Fußball: 3. Liga
Wieder fit – Joel Grodowski greift beim SC Preußen Münster wieder an

Münster -

Joel Grodowski fügte sich als Neuzugang bei den Preußen in der Vorbereitung gut ein, ehe ihn eine Verletzung zurückwarf. Nun meldet er sich zurück und will um seinen Platz im Kader kämpfen.

Donnerstag, 22.08.2019, 17:08 Uhr aktualisiert: 23.08.2019, 12:44 Uhr
Voller Einsatz: Joel Grodowski (rechts) beim Testspiel in Haltern. Gegen Dortmunds U 23 verletzte er sich an der Schulter.
Voller Einsatz: Joel Grodowski (rechts) beim Testspiel in Haltern. Gegen Dortmunds U 23 verletzte er sich an der Schulter. Foto: Jürgen Peperhowe

Senkrechtstarter und Pechvogel. Beides trifft wohl auf Joel Grodowski zu – in seiner noch kurzen Zeit als Spieler des SC Preußen Münster . Der Verein verpflichtete ihn als sogenannten „Brückenspieler“ von der Hammer SV. Als der Fußball-Drittligist aus Münster dann Mitte Juni die Vorbereitung aufnahm, war der 21 Jahre alte Angreifer sofort voll da. Im abgebrochenem Testspiel bei Adler Buldern traf er doppelt, ehe ihn das Unglück verfolgte. Im hitzigen Testspiel gegen Borussia Dortmund II (2:3) zog er sich eine Schultereckgelenks-Verletzung zu – und musste deshalb gut zwei Monate mit dem Mannschaftstraining aussetzen.

Brückenspieler, so nennt SCP-Sportchef Malte Metzelder diejenigen, die in der U 23 in der Oberliga Spielpraxis sammeln können und im Kader des Drittligisten den vermeintlich Arrivierten Druck machen sollen. Als Grodowski von Bradford City zum Oberligisten Hamm im Sommer 2018 gewechselt war, rückte er prompt in den Fokus der SCP-Scouting-Abteilung. „Ja, wir haben ihn die ganze Saison beobachtet. Er hat schon gerade in der Rückrunde herausgestochen, was in der Oberliga nicht so einfach ist“, blickte „Chef-Scouter“ Kieran Schulze Marmeling zurück. Und fügt für das Profil des 21-Jährigen an: „Er verfügt über Selbstbewusstsein vor dem Tor, kann mit beiden Füßen abschließen und hat bei Umschaltmomenten eine hohe Geschwindigkeit.“

Grodowski selbst ist, trotz der langwierigen Schulterverletzung, wieder guten Mutes. Der Start in Münster war gut, die Pause kam abrupt, nun ist er wieder da: „Die Verletzung war für mich ein Schlag ins Gesicht. Jetzt bin ich wieder fit und gebe 101 Prozent. Alles ist in Münster professioneller, ich fühle mich pudelwohl.“

Klar, sagt er selbst, würde er in der Oberliga spielen für die U 23. Er nehme das alles an, auch die Tipps der Trainer, die Ratschläge, auf Dauer will er sich durchsetzen. Und schreibt sein Mantra hinterher: „Nie lange nachdenken, sondern lieber machen.“

Grodowski ist auch deshalb für den SCP interessant, weil er als Spieler unter dem üblichen Radar lief. Sein letztes A-Jugend-Jahr verbrachte er beim Kreisligisten PSV Bork unter der Regie von Vater Ingo („mein größter Kritiker und mein größter Fan“), mit 94 Treffern in zwei Saisons ließ er aufhorchen. Der Wechsel zu Bradfort City war lehrreich, eine Rückenverletzung sorgte für eine halbjährige Pause. Nach 14 Treffern und sieben Vorlagen für Hamm in der Oberliga meldete sich der SCP beim Angreifer. Er hat als Junior für den Landesligisten Waltrop gespielt, gehörte nie zu einem Nachwuchsleistungszentrum eines Bundesligisten. „Er ist ein interessanter Spieler, aus dem man deshalb auch noch viel rausholen kann“, glaubt Schulze Marmeling. Ein bisschen hat das experimentellen Charakter. Trotz seiner 21 Jahre ist er somit eine Art Spätstarter im Profifußball. Die Zeit bei den Preußen dürfte spannend werden, geht da wirklich noch einiges in der Entwicklung von Joel Grodowski?

Der Spieler ist davon überzeugt. Sein Vertrag läuft bis 2021, und wann wäre die Saison 2019/20 bereits eine gute? „Wenn ich ein paar Spiele in der 3. Liga gemacht habe, das Team gut abschneidet und wir stolz auf unsere Leistung sind.“

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