Fußball: 3. Liga
Die Zeit der Abschiede ist gekommen: Der SCP lässt Blumen sprechen

Münster -

Am Ende einer Saison, so ist es nun einmal branchenüblich, trennen sich häufig die Wege von Clubs und ihren Angestellten. Die Zahl der Abschiede ist in diesem Sommer beim SC Preußen Münster durchaus bemerkenswert, zehn Spieler und das Trainer-Duo erhält am Samstag Blumen und Präsente.

Donnerstag, 09.05.2019, 17:50 Uhr aktualisiert: 09.05.2019, 19:08 Uhr
Rene Klingenburg spielte nur ein Jahr in Münster und hinterließ dennoch Spuren. Wohin es den technisch versierten und im Abschluss starken Mittelfeldspieler zieht, ist nicht bekannt.
Rene Klingenburg spielte nur ein Jahr in Münster und hinterließ dennoch Spuren. Wohin es den technisch versierten und im Abschluss starken Mittelfeldspieler zieht, ist nicht bekannt. Foto: Jürgen Peperhowe

Große Umbrüche im Sommer sind bei vielen Drittligisten keine Seltenheit, erst recht nicht bei Preußen Münster . So gravierend wie nach dieser Saison fallen die Kader-Veränderungen aber nicht oft aus. Mindestens zehn Profis verlassen den Verein, die einen freiwillig, die anderen schweren Herzens. Am Samstag, vor dem Gastspiel des Karlsruher SC (13.30 Uhr), ist mal wieder der Moment gekommen, Abschied zu nehmen. Die Geschäftsstelle hat es auch in diesem Jahr nicht versäumt, die obligatorischen Blumensträuße zu bestellen. Die Rechnung hierfür: kein Pappenstiel. Diese Protagonisten sollen ein Geflecht erhalten:

►  Marco Antwerpen: Eineinhalb sehr erfolgreiche Jahre prägte der Trainer dort, wo er einst selbst als Spieler dreimal anheuerte. Den SCP sah und sieht der 47-Jährige auch als Sprungbrett. Seine Ausbeute (bisher 86 Punkte aus 55 Spielen) kann sich sehen lassen. Größere Clubs haben ihn auf dem Zettel, ein neuer Arbeitgeber lässt jedoch auf sich warten. Selbst wenn die letzten Monate nicht ohne atmosphärische Störungen auskamen, war Antwerpens Gastspiel als Coach an der Hammer Straße stark. Seine Vorteile: taktische Vielfalt, klare Ideen, Unberechenbarkeit, hohe Anforderungen. Eigentlich nicht der Typ für Blumen, gerade vor einem Punktspiel. Mal sehen, ob er den Strauß dennoch nimmt.

►  Kurtulus Öztürk : Der Co-Trainer steht fast überall im Schatten des Bosses, das ist in Münster nicht anders. Jedoch untermauerte „Kutte“ seinen Ruf als guter Typ in Münster ebenso, wie sein „Boss“ Antwerpen ihn immer wieder als nahezu gleichberechtigt darstellte. Die beiden werden wohl gemeinsam weitermachen.

►  Lion Schweers: Wohin es den Innenverteidiger zieht, ist noch nicht klar. Aber in Münster reifte er über fünf Jahre (eines in der U 19, vier bei den Profis) zum stabilen Drittliga-Kicker. Mit 23 noch nicht am Ende der Fahnenstange.

►  Dominik Lanius: Der Innenverteidiger kam nur auf drei Einsätze, spielte in Antwerpens Kader keine Rolle. Den ursprünglich bis 2020 gültigen Vertrag des Kölners löste der SCP am Donnerstag auf.

►  Fabian Menig: Das kämpferische Vorbild auf der rechten Bahn sucht seinen Weg in einer höheren Spielklasse. So sehr er sich mit Haut und Haaren auf Münster einließ, so zielstrebig verfolgt der Publikumsliebling seinen Karriereplan.

►  Sandrino Braun: Seine drei Jahre in Münster waren ein Wellental. Mal absoluter Leistungsträger, mal Sorgenkind, mal Balljäger, mal Bankdrücker. Seine stabilste Phase hatte der 30-Jährige, der gerade Vater wurde, in den letzten Monaten unter Antwerpen. Als freundlicher Kerl überall angesehen. Geht nun zum SC Freiburg II.

►  Benjamin Schwarz: Der 32-Jährige war vier Saisons in Münster und hatte in dieser Zeit immer mit diversen Verletzungen zu kämpfen. War er fit, spielte er immer zuverlässig, 2016/17 sogar großartig. Nun geht’s in die Heimat München.

►  René Klingenburg: Eine Saison genügte, um Spuren zu hinterlassen. Der Mittelfeldspieler, der auf Schalke fast Profi wurde, sich dann ablenken ließ und mit 24 einen letzten Versuch startete, war der beste Akteur der vergangenen Monate. Ein echter Leadertyp, dynamisch, athletisch, mit guter Mentalität. Auch technisch bringt er viel mit, dazu abschlussstark. Spannend, wohin ihn sein Weg noch führt. Die Preußen-Angebote lehnte er ab.

►  Tobias Rühle: Einen Spielertypen wie ihn hat der SCP selten gesehen. Wuselig, quirlig, ballsicher – nur eben nicht torgefährlich. Der fehlende Zug zum Kasten war ein Manko des Spaßvogels, der immer wieder verrückte Dinge zu berichten hatte. Bemerkenswert: Er geht inzwischen kaum mehr zu Boden – und zur neuen Saison zum KFC Uerdingen.

►  Moritz Heinrich: Sein fußballerisches Talent war unbestritten, doch in den beiden Spielzeiten fasste er nie richtig Fuß. Auch kleinere Blessuren bremsten den Offensivallrounder aus. Zuletzt ein Aufwärtstrend.

►  Martin Kobylanski: 25 Tore und 15 Vorlagen in zweieinhalb Jahren sind aller Ehren wert. Die Standards des Polen waren oft zum Zungeschnalzen. Bewies aber auch im Spiel seine Klasse oft genug, tauchte jedoch auch ab und zu ab. Bleibt als angenehmer Zeitgenosse in Erinnerung.

►  Philipp Müller: Er bekam nur ein Jahr Vertrag und konnte diese Chance nicht nutzen, um sich in Szene zu setzen. Körperliche Beschwerden, aber auch fehlende Effektivität verhinderten den Durchbruch des 24-jährigen Stürmers.

► Die Abgänge Adrian Knüver (Eintracht Rheine) und Julian Conze (Auslandsstudium) hatten zwar Profiverträge, trainierten aber in der U 23. Offen ist, wie es mit Danilo Wiebe und Lucas Cueto (Kontrakte enden) weitergeht.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6600111?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F216%2F
Rund 75 Autos brennen im Parkhaus
Großbrand am FMO: Rund 75 Autos brennen im Parkhaus
Nachrichten-Ticker