Fußball: 3. Liga
Preußen beenden bei 1860 München ihre Auswärtsmisere

München -

Vor ausverkauftem Haus beendete Preußen Münster am Samstagnachmittag beim TSV 1860 München seine Negativserie in der Fremde und gewann erstmals nach acht Versuchen wieder auswärts. Rufat Dadashov erzielte das einzige Tor beim 1:0 (1:0)-Erfolg an der Grünwalder Straße.

Samstag, 13.04.2019, 16:03 Uhr aktualisiert: 13.04.2019, 17:21 Uhr
Fußball: 3. Liga: Preußen beenden bei 1860 München ihre Auswärtsmisere
Torschütze Rufat Dadashov genießt seinen Treffer zum 1:0. Foto: Jürgen Peperhowe

Das dürfte wohl die Rettung für Preußen Münster gewesen sein. Durch einen verdienten 1:0 (1:0)-Sieg beim TSV 1860 München vergrößerte sich der Vorsprung auf die Abstiegsplätze fünf Spieltage vor Schluss auf acht Zähler. Ein hoch engagierter Auftritt mit gutem Pressing und viel Leidenschaft fand seine Belohnung nach einem Standardtreffer durch Rufat Dadashov.

„Darauf haben wir lange hingearbeitet auswärts“, sagte Trainer Marco Antwerpen. „Diesmal hat viel gepasst, aber wir waren gut auf den Gegner eingestellt. Es hat sich wieder bewahrheitet, dass es uns brutal in die Karten spielt, wenn wir 1:0 führen. Ein bisschen Glück war auch dabei, aber ich bin einfach nur froh, dass wir den Negativlauf in der Fremde beendet haben.“

Abwehrchef Ole Kittner strahlte über das ganze Gesicht: „Das hat Spaß gemacht, wir sind viel gelaufen, es gab viele Torraumszenen. Ich habe mir wegen des Abstiegs kaum Gedanken gemacht, denn ich wusste, was für einen Charakter die Mannschaft hat. Das war die Aufgabe, die wir noch lösen mussten.“ Fabian Menig pflichtete bei: „Es hatte sich die Woche über angedeutet, wir waren unfassbar fokussiert. Und dann so ein Spiel vor so einer Kulisse – Wahnsinn!“

Die Gäste begannen mit einer Änderung im Vergleich zum 1:1 gegen Meppen. Fabian Menig kehrte hinten rechts nach abgesessener Gelbsperre zurück in die Viererkette, Philipp Hoffmann saß auf der Bank. René Klingenburg spielte hinter der Doppelspitze, Martin Kobylanski in der Mittelfeldraute halbrechts.

1860 München – SC Preußen Münster

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  • Fabian Menig im Duell mit Routinier Sascha Mölders.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • SCP-Torschütze Rufat Dadashov kämpft Daniel Wein nieder.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Die Preußen und ihre vielen mitgereisten Fans.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Rufat Dadashov setzt sich gegen Simon Lorenz durch ...

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • ... und genießt seinen ...

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • ... 1:0-Führungstreffer.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Münchens Prince-Osei Owusu mit einer artistischen Einlage.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Martin Kobylanski im Zweikampf mit Philipp Steinhart.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • SCP-Coach Marco Antwerpen hat etwas zu kritisieren.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Maximilian Schulze Niehues klärt vor Felix Weber.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Co-Trainer Kurtulus Özturk und Einwechselspieler Danilo Wiebe.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Ole Kittner gegen Sascha Mölders ...

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • ... und gegen Prince-Osei Owusu.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mölders am Boden, Sandrino Braun blickt dem Ball hinterher.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Wiebe gegen Wein.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Großer Jubel nach Spielschluss.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Endlich wieder ein Auswärtssieg!

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Dank an die zahlreich mitgereisten Fans.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Siegestrunkene Adlerträger.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Beim Fans-Abklatschen: Danilo Wiebe, ...

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • ... René Klingenburg ...

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • ... zusammen mit Rufat Dadashov ...

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • ... und schließlich auch Kevin Rodrigues Pires.

    Foto: Jürgen Peperhowe

Den ersten gefährlichen Versuch gab Münchens Daniel Karger aus 22 Metern ab, Keeper Max Schulze Niehues klärte zur Ecke (7.). Als Sascha Mölders mal freie Bahn hatte, schloss er harmlos und überhastet ab (15.). Das Spiel war aber insgesamt ausgeglichen, die Fanlager an der ausverkauften Grünwalder Straße duellierten sich ein wenig verbal, aber eigentlich war es eine schöne Atmosphäre. Den größten Aufreger der Anfangsphase lieferte Bundesliga-Schiedsrichter Guido Winkmann, der umknickte (17.), ein paar Minuten behandelt wurde, dann aber weitermachen konnte.

