Fußball: 3. Liga
Preußens Remis gegen Großaspach ist eine gefühlte Niederlage

Münster -

Der SC Preußen Münster muss sich im Kellerduell gegen die in Unterzahl spielende SG Sonnenhof Großaspach mit einem 1:1 zufriedengeben und verharrt im Tabellenkeller.

Samstag, 19.10.2019, 16:50 Uhr aktualisiert: 19.10.2019, 17:20 Uhr
Fußball: 3. Liga: Preußens Remis gegen Großaspach ist eine gefühlte Niederlage
SCP-Coach Sven Hübscher nach dem Abpfiff. Foto: Jürgen Peperhowe

3. August 2019. An diesem Samstag war die Preußen-Welt zuletzt so richtig rosarot. Als der 1. FC Kaiserslautern nach einer beeindruckenden Vorstellung mit 3:2 besiegt wurde, kletterten die Jungs aus dem Adlerhorst auf Rang sieben mit sieben Zählern auf dem Buckel. Drei Punkte bis auf Tabellenführer Ingolstadt. Alles in Butter. Sieben Partien ohne Sieg folgten. Das Wort Krise machte die Runde. Trainer Sven Hübscher geriet unweigerlich ins Schussfeld. Nach dem bitteren 1:1 (1:0) gegen die SG Sonnenhof Großaspach sieht die Welt an diesem 19. Oktober nicht wirklich freundlicher aus. Und Münsters Fußball-Lehrer wird in den nächsten Wochen weiter unter besonderer Beobachtung stehen.

Dabei sah der Platzherr durch den Treffer von Fridolin Wagner aus der 17. Minute lange wie der sichere Sieger aus. Das Ende der Negativ-Serie schien zum Greifen nahe. Und dann übertrafen sich die Preußen im Strafraum an Kopflosigkeit. Zunähst trat Simon Scherder über das Leder. Sein Fauxpas wurde durch seine Vorderleute noch einigermaßen bereinigt, aber so richtig wollte das Leder nicht aus der Gefahrenzone. Zu allem Überfluss faustete der sonst tadellose Max Schulze Niehues den Ball nicht weit genug aus dem Strafraum. Über Umwege fand das Spielgerät den Weg zum eingewechselten Dimitry Imbongo Boele, der mit einem wuchtigen Schuss unter die Latte traf (87.). Aus der Traum vom ersten Erfolgserlebnis nach Monaten der Tristesse. „Das Remis fühlt sich für uns wie eine Niederlage an“, brachte es Hübscher auf den Punkt.

Überraschungen hielt vor der Partie die Aufstellung bereit. Ole Kittner, am vergangenen Dienstag 32 geworden und damit der Älteste im Bunde, drückte die Bank. An seiner Seite: die beiden Kreativköpfe Maurice Litka und Nico Brandenburger. Hübscher hatte nur eine Änderung gegenüber dem eindrucksvollen 2:2 bei der Spielvereinigung Unterhaching vorgenommen. Für Litka rückte Heinz Mörschel in die Startelf. Das richtige Rezept?

Zumindest hatte Münster bislang daheim immer einen guten Tag erwischt gegen die Sportgemeinschaft. Drei Siege aus fünf Spielen zeugten im Vorfeld von einer guten Quote. Allein das 1:4 am 9. Dezember 2017 fiel aus dem Rahmen. Lang ist das her. Vielleicht ja ein gutes Omen für das „Schlüsselspiel“ der Kellerkinder, das von einem nicht unbekanntem Mann in Schwarz geleitet wurde: Robert Kempter (Stockach). Gerade 31 Jahre jung. Er hat bereits Geschichte geschrieben. Am 12. September 2008 leitete er das Zweitligaspiel zwischen Alemannia Aachen und dem FC Ingolstadt mit 20 Lenzen. Der jüngste Referee, der es je ins Unterhaus geschafft hat. Hut ab!

