Fußball: 3. Liga
Freudloser Feiertag bei den Preußen

Münster -

Vor 30 Jahren stieg der SC Preußen Münster in die zweite Liga auf. Die Helden von damals waren an diesem Samstag wieder zu Gast im Stadion an der Hammer Straße und wurden erneut Zeugen eines Zweitliga-Aufstiegs. Diesmal allerdings mit den Preußen als Nebendarstellern. Die Bühne gehörte dem Karlsruher SC, der einen 4:1-Erfolg nebst Aufstieg feiern durfte.

Samstag, 11.05.2019, 15:23 Uhr aktualisiert: 11.05.2019, 16:38 Uhr
Fußball: 3. Liga: Freudloser Feiertag bei den Preußen
Karlsruher Torjubel nach dem Treffer zum 2:0. Foto: Jürgen Peperhowe

Manchmal tut scheiden tatsächlich weh: Das Preußen-Kollektiv verabschiedete sich mit dem letzten Heimauftritt der laufenden Spielzeit für drei Monate von den Fans, zehn verdiente SCP-Recken sogar auf unbestimmte Zeit. Eigentlich genug Gründe zum Feiern, doch am Ende feierte dann nur Gegner Karlsruhe, der sich im Herzen Westfalens mit einem 4:1 (2:0)-Erfolg von Liga drei aus in höhere Gefilde aufmachte und Münster die Abschiedsparty gründlich verhagelte.

Liga zwei war allerdings schon vor dem Abpfiff ein Thema an der Hammer Straße: Vor 30 Jahren schaffte der SCP den Aufstieg ins Bundesliga-Unterhaus – zum 30-jährigen Jubiläum war die Aufstiegself nahezu komplett angetreten und hielt in der Halbzeit Hof an alter Wirkungsstätte. Auf der Tribüne hatten sich knapp 4000 Gästefans zur Aufstiegsfeier eingefunden, rund 6000 Preußenfans wollten ihr Team ein letztes Mal siegen sehen – nur einer Junggesellen-Abschieds-Gesellschaft aus Ottmarsbocholt war es eigentlich egal, wer gewann.

Die aktuellen Nachfolger der 89-er-Meister im Adlerdress wollten eigentlich für das passende Spiel zum Feiertag sorgen. Trainer Marco Antwerpen schickte die Elf auf den Platz, die schon zuletzt in Braunschweig und Halle geglänzt hatte – und jetzt die offene Rechnung nach der 0:5-Auswärtsschlappe in Karlsruhe begleichen sollte. Erneut nicht im Kader und damit natürlich auch nicht mehr am Ball: Tobias Rühle. Der künftige Uerdinger fehlte schon in Halle und musste zum Heimausstand mit einem Blumenstrauß vorliebnehmen.

Akono zurück im Kader

Zurück im Kader dafür Cyrill Akono, der zuletzt im Blauhelmeinsatz zur Rettung der A-Junioren in der Bundesliga abgestellt war. Doch trotz gleicher Besetzung fehlte dem SCP ein wenig der Schwung, der das Team zuletzt auswärts ausgezeichnet hatte. Vergleichsweise hektisch und unentspannt ging es von Beginn an zur Sache, spielerische Höhepunkte blieben ebenso Mangelware wie hochkarätige Torraumszenen. Schiedsrichter Lasse Koslowski trug mit einigen diskutablen Entscheidungen ebenfalls nicht gerade zur Beruhigung der Gemüter bei. Von einem Fußballfest war das alles weit entfernt. So war auch die überraschende Gästeführung durch Marvin Pourié dann auch eher ein Zufallsprodukt, bei dem Preußen-Verteidiger Ole Kittner zunächst einen Zweikampf in der eigenen Hälfte verlor und dann vom Torschützen überlaufen wurde. In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit legte dann Damian Roßbach nach einem Eckball per Kopf das vorentscheidende 2:0 nach.

