Fußball: 3. Liga
Vor dem Kellerduell gegen Großaspach: Ole Kittners Plädoyer für sein Team

Münster -

Vor dem Heimspiel am Samstag gegen die SG Sonnenhof Großaspach feierte Abwehrchef Ole Kittner seinen 32. Geburtstag. Er ist der älteste Spieler im Dress des SC Preußen Münster: „Gefühlt bin ich 28 Jahre alte, nur auf dem Papier 32.“ Auf dem Papier sollen am Samstag dann auch drei Punkte stehen.

Mittwoch, 16.10.2019, 16:58 Uhr aktualisiert: 16.10.2019, 17:51 Uhr
Als Anführer in der Abwehr gefragt: Ole Kittner (links) will mit dem SCP endlich wieder einen Sieg feiern – am Samstag kommt Tabellennachbar SG Sonnenhof Großaspach.
Als Anführer in der Abwehr gefragt: Ole Kittner (links) will mit dem SCP endlich wieder einen Sieg feiern – am Samstag kommt Tabellennachbar SG Sonnenhof Großaspach. Foto: Jürgen Peperhowe

Die Lage ist ernst, aber aus Sicht der Preußen nicht aussichtslos. Sonst würde man ja auch den Spielbetrieb in der 3. Liga einstellen können – was natürlich keiner will. Doch der Partie am Samstag (14 Uhr), dem Heimspiel gegen die SG Sonnenhof Großaspach , kommt schon eine besondere Bedeutung zu. Im Aufeinandertreffen zweier Mannschaften, die sich aktuell auf Abstiegsrängen wiederfinden, geht es zum einen um ein klares Signal an die direkte Konkurrenz – und für den SC Preußen auch darum die zweimonatige Sieglosigkeit ad acta zu legen.

Ein Zuschauermagnet wird dabei nicht gerade vorstellig in Münster. Seit 2014 treffen die Club regelmäßig aufeinander, beim ersten Gastspiel in Münster 2014 wollte noch 7385 Menschen diese Partie sehen, in der Saison 2017/18 stellten die 4841 Besucher einen der schlechtesten Besucherwerte bei einem SCP-Heimspiel in der Zeit der Drittliga-Zugehörigkeit dar, also seit 2011. Die Preußen haben aktuell mit 6897 Zuschauern im Schnitt bei den ersten fünf Heimpartien Rang zehn in der Liga-Tabelle inne, nur zu gerne würde sich die Mannschaft da auch sportlich tummeln. Es gibt was zu tun.

Zu viele Gegentore kassiert

Ob es nun ein Zuschauer im Stadion sein wird oder 5281 – Ole Kittner geht es vor allem um eines: „Dieses Spiel sollten wir gewinnen.“ Viel Spielraum zur Interpretation gibt es nicht. Kittner wurde am Dienstag 32 Jahre alt – und ist damit der Veteran im Team. Er nimmt das mit einem Augenzwinkern hin: „Gefühlt bin ich 28, nur auf dem Papier 32.“

SpVgg Unterhaching – SC Preußen Münster

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  • Preußens Seref Özcan spielt den Ball vor zwei Hachinger Gegenspielern.

    Foto: Wolfgang Fehrmann
  • Und wieder ein schnelles Gegentor: SCP-Keeper Max Schulze Niehues liegt nach dem Hachinger 1:0 am Boden.

    Foto: Wolfgang Fehrmann
  • Der treue Anhang der Preußen auf der Tribüne.

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  • Skeptisch am Spielfeldrand: SCP-Trainer Sven Hübscher.

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  • Unterhachings Christoph Greger im Duell mit Münsters Seref Özcan.

    Foto: Wolfgang Fehrmann
  • Sehen Sie im Folgenden zahlreiche weitere Impressionen aus Unterhaching.

    Foto: Wolfgang Fehrmann
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  • Foto: Wolfgang Fehrmann

Er spielt damit auch auf seine 44-monatige Verletzungspause an, die ihn vier Saisons am Stück als Berufskicker gekostet hat. Und ein bisschen fließt da auch der Ibrahimovic-Effekt ein. Der schwedische Superstar, der mittlerweile bei Los Angeles Galaxy aufläuft, verlängert seine Karriere auch schier bis ins Unendliche – er wäre so lange verletzt gewesen, deshalb habe er mit 38 auch noch gute Jahre als Kicker zu bieten. Soweit dazu.

Ein richtig guter alter Kittner ist am Samstag gefragt. Münster kassierte viel zu viele Gegentore, eine Reihe davon viel zu früh in den Spielen. Stabilität fehle, eine kompakte Grundordnung, und „man laufe zu häufig einem frühen Rückstand hinterher“, befindet Kittner. In letzter Konsequenz führe das dann zu offenen Schlagabtauschen, die aber eigentlich so nicht gewollt sind.

Schwierige Phase für den SCP

Aber der erfahrene Abwehrchef wollte vor allem mit einem Vorurteil aufräumen, das der SCP keine Einstellung oder Mentalität hätte. Die Gegenbeweise für ihn waren der 3:2-Sieg über Kaiserslautern nach 1:2-Rückstand sowie in den letzten beiden Auswärtsspielen die Aufholjagden von Halle und Unterhaching, die zumindest jeweils in einem 2:2 mündeten. „In der öffentlichen Wahrnehmung kommt es so rüber, dass der Charakter der Mannschaft in Frage gestellt wird, die Einstellung fehlen würde“, meint Kittner. Aber: „Genau das greift nicht bei uns. Die Mannschaft zieht im Training voll mit, charakterlich ist das Team voll in Ordnung.“ Viele Spieler würden „Extraschichten schieben“, erklärt er. Es ist Kittners Plädoyer für seine Mitspieler.

Für den Münsteraner ist klar, dass der SCP im Abstiegskampf verfangen ist, es eine schwierige Phase sei. „Wir haben eine Korrektur nun in einem Heimspiel in den eigenen Händen“, sagt Kittner. „Eine Korrektur“, damit sind drei Punkte gemeint. Es würde dem SC Preußen Luft zum Atemholen verschaffen, es wäre ein Anfang der Krisenbewältigung. Der Team-Oldie will vorangehen dabei.

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