Fußball: Oberliga
Nicolai Remberg, der Spätberufene aus Rheine, überrascht bei Preußens Zweiter

Münster -

Dass Nicolai Remberg so durchstartet, hatte Trainer Sören Weinfurtner ganz sicher so nicht auf dem Zettel. Sechs Tore erzielte der Mittelfeldmann für den SC Preußen Münster II bereits in der Oberliga, dazu bringt er jede Menge Spielverständnis mit. Und das ist auch Sportchef Malte Metzelder aufgefallen.

Freitag, 18.10.2019, 15:14 Uhr aktualisiert: 18.10.2019, 15:26 Uhr
Startet gerade durch in der U-23-Auswahl der Preußen: Nicola Remberg
Startet gerade durch in der U-23-Auswahl der Preußen: Nicola Remberg Foto: Peter Leßmann

Und plötzlich ploppen da wieder neue Namen auf. Zuletzt gab Luca Frenkert, ein 19 Jahre alter Innenverteidiger, sein Debüt in der Drittliga-Vertretung des SC Preußen Münster . Nun gut, es war ein Testspiel, aber diese Viertelstunde beim niederländischen Erstligisten FC Groningen kann ihm keiner mehr nehmen.

Frenkert, ein junger Mann mit Fußballer-Wurzeln in Ochtrup, kam aber nur deshalb in diesen Genuss, weil Nicolai Remberg passen musste.

Remberg? Nicolai? Der ebenfalls erst 19 Jahre alte Mittelfeldspieler hat sich im Eiltempo in der Oberliga bei Aufsteiger Preußen Münster II zurechtgefunden. Nach zehn Punktspieleinsätzen stehen bemerkenswerte sechs Treffer für ihn zu Buche. In der Vorsaison erzielte er in 26 Bundesliga-Partien bei den A-Junioren schon bemerkenswerte acht Treffer. Ja, er könnte einer sein, der den Weg von der U-19-Bundesliga bei den Preußen über die Zweitvertretung, in der er Stammkraft ist, hinein ins Profigeschäft schafft. Sein Vertrag läuft bis Sommer 2021, die ersten Schritte sind vielversprechend, er ist bereits jetzt – wie auch Frenkert – häufiger Gast im Training von Sven Hübscher und dessen Drittliga-Team.

Entdecker Tasdelen

„Ich hatte es in der Oberliga härter als in der U-19-Bundesliga erwartet. Und so ist es auch. Mir kommt das entgegen“, erzählt Remberg, der von Cihan Tasdelen im Sommer 2018 bei Eintracht Rheine entdeckt worden war. Der Mittelfeldspieler, Gardemaß 1,85 Meter, hatte nicht bei einem Bundesliga-Nachwuchsteam oder in einem Nachwuchs-Leistungszentrum gespielt. Er ist einer von den Junioren, die unter dem Radar flogen, vor gut einem Jahr griff der SCP zu, für Remberg dürften die Preußen eine große Chance zum Weiterkommen sein.

„Ich halte viel von ihm. Er bringt eine große Motivation mit und es macht Spaß, mit ihm zu arbeiten“, zeigt sich auch Sören Weinfurtner als Trainer von Preußens Zweiter von der Entwicklung des Mittelfeldmannes erfreut. Er nennt Remberg einen „Spätberufenen“, weil dieser lange Zeit durch das Sichtungsraster eigentlich aller Clubs gefallen ist.

Lob von Malte Metzelder

„Die Entwicklung bei Nicolai zeigt, dass unser Weg eigentlich gut funktionieren kann, also die U 23 als Sprungbrett nutzen zu können“, sagt Sportchef Malte Metzelder und hofft auf eine weitere positive Entwicklung von Remberg. Die sogenannten Brückenspieler in dieser Saison sind Dominik Klann und Joel Grodowski. Remberg und Frenkert könnten die nächsten sein. Letztgenannter könnte „in der letzten Reihe alles spielen“, was für den früheren Ochtruper so etwas wie der defensive Ritterschlag durch den Sportchef ist. Und Remberg? Metzelder sieht in dem 19-Jährigen einen Box-to-Box-Spieler, einen Achter mit Torgefahr, der durch die Oberliga-Einsätze Defizite in der Spiel- und Handlungs-Schnelligkeit beheben kann. Und, so Metzelder: „Er hat was, muss aber noch geschliffen werden.“

Der Hochgelobte sieht selbst noch viele Bereiche, in denen er sich verbessern muss, vor allem beim Kopfballspiel und im taktischen Bereich. Nacheifern wird er seinem ersten großen Idol nicht mehr, Cristiano Ronaldo ist heute nicht mehr sein Favorit. „Toni Kroos versuche ich dagegen schon Sachen abzuschauen, obwohl ihm etwas Tempo fehlt“, sagte Remberg und lacht. Vielleicht war das etwas viel Kritik an einem Superstar des Fußballs, an Kroos, dem Weltmeister und vierfachen Champions-League-Gewinner von Real Madrid.

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