Fußball: 3. Liga
Preußen Münster beendet englische Woche mit der dritten Schlappe

Wiesbaden -

Grau und ungemütlich: Ob sich das Wetter dem Spiel oder das Spiel dem Wetter angepasst hatte, ließ sich nach 90 Minuten nicht final klären. Eitel Sonnenschein zumindest sieht anders aus und fühlt sich anders an. Mit dem 0:2 (0:1) beim SV Wehen Wiesbaden kassierte Preußen Münster die dritte Niederlage binnen sieben Tagen und wandert in der Tabelle die nächste Stufe abwärts.

Samstag, 16.03.2019, 15:56 Uhr aktualisiert: 16.03.2019, 16:57 Uhr
Fußball: 3. Liga: Preußen Münster beendet englische Woche mit der dritten Schlappe
Das 1:0 für die Gastgeber durch einen Freistoß von Moritz Kuhn nach nur fünf Minuten. Foto: Jürgen Peperhowe

Augenmaß entschied dieses Drittligaspiel: Zum einen das Augenmaß, das Wiesbadens Moritz Kuhn nach fünf Minuten unter Beweis stellte, als er einen Freistoß in den Winkel des Preußentores zirkelte, zum anderen das Augenmaß, das Schiedsrichter Patrick Alt vermissen ließ, als er fünf Minuten später den Preußen einen klaren Elfmeter verweigerte. Zwei Weichensteller für eine Partie, die im Anschluss wie auf Schienen in die falsche Richtung lief.

Bereits nach zwei Minuten hatte der mitgereiste Preußen-Anhang direkt vor der Gästekurve den ersten Schreckmoment zu verarbeiten, als Simon Scherders mäßig geglückter Befreiungsschlag postwendend wieder bei den Platzherren landete und Wehens zehnfacher Saisontorschütze Manuel Schäffler am linken Pfosten lauernd Erfolgserlebnis Nummer elf nur um Zentimeter verpasste.

Immerhin war der Adrenalinspiegel schon mal eingepegelt, um drei Minuten später das 1:0 des SV Wehen ohne gesundheitsgefährdende Herz-Kreislaufprobleme wegstecken zu können: Freistoßschütze Moritz Kuhn zirkelte das Leder unhaltbar für Max Schulze Niehues in den Winkel. Damit hatte auch diese Partie genau den Auftakt, den es aus Preußensicht unbedingt zu vermeiden galt.

Wieder kein Strafstoß für Preußen

Immerhin reagierte das Team prompt und beherzt: Schon drei Minuten später setzte der agile Philipp Hoffmann sehenswert seinen Sturmkollegen Lukas Cueto in Szene, der im Strafraum dann nur mit einem klaren Foul gebremst werden konnte. Schiedsrichter Patrick Alt stand gut und reagierte prompt: Pfiff – und gelbe Karte für Cueto wegen einer Schwalbe. Statt Elfmeter also die elfte dokumentierte Fehlentscheidung in Sachen Strafstoß gegen den SCP. Neue Nahrung für Verschwörungstheoretiker, im besten Fall allemal eine schlimme Fehlentscheidung.

SV Wehen Wiesbaden – SC Preußen Münster

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  • Wiesbadens Keeper Markus Kolke rettet vor Lion Schweers.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Sandrino Braun im Duell mit Manuel Schäffler.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Unzufrieden am Rand: Coach Marco Antwerpen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Rufat Dadashov gegen Mrowca, Titsch und Dams.

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  • Das Elfmeter-Reklamieren bei Schiedsrichter Patrick Alt blieb erfolglos.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Der 1:0-Freistoß für die Gastgeber durch Moritz Kuhn.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Preußen-Trainer Marco Antwerpen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Am Boden: Rufat Dadashov.

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  • Wiesbadens Trainer Rüdiger Rehm.

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  • Das 2:0 für die Gastgeber durch Florian Hansch.

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  • Sebastian Mrowca im Zweikampf mit Philipp Hoffmann.

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  • Jubel der Gastgeber nach dem 2:0.

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  • Und noch einmal der Treffer von Florian Hansch.

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  • Gelb für Dadashov.

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  • Lucas Cueto verzweifelt...

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • ... und Lucas Cueto in Aktion.

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  • Trainer Antwerpen und Martin Kobylanski.

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  • Hängende Köpfe nach der neuerlichen Pleite.

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  • Fabian Menig im Duell mit Daniel-Kofi Kyereh.

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  • Ratlosigkeit ...

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  • ... nach der erneuten Schlappe.

    Foto: Jürgen Peperhowe

Marco Antwerpen hatte seine Tages-Aufstellung den saisonalen Krankheiten (Rene Klingenburg) und Gelb-Sperren (Kevin Rodrigues Pires) angepasst und beorderte den zuletzt eher defensiven Sandrino Braun nach abgesessener Gelbsperre ebenso ins Mittelfeld wie den zuletzt eher offensiven Martin Kobylanski. Hinten formierte sich eine Viererkette, vor der Simon Scherder als Bindeglied zum Kreativzentrum postiert wurde, vorne erhielt Rufat Dadashov wie schon im Spiel gegen Hansa Rostock den Vorzug vor Cyrill Akono. Philipp Hoffmann durfte von Anfang an ran, Lucas Cueto gab den dritten Mann im Offensivbereich. Und vor allem die Offensive war nach dem unglücklichen Fehlstart gefordert – und setzte sich vehement in Szene, ohne aber den entscheidenden Durchbruch zu landen. Viel Aufwand wurde betrieben, viel Energie verbraucht, viele Fleißpunkte wurden eingefahren – Torchancen waren leider Mangelware. Die hatte dagegen der SV Wehen. Die beste bot sich nach 34 Minuten erneut Torjäger Schäffler, der nach Kuhn-Ecke den Ball per Kopf an die Querlatte wuchtete. Die wackelte ein wenig, der Spielstand in der Folge und bis zur Pause nicht mehr.

