Fußball: 3. Liga
Preußen kassieren beim 2:3 gegen Aufsteiger Viktoria Köln die erste Heimniederlage

Münster -

78 Minuten sahen Münsters Preußen wie der sichere Verlierer aus. 0:3 lag die Truppe von Sven Hübscher gegen Aufsteiger Viktoria Köln im Hintertreffen. Dann sorgten die Tore von Rufat Dadashov und Heinz Mörschel auf der Zielgeraden für ein kleines Feuerwerk der Hoffnung. Die Jungs von der Hammer Straße waren zurück in einer Partie, die weggeschenkt war.

Samstag, 14.09.2019, 16:43 Uhr aktualisiert: 14.09.2019, 17:22 Uhr
Fußball: 3. Liga: Preußen kassieren beim 2:3 gegen Aufsteiger Viktoria Köln die erste Heimniederlage
Mike Wunderlich (l.) erzielt im Preußenstadion den Kölner 1:0-Führungstreffer. Foto: Sebastian Sanders.

„Das waren zwei so unterschiedliche Halbzeiten“, bilanzierte Hübscher nach der denkwürdigen Begegnung. In der sogar noch ein Remis möglich gewesen wäre. Letztlich fehlte das oft zitierte Quäntchen Glück. „Wir haben die Punkte liegengelassen“, haderte Preußens Fußball-Lehrer. Die erste Heimniederlage war beim 2:3 amtlich. Und wurde bitter flankiert von dem Gelb-Roten Karton für Simon Scherder, der nun ein Spiel pausieren darf. Der SCP rutschte auf Rang 16 ab, Köln darf als aktuell Zweiter vom Durchmarsch träumen.

Was die Ebbe nimmt, bringt die Flut wieder, heißt ein altes afrikanisches Sprichwort. Pavel Dotchev hat sie an diesem Samstag wieder gen Münster gespült. Im September 2013 wurde er bei den Preußen seines Amtes enthoben. Mit dem 53-Jährigen schnupperten die Adlerträger lange am Aufstieg in die 2. Liga. Letztlich fehlte in der Saison 2012/13 ein Zähler zum Relegationsplatz. 72 Punkte holte der Deutsch-Bulgare, eine sensationelle Ausbeute. Bis heute unerreicht an der Hammer Straße. „Ich muss mich dafür nicht entschuldigen“, verkündete er bei seiner Entlassung. Recht hatte er. Kein Wunder, dass er viele Hände schütteln musste.

In diesen Genuss kam auch Dominik Lanius, in der vergangenen Spielzeit noch im Adler-Horst daheim. Seine Erinnerungen an die Domstadt sind indes nicht die besten. Unter Ex-Coach Marco Antwerpen spielte er kaum eine Rolle. „Menschlich eine große Enttäuschung für mich.“ Deutliche Worte in Richtung seines ehemaligen Übungsleiters, der ihn geholt hatte. An der rechten Seite des Rheins blüht er nun in der Innenverteidigung auf, durfte bislang in allen Spielen auf den Acker, sechsmal von Beginn an. Seine Motivation für das Duell im Rund an der Hammer Straße war dementsprechend groß.

SC Preußen Münster – Viktoria Köln

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  • Preußens Keeper Maximilian Schulze Niehues im Luftduell mit Kölns Dominik Lanius.

    Foto: Sebastian Sanders
  • Münsters Maurice Litka versucht, sich im Strafraum durchzusetzen.

    Foto: Sebastian Sanders
  • Kölns Hamza Saghiri im Duell mit Münsters Nico Brandenburger.

    Foto: Sebastian Sanders
  • Maurice Litka, umringt von mehreren Kölnern.

    Foto: Sebastian Sanders
  • Sehen Sie im Folgenden zahlreiche weitere Fotos aus dem Preußenstadion.

