Fußball: 3. Liga
Unglaubliche Comeback-Preußen lassen Lautern bedient zurück

Münster -

Fußball-Wahnsinn an der Hammer Straße. Solche verrückten Wendungen wie beim 3:2 des SC Preußen gegen den 1. FC Kaiserslautern gibt es in Münster selten zu sehen. Über eine Schlüsselszene sprach nachher jede, aber auch über die super Moral.

Sonntag, 04.08.2019, 14:08 Uhr aktualisiert: 04.08.2019, 15:56 Uhr
Seref Özcan erzwang mit seinem Freistoß den Fehler von Tormann Lennart Grill.
Seref Özcan erzwang mit seinem Freistoß den Fehler von Tormann Lennart Grill. Foto: Jürgen Peperhowe

15 Sekunden. Luft anhalten, Puls kontrollieren, durchdrehen. Als Max Schulze Niehues den hart, aber unplatziert geschossenen Foulelfmeter von Carlo Sickinger nicht nur abgewehrt, sondern festgehalten hatte, war das nicht das Ende, sondern erst der fulminante Anfang einer famosen Sequenz.

Der Tormann hastete prompt zur Strafraumgrenze, drosch das Spielgerät weit in die gegnerische Hälfte. Da nahm sich Rufat Dudashov des Balles an, kombinierte sich mit Philipp Hoffmann und Seref Özcan in die sogenannte Box – und markierte den Ausgleich. 15 Sekunden, kein 0:2, dafür ein 1:1 – in diesem Augenblick wuchs der Glaube der Preußen-Spieler fast schon ins Unermessliche, dass an diesem Tag alles gelingen würde. Fußball wurde zur reinen Glaubenssache, Glaube an sich selbst.

Tatsächlich war es so, wie es Trainer Sven Hübscher nach der Partie beschrieb: „Wir haben die Leute abgeholt. Die Art und Weise dieses Sieges“, sagte er, und brach kurz ab. Um dann anzufügen: „Wir haben nach der Pause ein Feuerwerk abgebrannt.“ Preußen Münster gewann mit 3:2 (0:1) gegen den 1. FC Kaiserslautern . Ein Sieg, der im Saison-Rückblick der Adlerträger mindestens zu den Top-Fünf-Momenten gehören wird.

Drei Fragen an Max Schulze Niehues

Max Schulze Niehues hielt einen Strafstoß, der den SCP beim 0:1-Rückstand im Spiel hielt. Mit ihm sprach Alexander Heflik.

Als Elfmeterkiller sind Sie nicht bekannt, oder?

Schulze Niehues: (lacht) Das stimmt wohl. Mir hat gerade jemand gesagt, dass ich den letzten in einem Punktspiel 2011 gehalten habe, als ich mit Fortuna Düsseldorf II gegen Wuppertal gespielt habe (1. März 2011, Endstand 2:2 beim Stand von 2:2, d. Red.).

Was war ihr Plan?

Schulze Niehues: Tatsächlich habe ich mich dieses Mal nicht vor dem Spiel vorbereitet. Ich habe mir die rechte Ecke ausgesucht und mich mit allem, was ich habe, reingeworfen.

Den Ball haben Sie gefangen und mit dem Abstoß das 1:1 eingeleitet. Was ging in Ihnen vor?

Schulze Niehues: Das war einfach intuitiv. Irgendwo habe ich Rufat Dadashov gesehen, den Rest haben dann die Jungs vorne einfach geregelt.

...

Nur drei Tage nach der 0:2-Pleite beim MSV Duisburg zeigte der SCP ein anderes Gesicht. Alle Widerstände, und es waren einige, wurden gebrochen. Münster vergab vor der Pause Chancen in Hülle und Fülle. Münster kassierte in der Nachspielzeit der ersten Hälfte das 0:1, als Florian Pick durch die SCP-Abwehr spazierte und von Heinz Mörschel, Ole Kittner und Fridolin Wagner kumpelhaft in aller Freundschaft begleitet wurde. Dass Schulze Niehues beim Schuss auf die Tormitte nicht wirklich gut aussah, sollte nicht unerwähnt bleiben.

SC Preußen Münster – 1. FC Kaiserslautern

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  • Simon Scherder, Rufat Dadashov und Heinz Mörschel stemmen sich gegen Florian Pick.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Seref Özcan und Luca Schnellbacher setzen sich mit Christoph Hemlein auseinander.

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  • Zum Haareraufen: Scherder und Dadashov nach einer vergebenen Chance.

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  • Christoph Hemlein setzt sich gegen Luca Schnellbacher und Niklas Heidemann durch.

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  • Luca Schnellbacher im Duell mit Janik Bachmann.

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  • Simon Scherder.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • SCP-Coach Sven Hübscher.

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  • Fridolin Wagner beim Kopfball.

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  • Kevin Rodrigues Pires behauptet sich gegen Christoph Hemlein.

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  • Der Preußentrainer.

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  • Rufat Dadashov im Zweikampf mit Ndonga Matuwila.

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  • Julian Schauerte gegen Florian Pick.

