Fußball: 3. Liga
Ehemaliger Preußen-Trainer Antwerpen übernimmt in Braunschweig

Braunschweig -

Marco Antwerpen hatte einige Monate auf diese Chance gehofft. Nun übernimmt der frühere Trainer von Preußen Münster mit Eintracht Braunschweig einen ambitionierten Drittligisten, der zugleich noch alle Chancen hat im Aufstiegsrennen mitzumischen.

Montag, 18.11.2019, 12:06 Uhr aktualisiert: 18.11.2019, 14:30 Uhr
Marco Antwerpen
Marco Antwerpen Foto: dpa

Im Sommer verabschiedete sich Marco Antwerpen nach eineinhalb erfolgreichen Jahren und verließ Preußen Münster . Nun hat Drittliga-Rivale Eintracht Braunschweig nur einen Tag nach der Trennung von Christian Flüthmann genau ihn als neuen Cheftrainer verpflichtet. Antwerpen soll den Meister von 1967 zurück in die 2. Bundesliga führen. Der 48-Jährige unterschrieb einen Vertrag bis zum Saisonende, dies teilte der Verein am Montag mit.

„Er hat in der Vergangenheit bei mehreren Clubs schon sehr erfolgreich mit Mannschaften gearbeitet. Er steht für eine offensive Spielweise, verfügt über viel Erfahrung und kennt sich in der 3. Liga bestens aus“, sagte Eintrachts Sportdirektor Peter Vollmann. Antwerpen, der am Samstag (14 Uhr) mit einem Liga-Heimspiel gegen den Chemnitzer FC seinen Einstand feiert, meinte: „Ich freue mich auf diese reizvolle Aufgabe bei einem Traditionsverein. Die Herausforderung nehme ich sehr gerne an.“

Braunschweig belegt nach 15 Spieltagen aktuell Platz fünf mit drei Punkten Rückstand auf einen Aufstiegsplatz. Nach einem starken Saisonstart konnte die Eintracht in den vergangenen acht Ligaspielen nur einen Sieg verbuchen.

Die Trainer des SC Preußen Münster seit 2010

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  • Am 1. Dezember 2019 wurde Sven Hübscher als Cheftrainer entlassen. Arne Barez, der derzeit das U19-Bundesligateam betreut, wird das Training der ersten Mannschaft interimsweise leiten.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Sven Hübscher (Bildmitte) als Chef- und Tobias Hellwig (nicht im Bild) als Co-Trainer übernahmen an der Hammer Straße erst im Sommer 2019. Beide erhielten Verträge bis zum 30. Juni 2021.

    Foto: Witters
  • Im Dezember 2017 trat Marco Antwerpen den Trainerjob bei Preußen Münster an. Seinen bis Sommer 2019 laufenden Vertrag verlängerte er nicht. Er heuerte später bei Eintracht Braunschweig an.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Benno Möhlmann kam im Herbst 2016 in höchste Not und rettete mit einer starken Rückserie den SCP vor dem Abstieg. Der Routinier war im Verein extrem beliebt, doch im Dezember 2017 musste auch er gehen, nachdem die Preußen wieder auf einen Abstiegsplatz gerutscht waren und der Trend fatal wirkte. 

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Horst Steffen kam an Heiligabend 2015 als Nachfolger von Ralf Loose und musste Anfang Oktober 2016 die Preußen wieder verlassen. Als Trainer ist er gescheitert, das belegte die Tabelle, die saisonübergreifende Schreckensbilanz des 47-Jährigen und vor allem die allzu häufig leb- und ratlosen Vorstellungen der Spieler. Dennoch hat Steffen in Münster Eindruck hinterlassen. Er war immer gesprächsbereit, stets offen, selbstkritisch und bei Fans wie Spielern beliebt – vor allem war er angetreten mit der Idee eines sehenswerten Offensivfußballs. Leider schaffte diese Idee viel zu selten die Platzreife. Außerhalb des Platzes stimmte die Chemie – auf dem Feld verpuffte das Experiment mit einem leisen Zischen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Nach einer Talfahrt trennte sich der SC Preußen im Dezember 2015 von Ralf Loose (5.9.2012 bis 19.12.2015). Der 52-Jährige war der elfte Trainer, der im dritten Jahrtausend die Adlerträger betreute, der neunte, der vorzeitig seine Aufgabe beenden musste, aber wohl auch der, der mit der hochkarätigsten Platzierung seinen Dienst quittieren musste. Loose hinterließ seinen SCP auf Platz sechs der 3. Liga. Lediglich Georg Kreß war im April 2007 besser platziert.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Carsten Gockel war vom 5. bis 15.9.2012 Interimstrainer.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Pavel Dotchev trainierte die Preußen vom 24.1.2012 bis 5.9.2013. Dotchev hatte den SCP im Januar 2012 im Abstiegskampf ans sichere Ufer geführt, dann fußballerisch weiterentwickelt. Der Vertrag des 47-Jährigen wäre noch bis Sommer 2014 gelaufen und hätte sich im Fall des Zweitliga-Aufstiegs bis 2015 verlängert. In der Vorsaison aber verpasste der SCP auf der Zielgeraden den Zweitliga-Aufstieg und stolperte bis auf Rang 16 – drei Punkte vor einem Abstiegsrang. Beim Abschied des Trainers schwang viel Sympathie mit. Einige Spieler rangen mit den Tränen, auch Dotchev kämpfte um Fassung. Interimsmäßig sprangen Gockel und Co-Trainer Babacar N´Diaye ein.

    Foto: Christian Butzhammer
  • Marc Fascher trainierte die Preußen vom 21.3.2010 bis 23.1.2012. Der gebürtige Hamburger hatte im März 2010 beim damaligen Regionalligisten aus Münster den beurlaubten Roger Schmidt ersetzt. In der Saison 2010/11 gelang der Gewinn der Meisterschaft und der Aufstieg in die 3. Liga. Es war Münsters erster Aufstieg seit 1989, Faschers Renommee glich ab sofort fast schon dem eines Helmut Horsch. Letztgenannter hatte 1989 den SCP in die 2. Bundesliga geführt. Nach einer Talfahrt der Preußen beendete Fascher im Januar 2012 die Debatten um seine Person, die Hängepartie um eine Vertragsverlängerung, mit einem Handstreich, und ging.

    Foto: Wilfried Hiegemann
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