Fußball: 3. Liga
Preußen Münster schnuppert am Sieg beim FC Ingolstadt

Ingolstadt -

Was für ein Dilemma: Preußen Münster führte mit 2:0 beim FC Ingolstadt – und musste sich nach 90 Minuten mit 2:3 geschlagen geben. Das neunte Spiel in Serie ohne Sieg. Es wird eng.

Sonntag, 27.10.2019, 20:58 Uhr aktualisiert: 28.10.2019, 14:42 Uhr
Münster jubelt, Münster hadert, Münster zaubert, Münster verliert: Der SCP (oben links) feiert die 2:0-Führung, wenig später ärgert sich Luca Schnellbacher (oben rechts) über das 1:2. Maurice Litka (unten links) spielte gut eine Stunde Katz und Maus mit der Ingolstädter Verteidigung, ehe am Ende Tobias Schröck den Ball zum Siegtreffer über die Linie bugsiert.
Münster jubelt, Münster hadert, Münster zaubert, Münster verliert: Der SCP (oben links) feiert die 2:0-Führung, wenig später ärgert sich Luca Schnellbacher (oben rechts) über das 1:2. Maurice Litka (unten links) spielte gut eine Stunde Katz und Maus mit der Ingolstädter Verteidigung, ehe am Ende Tobias Schröck den Ball zum Siegtreffer über die Linie bugsiert. Foto: Marco Steinbrenner

Vermutlich noch schlimmer als eine deutliche Niederlage ist diejenige, die kaum zu erklären ist. Genau diese, wenn nach einer gewissen Spielzeit drei Zähler schon auf dem Silbertablett liegen, wenn als Trostpflaster zumindest der eine Punkt zum Greifen nah ist, doch dann kommt alles ganz anders, ganz fürchterlich. So saß Sven Hübscher nach der 2:3 (2:1)-Auswärtsniederlage des SC Preußen Münster bedröppelt auf dem Podium des Audi-Sportparks. Artig gratulierte er Jeff Saibene , Trainer des FC Ingolstadt , zum Sieg. „Es war einfach schade, die Jungs hätten mindestens den Punkt verdient gehabt.“

Wie Hohn musste es in seinen Gehörgängen scheppern, als der Luxemburger Saibene zu guter Letzt sagte: „Nach der Pause hatten wir ein, zwei Mal Glück. Unterm Strich ist unser Sieg verdient.“ Verdient und unverdient, diese Kategorien gibt es nicht im Fußball, nur die nackten Zahlen, wenn der Schiedsrichter abgepfiffen hat. Und als ob das alles noch nicht schwer genug zu verdauen gewesen wäre, schickte der FCI-Coach die für einen Fußballer schlimmsten Genesungswünsche hinterher: „Wenn ihr so weiterspielt, dann habt ihr die Chance, da unten rauszukommen.“

Generös gemeint, und es fühlt sich dennoch wie Salz in der Wunde an, wenn der Verlierer das hören muss. „Fußball ist ein Ergebnissport“, sagte dann auch Münsters Abwehrchef Ole Kittner achselzuckend, das Lob für eine über weite Strecke ansehnliche Leistung war ihm schnuppe. Der künstlerische Wert der Preußen-Darbietung war durchaus gut anzuschauen, das Resultat war für die Tonne. Wie konnte das passieren?

Denn der SCP, vor dieser Partie mit nur vier Punkten aus acht sieglosen Partien, drehte eine knappe halbe Stunde den Aufstiegsaspiranten aus Bayern förmlich ein. Das war mit das Beste, nein eigentlich war das die beste erste Halbzeit dieser Saison. Luca Schnellbacher (18.) und Maurice Litka (24.) hatten – endlich mal – den Spieß umgedreht, sonst lag meist die Konkurrenz in Führung zur Pause. Münster hätte sogar höher führen können, die Hausherren stolperten von einer Verlegenheit in die nächste. Die Preußen spielten Ingolstadt förmlich an die Wand, führten verdient mit einer auf sechs Positionen veränderten Startelf. Es wäre zu schön gewesen . . .

Nun dauern in der Regel Fußballspiele länger als besagte 30 Minuten. In den nächsten 30 Minuten verpasste es der SCP, den Hausherren endgültig den Zahn zu ziehen. Das 1:2 durch Fatik Kaya (27.) war der erste plausible Angriff von Ingolstadt. Und nun entwickelte sich die Partie des 13. Spieltages vergleichbar mit dem 1:1 der Preußen gegen Großaspach vor Wochenfrist.

Die Preußen verloren ihre Effektivität, noch nicht den Spielwitz, als nach der Pause Litka und Nico Brandenburger im Doppelpack (49.) und Schnellbacher (51.) mit hochkarätigsten Chancen nicht zur Sache kamen.

Als Marcel Gaus (60.) zum 2:2 ausglich, begann die dritte und entscheidende Phase der Partie. Ein zäher Abnutzungskampf, teilweise ein Gewurschtel um kleinste Vorteile. Vielleicht war es ein Fehler von Sven Hübscher, nicht früher zu wechseln, die Defensive aufzuwerten. Obwohl die Zeit dafür längst vorbei war, wollte der SCP das Ding spielerisch lösen.

„Wir konnten nicht mehr die Ordnung halten“, erklärte der lange Zeit überragende Angreifer auf dem Feld, Maurice Litka. Und: „Das müssen wir uns selbst ankreiden, wir hätten besser verteidigen müssen. Cleverer sein.“ Ingolstadt überzeugte nicht, sondern erhöhte einfach die Intensität, den Druck, setzte den Gästen immer mehr zu, auf den einen schwachen, laxen Moment wartend.

Der kam: Nach der elften Ecke war Innenverteidiger Tobias Schröck zur Stelle, vier Minuten vor dem Ende bugsierte er den Ball zum 3:2 über die Linie. Heinz Mörschel hatte den eingewechselten Caniggia Elva unbedrängt den Ball in die Gefahrenzone köpfen lassen. Vier Minuten vor dem Ende hatte Großaspach das 1:1 in Münster in Unterzahl erzielt. Wieder nichts, die Lage wird für den SCP immer bedrohlicher, leistungstechnischer Lichtblick hin oder her.

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