Fußball
Christoph Metzelder schweigt

Münster -

Gegen den ehemaligen Fußball-Nationalspieler Christoph Metzelder wird wegen des Verdachts der Verbreitung kinderpornografischer Schriften ermittelt. Der 38-Jährige schweigt dazu. Preußen Münster wies in einer Stellungnahme auf die Unschuldsvermutung hin. Metzelder hat Sitz und Stimme im Aufsichtsrat des Drittligisten.

Mittwoch, 04.09.2019, 17:10 Uhr aktualisiert: 05.09.2019, 14:18 Uhr
Christoph Metzelder steht unter einem schlimmen Verdacht. Die Staatsanwaltschaft Hamburg hat gegen den ehemaligen Fußball-Nationalspieler Ermittlungen aufgenommen.
Christoph Metzelder steht unter einem schlimmen Verdacht. Die Staatsanwaltschaft Hamburg hat gegen den ehemaligen Fußball-Nationalspieler Ermittlungen aufgenommen. Foto: Witters

Über Nacht konkretisierte die Staatsanwaltschaft die beschuldigte Person. Aus dem 38 Jahre alten früheren Fußball-Nationalspieler wurde schließlich der Klarname Christoph Metzelder . Ein „Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Ver breitung kinderpornografischer Schriften“ wurde durch die Generalstaats­anwaltschaft Hamburg bestätigt. Längst hatte sich der Name des ehemaligen Starspielers von Borussia Dortmund, Real Madrid und Schalke 04, hier hatte er 2013 seine aktive Karriere beendet, wie ein Lauffeuer durch die Medien verbreitet.

Das Landeskriminalamt (LKA) Hamburg hatte am Dienstag Metzelder in Hennef abgefangen, dort absolviert der gebürtige Halterner gerade die Ausbildung zum Fußballlehrer. Die Durch­suchungsbeschlüsse wurden in Düsseldorf am Wohnsitz von Metzelder sowie in seiner Firma am gleichen Ort vollstreckt. Es wurden, so die Generalstaatsanwaltschaft, Da­tenträger als Beweismittel zur Durchsicht beschlagnahmt und mitgenommen. Und die Ermittlungsbehörde fügte an: „Der Beschuldigte verhielt sich während der polizeilichen Maßnahmen kooperativ“.

Die ARD reagierte am Mittwoch prompt und erklärte durch Sportkoordinator Axel Balkausky, dass die Zusammenarbeit mit Christoph Metzelder bis zur Klärung der Vorwürfe ruhen werde. Bei einem Fußballcamp in Bad Driburg vom 13. bis 18. Oktober, organisiert von dem Deutschen Jugendherbergswerk und der Krankenkasse Viactiv, wird Metzelder nicht als Trainer der Jugendlichen im Einsatz sein, wie das Westfalenblatt mitteilte.

Der SC Preußen Münster , hier begann er mit 18 Jahren seine Profikarriere und ist aktuell Teil des Aufsichtsrats sowie Mitglied von zwei Beiräten, verkündete durch seinen Aufsichtsrats-Vorsitzenden Frank We stermann und Club-Chef Christoph Strässer: „Für uns gilt die Unschuldsvermutung als eines der ­zentralen rechtsstaatlichen Grundprinzipien. Wir haben großes Vertrauen in die ­Mechanismen dieses Rechtsstaates und in die zuständigen Behörden.“ Mehr sei nicht zu sagen im Moment, der Verein wartet die weiteren Ermittlungen ab.

Den Durchsuchungen durch das LKA ging ein richterlicher Beschluss voraus. In solchen Fällen hat ein Richter Akteneinsicht und in der Regel ist eine starke Beweislage vonnöten, um dieses juris­tische Schwert überhaupt ­ziehen zu können.

Wer sich zur Sache nicht äußerte, das war Christoph Metzelder. Der sonst in den sozialen Netzwerken überaus präsente Handelsreisende in Sachen Fußball hielt sich ­verschlossen. Dem dürfte ein in solchen Fällen durchaus üblicher anwaltlicher Rat zugrunde liegen.

Nach den Durchsuchungen in Düsseldorf erging kein Haftbefehl gegen ihn, Metzelder soll allein in Düsseldorf in seiner Wohnung geblieben sein. Ein PR-Berater würde – im Gegensatz zu einem Rechtsbeistand – zur medialen Gegenaktion aufrufen, um die Unschuld kund zu tun und die Kampagne in eine andere Richtung zu steuern.

Juristisch ist die Sachlage aktuell schwierig zu beurteilen. Nach neuesten Erkenntnissen habe die Polizei in Hamburg von einem Dritten den Hinweis bekommen, wonach eine Frau kinderpornografische Dateien von Metzelder erhalten habe. Die Polizei habe die Frau daraufhin kontaktiert und als Zeugin befragt. Das soll vor gut drei Wochen passiert sein, seit knapp zwei Wochen soll Metzelder dann überwacht worden sein. Im entsprechenden Fall soll es um per WhatsApp verschickte 15 Bilder mit pornografischem Inhalt von Kindern unter 14 Jahren gehen.

Juristisch schwierig einzuordnen schien die Aussage auch, weil gerade solche Bilder meist im Darknet gefunden werden und eher geheim weitergeleitet werden. Ein ­sicherheitsanfälliger Server wie WhatsApp wird in der Regel nicht von Pädophilen genutzt. Offenbar aus Ermittlerkreisen dürfte „durchge­ sickert“ sein, dass Metzelder in Hennef beim Trainerlehrgang abgefangen werden wird. Die „Bild“-Zeitung war zur Stelle.

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