicht sagen nach zwei schnellen Wirkungstreffern, aber Cottbus kaufte dem SCP in fast jedem Zweikampf den Schneid ab. Das Zwischenergebnis war natürlich genau nach dem Geschmack der Hausherren, die sich nun tief fallen und viel Zeit ließen, das entnervte den SCP früh. Ein erstes Lebenszeichen sendete Kobylanski aus, der bei Energie in der Jugend groß wurde und später auch für die Senioren spielte. Sein Freistoß aus 23 Metern klatschte aber nur an den Außenpfosten (20.).

0:3 nach 26 Minuten

Die Gäste taten sich dennoch schwer, gerade aus dem Spiel heraus. Der Aufsteiger konterte dazu noch passabel, so wurde das Anrennen zum Vabanquespiel. Bestes Beispiel: Lucas Cueto holte im Halbfeld der FCE-Hälfte einen Freistoß heraus, alles orientierte sich nach vorn. Doch Kobylanski schlug den Ball direkt in die Arme von Keeper Kevin Rauhut, der sofort den Gegenstoß einleitete. Linksverteidiger Lasse Schlüter setzte Daniel Bohl im Sechzehner ein, der Sandrino Braun ganz, ganz alt aussehen ließ und sofort abschloss – 3:0! Nach 26 Minuten. Schon jetzt konnte Münster ein Ei über diesen Nachmittag schlagen.

Einzelkritik: Energie Cottbus – Preußen Münster

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  • Max Schulze Niehues: Machtlos bei den Gegentoren eins bis drei und lange ohne Chance, sich auszuzeichnen. Rettete später einmal gegen Marcelo de Freitas Costa. Einige kleinere Schwächen mit dem Fuß. Note: 3,5

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Fabian Menig: Pechvogel, als er früh den Freistoß von Dimitar Rangelov ins eigene Tor abfälschte. Wehrhafter als andere, doch seine Seite bekam er auch mangels Unterstützung nie dicht. Einige technische Defizite. Note: 4

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Ole Kittner: Stiller Beobachter, oft ohne Schuld, wenn Energie Münsters Abwehr austanzte. Dirigierte viel, aber ohne Nutzen. Wagte kaum mal die Spieleröffnung. Trotzdem noch bester Feldspieler. Note: 3,5 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Simon Scherder: Das zweite Tor muss der Kapitän natürlich mit auf seine Kappe nehmen. Danach aber relativ stabil und mit ein paar guten Grätschen. Am Ende wieder etwas leichtsinnig. Note: 4,5

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Niklas Heidemann: Beim 2:0 hob er das Abseits auf. Nicht abgeklärt auf seiner Seite, eine Reihe falscher Entscheidungen und lange ohne Offensivdrang. Auch er wurde öfter alleingelassen. Note: 5 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • René Klingenburg: Der Aggressivleader war nicht oft zu sehen im ersten Abschnitt, tauchte zu selten in Zweikämpfen auf und lieferte keine Impulse. Nach dem Wechsel aber mit einer Steigerung. Note: 4,5

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Sandrino Braun: Viel zu viele Ballverluste, technische Unsauberkeiten, dazu fehlende Gradlinigkeit im Spiel nach vorne. Seine Nebenleute überließen ihm aber auch zu gern die Zweikampfführung. Das dritte Tor war vor allem sein Ding. Später auch noch eine unnötige Gelb-Rote Karte. Note: 5,5

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Tobias Rühle: Immer mit dem Rücken zum Tor, wenige Akzente. Sah sich oft zwei Verteidigern gegenüber. Seine Spielweise scheint immer öfter decodiert. Note: 5

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Martin Kobylanski: Beste Chance mit seinem Freistoß an den Außenpfosten, doch im Mittelfeld ansonsten zu oft neben dem Geschehen. Seine anderen Standards brachten diesmal auch nicht die erhoffte Gefahr. Note: 4,5

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Lucas Cueto: Der Dribbler versuchte als einziger Offensivspieler mal was, holte auch Freistöße heraus, ließ aber Zug zum Kasten vermissen und war in der Luft oftmals überfordert. Er braucht eben mehr Raum für sein Spiel. Note: 4,0

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Cyrill Akono: Praktisch komplett abgemeldet von der wuchtigen Energie-Innenverteidigung. Körperlich klar unterlegen, wich aber auch kaum auf die Flügel aus. Note: 5,0

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Philipp Hoffmann: Kurz nach der Pause eingewechselt und durchaus mit ein paar brauchbaren Antritten auf der ungewohnten linken Seite. Hätte sogar den Anschlusstreffer machen müssen. Note: 3,5

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Kevin Rodrigues Pires: Kam in Unterzahl für die letzten 20 Minuten und blieb unauffällig. Keine Note

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Rufat Dadashov: Kurzeinsatz mit ein paar vernünftigen Ballaktionen. Keine Note

    Foto: Jürgen Peperhowe

Nach einer halben Stunde fand der SCP etwas besser Zugriff, doch immer wieder verhinderten kleine Unaufmerksamkeiten ein gezieltes Angriffsspiel. Zur Wahrheit gehörte auch ein überaus bissiger und robuster Gegner, der einen hervorragenden Auftritt ablieferte. Schnörkellos und gradlinig ging es oft vorwärts. Scherder vereitelte mit seiner Hacke wohl das vierte Tor, als er Viterittis Schuss blockte (39.).

Kein Wechsel zur Pause

Zur Pause wechselte Antwerpen, wohl ganz bewusst, nicht. Kurz nach dem Wechsel aber löste Philipp Hoffmann dann Rühle ab. Cottbus unternahm keine Versuche mehr, den Vorsprung auszubauen. Die Münsteraner wirkten aktiver, wurden aber auch erst wesentlich später attackiert als im ersten Abschnitt. Zu klaren Chancen reichte das Übergewicht längst nicht. Einen bitteren Nachschlag lieferte schließlich noch die Ampelkarte gegen Braun, der sich im Mittelfeld ein taktisches Foul an Rangelov leistete (67.). Harte Entscheidung, aber nicht falsch.

Kurioserweise hatte Hoffmann kurz darauf die beste Szene aus dem Spiel. Einen langen Heidemann-Chip holte er gekonnt aus der Luft, doch dann spitzelte er den Ball am Kasten vorbei (73.). Auf der anderen Seite scheiterte de Freitas Costa erst an Schulze Niehues (74.) und bei der folgenden Ecke frei per Kopf (75.). Münsters Cueto zielte noch drüber (86.), auf der Gegenseite tat das Luke Hemmerich (88.) – danach hatte das trübe Treiben ein Ende. Vor der Nase hatten die Preußen aber noch sieben, acht Stunden Busfahrt. Und am Dienstag steht schon das Heimspiel gegen Hansa Rostock an.

FCE: Rauhut - Weidlich, R. Müller, Matuwila, Schlüter - de Freitas Costa (82. Holthaus), Gjasula, Bohl, Viteritti (68. Geisler) - Rangelov (74. Hemmerich), Mamba

SCP: Schulze Niehues - Menig, Kittner, Scherder, Heidemann - Klingenburg, Braun - Rühle (52. Hoffmann), Kobylanski (80. Dadashov), Cueto - Akono (70. Rodrigues Pires)

Schiedsrichter: Bibiana Steinhaus (Hannover)

Tore: 1:0 Rangelov (4.), 2:0 Mamba (7.), 3:0 Bohl (26.)

Zuschauer: 5248

Gelb: Rangelov

Gelb-Rot: Braun (67.)

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