SC Preußen Münster – SG Sonnenhof Großaspach

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  • Münsters Heinz Mörschel bleibt Sieger im Kopfballduell mit Dennis Slamar.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Okan Erdogan kämpft um den Ball.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Seref Özcan versucht, ans Leder zu kommen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • SCP-Stürmer Rufat Dadashov im Luftduell mit Kai Gehring.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Allerlei Action im Strafraum der Großaspacher.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Rufat Dadashov behauptet den Ball gegen Julian Leist.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Sehen Sie im Folgenden viele weitere Bilder der Partie.

    Foto: Jürgen Peperhowe
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  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe

Mit wenig sind sie aktuell beim SC Preußen zufrieden, die Zuschauer. Kein Wunder, das die treue Anhängerschaft die Führung extrem lange genoss. Wirbelwind Seref Özcan setzte sich auf der linken Seite durch, hob den Kopf und bediente Fridolin Wagner, der mit einem Schlenzer in den Giebel vollstreckte. Großes Aufatmen im Rund. Münster lag überraschend vorn in einer Partie, die kaum Höhepunkte im ersten Abschnitt bot. Das war ein großer Krampf auf beiden Seiten. Sebastian Bösel hatte nach fünf Minuten noch die beste Chance, den Gast in Führung zu bringen, fand in dem starken Schulze Niehues seinen Meister. Beide Defensivketten ließen in den ersten 45 Minuten kaum was zu. Das war nicht immer so aus Sicht des SCP. Manchmal hat das Team in den vergangenen Wochen nahezu um ein Gegentor gebettelt. Der Halbzeitpfiff durch Kempter wirkte wie eine Erlösung.

Hübscher sieht die Gelbe Karte

Aber Münster führte. Und kämpfte. Wohl wissend, was auf dem Spiel stand. Özcan hatte nach 51 Minuten das 2:0 auf dem Puschen, scheiterte an Großaspachs Nummer eins, Maximilian Reule. Unmittelbar danach war Kapitän Julian Schauerte durch. Auch er blieb glücklos. Hübscher entsendete seine gesamte Meute zum Warmmachen. Und kassierte nach 61 Minuten die Gelbe Karte. Der Coach hatte sich nach einem Foul an Rufat Dadashov samt anschließender Rangelei wohl ein wenig zu sehr beim Unparteiischen echauffiert. Egal. Seine Jungs hielten die Null. Und zitterten. Niklas Sommer und Panagiotis Vlachodimos vergaben knapp (63./64.). Nach 67 Minuten bewahrte Schulze Niehues seine Garde mit einem Blitzreflex gegen Kai Gehring vor dem Ausgleich. Weil Münsters Schnapper die Finger im Spiel hatte, touchierte Gehrings Kopfball nur die Latte.

Trotz Überzahl keine Sicherheit

Im Nieselregen sollte die Ampelkarte gegen Sebastian Bösel den Preußen eigentlich in die Karten spielen (78.). Sicherheit ins Spiel brachte aber auch die Überzahl nicht. In Minute 87 passierte denn doch das Unvorstellbare. Die Enttäuschung war riesig. Remis. Zwei Zähler verloren. Und nach acht Partien ohne Sieg irgendwie am Scheideweg. Am Samstag geht es nach Ingolstadt. Eine hohe Hürde. Mut machen allein die Punkteteilungen bei so Spitzenteams wie Halle (2:2) und Unterhaching (2:2). Wenngleich ein Zähler im Ranking unter dem Strich nicht so richtig viel wert ist.

Preußen Münster: Schulze Niehues - Schauerte, Erdogan, Scherder, Rossipal - Wagner (86. Brandenburger), Rodrigues Pires - Özcan (82. Litka), Mörschel (73. Grodowski), Heidemann - Dadashov

SGS Großaspach: Reule - Gehring, Leist, Slamar, Behounek - Sommer (81. Hingerl), Bösel, Jüllich, Vlachodimos - Röttger (72. McKinze Gaines II), Brünker (65. Imbongo Boele)

Tore: 1:0 Wagner (17.), 1:1 Imbongo Boele (87.)

Schiedsrichter: Robert Kempter (Stockach)

Zuschauer: 5084

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