    Foto: Sebastian Sanders
  • Foto: Sebastian Sanders
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  • Foto: Sebastian Sanders
  • Foto: Sebastian Sanders
  • Foto: Sebastian Sanders
  • Foto: Sebastian Sanders

Dass er und auch der Aufsteiger bisher rotzfrech die Liga rocken, wurde auch dem nicht gerade verwöhnten Publikum des SCP atemberaubend vor Augen geführt. Nach eigentlich ordentlichem Beginn gab es in der achten Minute die kalte Dusche für Münster. Einen klugen Pass in den Raum nahm Marcel Gottschling auf, der Preußen-Neuzugang Alexander Rossipal bei seiner Liga-Premiere auf der rechten Seite in dieser Szene frech abkochte. Der Kölner leitete das Leder weiter auf seinen Kapitän Mike Wunderlich , der locker einschob. Okan Erdogan hatte so ganz nebenbei das Abseits aufgehoben. Kaum hatte sich der Platzherr einmal geschüttelt, klingelte es schon wieder. Julian Schauerte und Erdogan brachten es nicht fertig, den Ball unter Druck zu klären, Letzterer spielte ihn sogar Wunderlich in die Füße, der mit seinem ersten Schuss noch an Schulze Niehues scheiterte. Den Abpraller verwertete der Ur-Kölner dann dankend (18.). Saisontreffer Nummer fünf für Wunderlich.

Die Preußen versuchten, sich aus der Schockstarre zu spielen, was selten gelang. Erst in der 31. Minute donnerte Luca Schnellbacher die Kugel an den Kölner Querbalken, die beste Chance der Hausherren bis dato. Der Anschluss hätte in dieser Phase Gold wert sein können. Bitter nur, dass die Preußen in der Zentrale jegliche wichtigen Zweikämpfe verloren gaben. Das war zu wenig in den ersten 45 Minuten.

SCP bäumt sich nach dem Wechsel auf

Münsters Trainer Sven Hübscher schien die richtigen Worte nach dem klaren Rückstand gefunden zu haben. Seine Jungs bäumten sich nach dem Wechsel noch einmal auf, leisteten erheblich mehr Widerstand als im ersten Durchgang. Bezeichnend dafür war Minute 49, als Philipp Hoffmann den Länderspielreisenden Rufat Dadashov uneigennützig bediente: Pfosten.

Hübscher brachte Dribbler Seref Özcan und Heinz Mörschel als belebendes Element für die Offensive. In der Hoffnung, das Ding doch noch zu biegen. Mörschel verpasste das Ziel nach 62. Minuten nur um Zentimeter, sein Pfund strich links am Kölner Gehäuse vorbei. Die neuerliche kalte Dusche folgte auf dem Tablett, als sich eben jener eingewechselte Mörschel zu einem fatalen Fehlpass hinreißen ließ. Albert Bunjaku nahm das Geschenk dankend an und schob an Schulze Niehues vorbei zum 3:0 (72.) ein. Alles klar!? Von wegen!

Scherder wird in Halle fehlen

Das Spiel nahm in der Schlussphase noch mal an Intensität auf. „Ich dachte, wir haben hier alles im Griff“, wunderte sich Kölns Trainer Dotchev denn doch ein wenig, dass seine Jungs sich zu sicher wähnten. „Wir hatten unsere Probleme.“ In dieser Phase fiel das 1:3 durch Dadashov, der fein von Kevin Rodrigues Pires in Szene gesetzt wurde (79.). „Dann haben wir den Gegner aufgebaut“, ärgerte sich Dotchev. Und sah das 2:3 durch Mörschel, der sich nach einer Vorlage von Julian Schauerte sauber drehte und traf (87.). Jetzt war Feuer unterm Kessel. All jene, die sich nach dem 0:3 schon auf dem Heimweg wähnten und doch ausharrten, spürten, hier geht vielleicht noch was. Aber die letzten Versuche waren nicht zwingend genug. Zu allem Überfluss sah Abwehrmann Simon Scherder in der dritten Minute der Nachspielzeit die Ampelkarte. Binnen zwei Minuten hatte er zweimal gemeckert. Er fehlt dem SCP am kommenden Samstag beim Gastspiel in Halle.

SC Preußen: Schulze Niehues - Schauerte, Erdogan, Scherder, Rossipal - Brandenburger, Rodrigues Pires (82. Grodowski) - Hoffmann, Litka (57. Mörschel), Schnellbacher (54. Özcan) - Dadashov

Viktoria Köln: Mesenhöler - Gottschling, Lanius (75. Ristl), Dietz, Holthaus (69. Lang) - Dej, Saghiri - Holzweiler (71. Koronkiewicz) , Wunderlich, Handle - Bunjaku

Tore: 0:1 Wunderlich (8.), 0:2 Wunderlich (18.), 0:3 Bunjaku (72.), 1:3 Dadashov (79.), 2:3 Mörschel (87.)

Zuschauer: 5217

Schiedsrichter: Justus Zorn (Freiburg)

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