Fußball: 3. Liga
Keine Entwarnung, aber neuer Mut

Münster -

Preußen Münster erwartet am 10. Spieltag Aufsteiger FC Bayern München II. Dabei steuert der Fußball-Drittligist auf eine gute Kulisse mit über 8000 Zuschauern zu. Frohe Kunde gab es auch beim Personal: Maurice Litka ist wieder fit und Simon Scherders Sperre war gestern.

Freitag, 27.09.2019, 19:10 Uhr aktualisiert: 27.09.2019, 19:15 Uhr
Fußball: 3. Liga: Keine Entwarnung, aber neuer Mut
Feste Größe beim SCP: Rufat Dadashov (rechts), hier im Zweikampf mit dem Ex-Preußen Sebastian Mai vom Halleschen FC. Foto: Jürgen Peperhowe

Tatsächlich muss nur auf der Verpackung FC Bayern stehen, und schon steigt das Interesse sprunghaft. Dabei kommt doch „nur“ die U-23-Auswahl, die Bayern-Bubis, die Reserve, der zweite Anzug, die Nachwuchstruppe – allerdings vom Deutschen Rekordmeister Bayern München. Der SC Preußen erwartet deshalb auch über 8000 Zuschauer am Samstag im Heimspiel gegen das Team vom Hoeneß , vom Hoeneß Sebastian. Das ist der Trainer des Aufsteigers von der Isar, Neffe vom Allmächtigen Uli und Sohn vom einstigen „Tor-Ungeheuer“ Dieter. Eine Fußball-Familie.

Sven Hübscher ist das vom Kern her ziemlich egal. Er will den Trend vom letzten Spieltag fortsetzen, als sich sein zuvor strauchelndes Team in Halle beim 2:2 mächtig zusammengerissen hatte. Und stellt klar nach dem Punktgewinn: „Die Leistung in Halle war für die Umstände in Ordnung, aber nicht das Nonplusultra. Das war ein Punktgewinn gegen einen richtig guten Gegner.“ Also Entwarnung hört sich anders an, Euphorie sowieso.

Die Schwäche der Bayern

Nach der anspruchsvollen und auch ruppigen Partie in Halle kommt nun der Aufsteiger. Mit einem Sieg würde der SC Preußen an den Gästen in der Tabelle wieder vorbeiziehen, das ist der Plan. Es sei eine technisch versierte Mannschaft, die sich aber mit der üblichen Drittliga-Härte schwer tut, meint Hübscher. Was im Übrigen auch für den SCP nicht gerade selten in dieser Saison galt. Beim Austeilen sind die Preußen eher harmoniesüchtig als streitbar.

Mai-Bruder Nummer zwei

Wieder darf sich der SCP zum Herbst-Beginn mit einem Mai rumschlagen. Ex-Preuße Sebastian Mai mit seiner Härte und Aggressivität setzte Münster zuletzt in Halle zu. Nun wird bei den Bayern sein Bruder Lukas als Innenverteidiger zum Einsatz kommen, ein erst 19 Jahre altes Abwehrtalent der Extraklasse. Man kennt in Münster vielleicht noch die Ex-Osnabrücker Kwasi Okyere Wriedt, bislang fünffacher Torschütze, und Niclas Feldhahn, 33 Jahre alter Abwehrchef des FCB II. Ansonsten wird es vielleicht der eine oder andere, der am Samstag über den Preußenrasen läuft, in die Bundesliga schaffen. Man wird sehen.

Der Gegner im Check: Bayern München II

Ausgangslage: Mit dem 2:1 über Ingolstadt hat der Neuling die Abstiegsplätze verlassen. Elf Punkte aus neun Partien sind fürs Erste passabel. Die Bayern sind aktuell die einzige zweite Mannschaft in der 3. Liga und genießen im Verein einen sehr hohen Stellenwert.

Personal: Die Gretchenfrage lautet Woche für Woche, welche Profis in der U 23 auflaufen. Zuletzt wirkten Michael Cuisance (Siegtorschütze am Samstag), Alphonso Davies oder auch Lars-Lukas Mai mit, nachdem sie tags zuvor bei den Profis auf der Bank gesessen hatten. Bei derzeit sieben verletzungsbedingten Ausfällen ist Unterstützung eigentlich dringend nötig, doch der Rekordmeister spielt parallel in Paderborn.

Trainer: Der prominente Name fällt natürlich sofort auf. Sebastian Hoeneß ist der Sohn von Dieter und Neffe von Uli. Im Sommer rückte er, nach dem Aufstieg unter Holger Seitz, aus der U 19 auf. Als Spieler war er vor allem viertklassig für Hertha BSC II aktiv, als Coach arbeitete er auch drei Jahre in der Jugend von RB Leipzig.

Kuriosum: Die Bayern besitzen zwar den schlechtesten Zuschauerschnitt aller Drittligisten in Heimspielen (2406), in der Fremde aber ist der Zuspruch vergleichsweise groß. 739 Fans (Quelle: Auswärtsfahrer-Tabelle bei liga3-online.de ) begleiteten das Team bisher im Schnitt. Die Preußen kommen auf 380.

...

Qual der Wahl in der Preußen-Abwehr

Beim SCP jedenfalls hat sich die personelle Not gelegt. Lucas Cueto, Philipp Hoffmann und Jannik Borgmann sind nicht einsatzbereit. Dafür hat Maurice Litka seine Gehirnerschütterung, die er sich bei einem Trainingssturz zugezogen hatte, auskuriert. Die entsprechenden Protokolle schreiben ihn spielfähig, am Mittwoch trainierte er noch allein, am Donnerstag im Mannschaftstraining durfte er noch nicht köpfen, Freitag war bei Litka wieder alles erlaubt.

Bleibt die Beantwortung der Frage: Aus drei Innenverteidigern mach zwei, Simon Scherder darf nach Gelb-Rot-Sperre wieder spielen, Ole Kittner ist voll belastbar, der junge Okan Erdogan will auch nicht kampflos seinen Platz im Team räumen. Wobei „Jugend forscht“ das schwächste Argument beim Aufstellungspoker wäre. 

► SCP: Schulze Niehues – Kittner, Wagner, Scherder – Schauerte, Wagner, Brandenburger, Schnellbacher – Litka – Mörschel, Dadashov

Liveticker aus dem Preußenstadion ab 13.30 Uhr: www.wn.de/liveticker

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6961971?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F216%2F
Traktoren-Korso bremst am Dienstag den Verkehr aus
Bereits im April 2019 demonstrierten Landwirte aus dem Münsterland mit ihren Traktoren in Münster. 
Nachrichten-Ticker