Schlussoffensive bleibt eine Theorie

Den zweiten Durchgang erlebte Kapitän Simon Scherder dann nur noch von der Bank, für ihn rückte mit Tobias Rühle eine weitere Offensivkraft in die Partie. Für Scherder die Quittung für einen durchwachsenen Auftritt, für das Team gleichzeitig das Signal zur langen Schlussoffensive. So weit die Theorie. In der Praxis verbuchten dann allerdings die Gastgeber die nächsten Gelegenheiten – immer wieder initiiert vom überragenden Kuhn. Seinen Eckball (47.) verpassten die Kollegen noch knapp, seinen unwiderstehlichen Konter (53.) vollendete Kollege Nicklas Shipnowski dann mit einem gezielten Schuss an den Innenpfosten.

Einzelkritik: SV Wehen Wiesbaden – SC Preußen Münster

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  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Max Schulze Niehues (3): Bei beiden Toren machtlos, ansonsten erneut eine solide Vorstellung zwischen den Pfosten.

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  • Lion Schweers (3,5): Innenverteidiger mit solider Vorstellung, aber auch nicht der Schrecken der Wiesbadener Angreifer.

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  • Ole Kittner (2,5): Gewohnt stabiler Turm in der Schlacht. An ihm lag es nicht, dass auch die dritte Partie dieser englischen Woche in die Hose ging.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Simon Scherder (4): Die „Sechs“ ist nicht sein Spezialgebiet. Der Kapitän hatte Anlaufschwierigkeiten, seinen Platz vor der Abwehr zu finden. Nach 45 Minuten wurde er – auch zu Gunsten einer offensiveren Spielausrichtung – vorzeitig vom Platz genommen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Fabian Menig (4): Fleißpunkte sammelte der Rechtsverteidiger, erwischte aber nicht seinen besten Tag.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Sandrino Braun (2): Bestbezahlter Preuße, wenn es ums Kilometergeld geht. In der ersten Halbzeit schon viel unterwegs, im zweiten dann der Antreiber am und mit dem Ball. Leider ohne den verdienten Lohn.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Martin Kobylanski (4,5): Eine Halbzeit als Sechser, eine auf der „acht“ – aber keine davon auf besonders hohem Niveau. Kobylanski blieb unter seinen großen Möglichkeiten.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Niklas Heidemann (4): War hinten beschäftigt und hatte nach vorn wenig Substanzielles beizutragen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Philipp Hoffmann (3,5): Begann sehr stark und blieb bis zu seiner Auswechslung zumindest läuferisch auf der Höhe. Wurde aber zunehmend zur Randfigur einer durchschlagsschwachen Offensive.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Lukas Cueto (2,5): Holt einen Elfer raus und sieht dafür gelb – das ist Pech und nicht fair. Ansonsten ein vor allem kämpferisch und läuferisch sehr starker Auftritt. Eine glatte Eins, wenn Stürmer nicht an ihren Toren gemessen werden müssten.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Rufat Dadashov (4,5): Meilenweit von seiner Sieben-Tore-Form entfernt. Auch in Wiesbaden kein Abschluss, der in Erinnerung bleibt – geschweige denn ein Treffer.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Tobias Rühle (3): Auch für ihn gilt: Viel versucht – aber leider auch: wenig erreicht. Dennoch brachte er Schwung nach seiner Einwechslung.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Philipp Müller: Das Spiel war bereits entschieden, als er den Platz betrat.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Moritz Heinrich: Das Spiel war eigentlich schon beendet, als er den Platz betrat.

    Foto: Jürgen Peperhowe

Viel Glück in dieser Phase für die Preußen, die weiter unermüdlich Gas gaben – und damit vor allem Raum für die Konter der Gastgeber schufen. Einen davon nutzte Jules Schwadorf nach 67 Minuten. Vom linken Strafraumeck hob er das Leder mit viel Gefühl und – natürlich Augenmaß – über den herausgelaufenen Preußen-Keeper Max Schulze Niehues hinweg zum 2:0 ins Tor. Philipp Müller löste jetzt Namensvetter Philipp Hoffmann ab, an der drohenden Niederlage änderte dieser Wechsel jedoch ebenso wenig wie der von Moritz Heinrich in der Nachspielzeit für Dadashov.

Wiesbaden: Kolke - Kuhn, Mockenhaupt, Dams, Dittgen - Titsch Rivero, Mrowka - Shipnowski, Schwadorf (68. Diawusie) - Schäffler (65. Hansch), Kofi Kyereh (90. Schmidt)

Münster: Schulze Niehues - Menig, Schweers, Kittner, Heidemann - Scherder (46. Scherder)- Braun, Kobylanski - Hoffmann (68. Müller), Dadashov (90. Heinrich), Cueto

Tore: 1:0 Kuhn (5.), 2:0 Hansch (67.)

Gelbe Karten: Cueto, Schweers

Zuschauer: 2024

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