SC Preußen Münster – Karlsruher SC

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  • Nachdem der Aufstieg ihrer Mannschaft feststeht, stürmen KSC-Fans das Spielfeld im Preußenstadion.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Der Karlsruher Anhang feiert, bis es qualmt.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Verletzungspause nach einem Zusammenprall.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Ratlose Gesichter bei Kevin Rodrigues Pires, Niklas Heidemann, René Klingenburg und Moritz Heinrich.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Ole Kittner beim Gedankenaustausch mit Schiedsrichter Lasse Koslowski.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Auch Trainer Marco Antwerpen ist nicht zufrieden mit dem Schiedsrichtergespann.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Sandrino Braun und Kevin Rodrigues Pires müssen nach dem 0:2 den Torjubel der Karlsruher ertragen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • René Klingenburg im Duell mit Alexander Groß.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Unverständnis für eine Entscheidung des Unparteiischen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Der Führungstreffer der Gäste ...

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • ... durch Marvin Pourié.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Karlsruher Aufstiegsjubel.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • SCP-Coach Marco Antwerpen gratuliert KSC-Trainer Alois Schwartz.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Rufat Dadashov beim Kopfballduell mit zwei KSC-Spielern.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Freude bei den Karlsruhern.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Das Oldie-Team des SC Preußen mit Trainer Helmut Horsch.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Vor dem Anpfiff: Ehrung aller Spieler, die den Verein verlassen werden.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • KSC-Aufstiegsfreude.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Polizeikräfte versuchen, für Ordnung zu sorgen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Karlsruher Fans, zunächst auf dem Zaun, ...

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • ... dann kurz vor dem Platzsturm.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Der scheidende SCP-Trainer Marco Antwerpen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • KSC-Fans duellieren sich mit Polizisten.

    Foto: Jürgen Peperhowe

Nach dem Wechsel dauerte es noch knapp neun Minuten bis zur endgültigen Entscheidung in dieser Partie: Marvin Wanitzek ließ auf der linken Angriffsseite alle Preußen-Komparsen hinter sich und legte mustergültig für KSC-Torjäger Anton Fink auf, der direkt vor den begeisterten Gästefans zum 3:0 vollstreckte. Weitere drei Zeigerumdrehungen später (57.) erzielte Markus Röser den vierten Gästetreffer – und die Preußen hatten endgültig ein Auswärtsspiel im eigenen Stadion.

Kobylanski mit dem 12. Saisontor

„O, wie ist das schön“, skandierte der badische Chor, die Münsteraner hatten naturgemäß eine andere Sicht der Dinge, aber in Sachen Lautstärke nichts entgegenzusetzen. Immerhin sorgte Münsters Mister Zuverlässig noch einmal für Bewegung auf der Anzeigetafel. Martin Kobylanski verkürzte auf 1:4 (67.) und markierte sein 12. Saisontor, Treffer Nummer vier in den letzten drei Partien. An der finalen Heimniederlage änderte dieser Treffer nichts mehr. Für die Preußen gab es zum Saisonfinale an der Hammer Straße nichts mehr zu feiern, das letzte Wort hatten die Gäste aus Karlsruhe, deren Feiertag erst mit dem Abpfiff so richtig Fahrt aufnahm. Die Gästefans, die während der Partie bereits Teile des Preußen-Blocks besetzen durften, übernahmen jetzt zum Abschluss der Heimsaison auch die Kontrolle auf dem Platz.

Münster: Schulze Niehues - Menig, Kittner, Scherder, Heidemann (66. Schwarz) - Braun - Klingenburg, Rodrigues Pires - Kobylanski - Heinrich (61. Akono), Dadashov (75. Müller). - Trainer: Antwerpen

Karlsruhe: Uphoff - Thiede (85. Sverko), Gordon, Pisot, Roßbach - Camoglu, Röser, Groiß (76. Hanek), Wanitzek - Pourie, Fink. - Trainer: Schwartz.

Tore: 0:1 Pourie (32.), 0:2 Rosbach (45.+2, Ecke von Wanitzek), 0:3 Fink (55, Pass von Wanitzek), 0:4 Röser (57., Pass von Camoglu), 1:4 Kobylanski (66., Zuspiel Menig) - Schiedsrichter: Koslowski (Berlin). - Zuschauer: 9745. - Gelb-Rote Karte: Braun (85./Münster) wiederholtes Foulspiel. - Gelbe Karten: Rodrigues Pires, Menig - Pisot, Camoglu, Groiß, Röser, Sverko

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