Fußball: Drittligist noch mit vier Heimspielen in diesem Jahr
Die große Ratlosigkeit der Preußen

Münster -

Preußen Münster steckt im Abstiegskampf. Nach dem 3:3 im Heimspiel gegen den Chemnitzer FC ist der Fußball-Drittligist in zehn Partien in Folge ohne Sieg. Nächster Anlauf auf drei Punkte: Am 11. November gastiert Eintracht Braunschweig im Preußenstadion. Das erste von noch vier Heimspielen in diesem Kalenderjahr.

Montag, 04.11.2019, 15:57 Uhr aktualisiert: 05.11.2019, 17:14 Uhr
So schießt man Tore: Seref Özcan (Nummer 7) traf gegen Chemnitz zum 3:3-Endstand in der Nachspielzeit
So schießt man Tore: Seref Özcan (Nummer 7) traf gegen Chemnitz zum 3:3-Endstand in der Nachspielzeit Foto: Jürgen Peperhowe

Ratlosigkeit machte sich nach dem Spiel breit. Wieder hatte der SC Preußen Münster drei Gegentore kassiert, diesmal im eminent wichtigen Kellerkinderduell gegen Aufsteiger Chemnitzer FC . Drei zu drei, macht einen Punkt, zwei zu wenig. Doch wenn man ehrlich ist, dann saß unter diesen Umständen nicht mehr drin als ein Zähler. Der Drittligist dreht und windet sich im Abstiegsmorast. Vorletzter ist das Team von Trainer Sven Hübscher, Besserung ist aktuell nicht in Sicht. Gegner freuen sich auf die Preußen. Da wird Toreschießen leicht gemacht.

Natürlich ist der Abstieg im neunten Jahr der Drittliga-Zugehörigkeit keine beschlossene Sache, gleich mit einem Sieg können die Preußen die Abstiegsränge verlassen, mit einer kleinen Serie Anschluss zum unteren Mittelfeld der Spielklasse herstellen. Optimismus kann helfen – wenn da nicht die Tendenz wäre, die zehnteilige Serie ohne Sieg.

Hübscher wirkte nach der Partie gegen Chemnitz genervt, diesen Anflug von Lobhudelei wollte er gar nicht hören, dieses hervorheben von Moral und Kampfgeist. Drei Rückstände hatte seine Mannschaft ausgeglichen. Zuvor allerdings auch dreimal gehörig gepatzt in der Verteidigungsarbeit. Wieder und wieder passieren diese Fehler, wirken Preußen-Akteure passiv im Zweikampf, ermöglichen die „einfachen und leichten Tore“ – wie es unisono die meisten Spieler durchaus mit einem Anflug von Selbstkritik befinden.

So stellt sich dann auch die Qualitätsfrage, inwieweit das Aufgebot der Preußen aktuell drittligatauglich ist. Oder Hübscher seiner Mannschaft einen mangelhaften „Matchplan“ mit auf die Reise gibt, zu sehr auf fußballerische Lösungen setzt und die rustikalen Lösungen – im Übrigen Standard im Abstiegskampf – hinten anstellt.

Also, sprach Zarathustra oder wer auch immer: Noch bleiben sechs Partien in diesem Jahr, die Bilanz deutlich zu schönen. Vier Partien gegen Braunschweig, Mannheim, Magdeburg und 1860 München trägt der SCP daheim aus, zudem geht es nach Zwickau und Meppen. Nicht nur die Chancen auf insgesamt 18 Punkte sind dann vorhanden, sondern auch die Möglichkeit, den Zuschauerschnitt zu steigern. Die Zahlen sind dramatisch rückläufig, durchschnittlich 6172 Besucher kamen zu den bisherigen Heimspielen. Das ist wenig, Tendenz bei weiterem sportlichen Abschwung weiter fallend. Nur die Preußen selbst können diesen fatalen Trend stoppen, am besten mit einem Heimsieg am 11. November gegen Eintracht Braunschweig. Die Eintracht war in der vergangenen Saison in einer vergleichbaren Lage wie der SCP und zog sich selbst noch aus dem Sumpf.

  • Verhandlung:
  • Das DFB-Sportgericht wird den Einspruch des Halleschen FC gegen die Wertung des Drittligaspiels gegen Preußen Münster am Freitag (14 Uhr) in der DFB-Zentrale in Frankfurt/Main verhandeln. Das gab der Verband am Montag bekannt. Geleitet wird die Sitzung von Stephan Oberholz, dem stellvertretenden Vorsitzenden des DFB-Sportgerichts.

Das Gericht verwies darauf, dass keine Regelverstöße von Schiedsrichter Michael Bacher (Amerang) zu erkennen seien und nur Tatsachenentscheidungen vorlägen – diese sind nicht anfechtbar. Dagegen hatte Halle erneut Einspruch eingelegt. Die Begegnung am 21. September in Halle endete 2:2. In der Partie hatte Bacher bei einem Wechsel Halles in der 84. Minute den falschen Spieler vom Feld geschickt, im Anschluss fiel der Ausgleich für Münster.

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