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  • Sascha Hildmann, Trainer der Lauterer.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Sehen Sie im Folgenden viele weitere Impressionen aus dem Preußenstadion.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • SC Preußen Münster – 1. FC Kaiserslautern Foto: Jürgen Peperhowe
  • SC Preußen Münster – 1. FC Kaiserslautern Foto: Jürgen Peperhowe
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  • SC Preußen Münster – 1. FC Kaiserslautern Foto: Jürgen Peperhowe
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  • SC Preußen Münster – 1. FC Kaiserslautern Foto: Jürgen Peperhowe
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  • SC Preußen Münster – 1. FC Kaiserslautern Foto: Jürgen Peperhowe
  • SC Preußen Münster – 1. FC Kaiserslautern Foto: Jürgen Peperhowe
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  • SC Preußen Münster – 1. FC Kaiserslautern Foto: Jürgen Peperhowe
  • SC Preußen Münster – 1. FC Kaiserslautern Foto: Jürgen Peperhowe
  • SC Preußen Münster – 1. FC Kaiserslautern Foto: Jürgen Peperhowe
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  • SC Preußen Münster – 1. FC Kaiserslautern Foto: Jürgen Peperhowe
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  • SC Preußen Münster – 1. FC Kaiserslautern Foto: Jürgen Peperhowe
  • SC Preußen Münster – 1. FC Kaiserslautern Foto: Jürgen Peperhowe
  • SC Preußen Münster – 1. FC Kaiserslautern Foto: Jürgen Peperhowe
  • SC Preußen Münster – 1. FC Kaiserslautern Foto: Jürgen Peperhowe
  • SC Preußen Münster – 1. FC Kaiserslautern Foto: Jürgen Peperhowe
  • SC Preußen Münster – 1. FC Kaiserslautern Foto: Jürgen Peperhowe
  • SC Preußen Münster – 1. FC Kaiserslautern Foto: Jürgen Peperhowe
  • SC Preußen Münster – 1. FC Kaiserslautern Foto: Jürgen Peperhowe

Schockstarre nach dem Rückstand, beim Pausentee in der Kabine? Nicht bei den Männern mit dem Adler auf der Brust. Offenbar war der SCP bereit und unbeirrbar. Auch als der Schiedsrichter Florian Heft, der Mitte der ersten Halbzeit gleichnamiges mit einer wahren Gelbe-Karten-Flut aus der Hand zu geben schien, den Elfmeter nach 50 Minuten pfiff.

Simon Scherder traf Florian Pick am Fuß, aber er traf auch den Ball. Der Rest dieser Episode spielte sich in Sekundenschnelle ab. „Das war der Wendepunkt. Das war wichtiger als mein Treffer zum 2:2“, so Scherder. Er war hin- und hergerissen. Denn noch einmal zerrten die Gäste an den Preußen, als Kevin Rodrigues Pires mit einem Stellungsfehler Manfred Starke die Vorarbeit zum 1:2 ermöglichte. Timmy Thiele (75.) staubte ab.

Schnellbacher angeschlagen

Nach einem wechselhaften Einstieg in die Saison war Luca Schnellbacher wieder erste Wahl. Trotz einer ordentlichen Vorstellung musste er mit Hüftbeschwerden zur Pause raus. Philipp Hoffmann ersetzte ihn und heimste sich prompt ein Sonderlob des Trainers ein. „Er hat das mit seinen tiefen Läufen ganz stark gemacht, dieses Element hatte uns vorher noch gefehlt“, freute sich Sven Hübscher über den reibungslosen Wechsel in der Offensive.

...

15 Sekunden als Initialzündung – 15 Minuten, um die Partie komplett zu drehen. Die Preußen schlugen wieder zurück, als nach einer Rodrigues-Pires-Ecke Kittner den Ball irgendwie verlängerte und Scherder den Ausgleich markierte. „Es war ein brutales Gefühl“, rang der Torschütze nach Worten. „Als Mannschaft, auch mit den Fans, waren wir absolut zusammen. Darauf können wir stolz sein.“ Ja, ja, sagte auch Rodrigues Pires, der selbst eine Achterbahnfahrt erlebte: „Großes Kompliment an uns. Wir haben große Moral gezeigt. Die Fans haben uns gepusht.“

Vielleicht sogar ein bisschen den Siegtreffer erzwungen. Alle miteinander. Fünf Minuten vor dem Ende ließ Kaiserslauterns ansonsten überragender Torwart Lennart Grill einen Freistoß von Özcan leichtfertig ins eigene Tor kullern. Der Sieg gehörte den Preußen. Dann war Ende, Schlussmann Grill wird diesen Fauxpas die nächsten 15 Jahre nicht vergessen.

Kleine Rotation

Zwei Änderungen nahm Trainer Sven Hübscher in der Startelf vor, nachdem der SCP in der Wochenmitte beim 0:2 in Duisburg eine ordentliche Klatsche erhalten hatte. In der Offensive rückten Heinz Mörschel und Luca Schnellbacher in die Auflauf-Formation. Linksaußen Lucas Cueto und Mittelfeldmann Nico Brandenburger mussten mit der Reservistenrolle vorlieb nehmen.

Die Preußen begannen mit einem 4-2-3-1-System, stellten dann nach der Pause und bei einem 0:1-Rückstand auf die riskantere Variante mit einer Dreierkette mit Ole Kittner Fridolin Wagner und Simon Scherder um.

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