Die Preußen, die noch einmal Glück hatten bei einem abgefälschten Schuss von Stefan Lex (21.), verzichteten weitgehend auf den gezielten Aufbau von hinten, wählten stattdessen mehr lange Bälle auf die Doppelspitze, liefen konsequent die Abwehr an und mischten munter mit, sie wirkten sogar etwas bissiger im Zweikampf. Kevin Rodrigues Pires verpasste aus einer super Position den Torschuss (28.), die nachfolgende Kobylanski-Ecke setzte Ole Kittner per Kopf deutlich vorbei (29.). Es deutete sich hier bereits an, zwei Minuten später war es so weit: Kobylanski trat eine hervorragende Ecke, die Klingenburg im Fünfmeterraum noch vom Fuß sprang, doch genau vor die Füße von Dadashov, der den Ball aus kurzer Distanz mit viel Wucht ins Netz jagte (31.). Das 1:0 – was für eine Erleichterung bei allen Münsteranern. Seit Oktober hatten sie auswärts nicht mehr geführt. Und wenn sie in dieser Saison in der Fremde vorn lagen, gewannen sie immer.

Preußen aktiver und besser

Nicht viel fehlte wenig später bei einem starken Kobylanski-Freistoß von rechts mit rechts, der nur knapp am linken Pfosten vorbeistrich (34.). Der Gast war inzwischen auch das aktivere, bessere Team. Erst kurz vor der Pause drehten die Löwen noch mal auf. Doch der Versuch von Mölders ging weit drüber (42.). In der letzten regulären Minute tauchte Karger noch mal frei vor Schulze Niehues auf, doch der Schlussmann rettete gemeinsam mit Simon Scherder. Auch den Schuss von Herbert Paul fischte er (45.+1).

Löwen-Coach Daniel Bierofka brachte mit dem Seitenwechsel zwei neue Offensivkräfte. Christian Köppel und Prince Owusu kamen aber erst mal nicht zur Geltung, weil der SCP wieder die Initiative übernahm und so 1860 vom Tor weghielt. Rodrigues Pires bekam erneut eine gute Chance, blieb aber in der Deckung der Heimelf hängen (56.). Auch Dadashov hielt drauf, die Kugel ging jedoch weit vorbei (58.). Das Konzept ging auf, im Mittelfeld war Preußen extrem aggressiv und entnervte die Hausherren mit vielen einfachen Ballgewinnen. Als Owusu doch einmal Platz hatte, war Schulze Niehues mit einer tollen Parade zur Stelle (60.).

Dadashov blüht auf

Dadashov, das war leicht zu erkennen, blühte mit seinem Treffer so richtig auf. Einige Male kam er in eine gute Position, etwa bei seinem Schuss aus Rücklage (68.). Wichtiger aber war, dass die gesamte Mannschaft weiter früh attackierte und die Löwen selten zur Entfaltung kommen ließ. Das Publikum wurde zusehends unruhiger. Wenn der Gastgeber gefährlich wurde, hatte meist Mölders seine Füße im Spiel. Niklas Heidemann blockte den Routinier im letzten Moment (76.), beim Paul-Kopfball nach der folgenden Ecke packte Schulze Niehues auf der Linie zu, auch Sandrino Braun war da irgendwie noch mit der Hand dabei (77.). Da hatten die Preußen großes Glück, dass es keinen Elfmeter und keine Rote Karte gab.

Wieder kam es es anschließend nach einem Schlag von Dadashov im Kopfballduell mit Simon Lorenz zu einer längeren Unterbrechung, der Sechziger spielte mit getapter Nase weiter. Die Pause aber hatte den Münchenern etwas Spielfluss genommen. Die Preußen wechselten dazu noch zweimal, so kam kurz vor dem Ende Danilo Wiebe nach 14 Monaten zu seinem Comeback. Ein schöner Moment, er ging aber fast unter an diesem sonnigen Tag für die Münsteraner, die bis auf Rang sechs vorrückten und mit großer Sicherheit drittklassig bleiben. Schulze Niehues, der in der fünften Minute der Nachspielzeit noch einen Paul-Kopfball fing, hielt den Erfolg letztlich fest und verschaffte den rund 1200 Fans, die im Sonderzug gekommen waren, eine freudige Rückfahrt.

1860: Hiller - Paul, Weber, Lorenz, Steinhart - Kindsvater (46. Owusu), Dressel (46. Köppel), Wein, Karger (77. Abruscia) - Mölders, Lex

SCP: Schulze Niehues - Menig, Kittner, Scherder, Heidemann - Braun - Kobylanski (86. Cueto), Rodrigues Pires (89. Wiebe) - Klingenburg - Dadashov, Akono (73. Hoffmann)

Schiedsrichter: Guido Winkmnann (Kerken)

Tore: 0:1 Dadashov (31.)

Zuschauer: 15 000 (ausverkauft)

Gelb: Mölders / Klingenburg, Kittner, Dadashov, Menig

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