Fußball: 3. Liga
Neuer Tiefpunkt für Preußen in Zwickau

Zwickau -

Wer nach den erschreckenden Spätsommer- und Frühherbst-Wochen dachte, schlimmer kann es für Preußen Münster nicht kommen, lag falsch. Das 2:4 (1:2) beim FSV Zwickau war am Samstag in einer an Tiefpunkten nicht armen Saison das bislang heftigste Negativerlebnis. Normalerweise wird es für Trainer Sven Hübscher jetzt eng.

Samstag, 23.11.2019, 16:40 Uhr aktualisiert: 24.11.2019, 09:10 Uhr
Fußball: 3. Liga: Neuer Tiefpunkt für Preußen in Zwickau
Elias Huth macht das 4:1 für Zwickau. Foto: Sebastian Sanders

25 Minuten lang zeigte Preußen Münster beim zuletzt ebenfalls schwächelnden und keineswegs ausgeruhten FSV Zwickau eine ansehnliche Vorstellung. Danach ließ sich der Tabellenvorletzte vorführen, brach auseinander und raubte vielen Anhängern mit dieser Vorstellung beim 2:4 (1:2) schon fast die Hoffnung auf den Klassenerhalt. Ob Trainer Sven Hübscher nun die Hauptschuld daran trägt oder nicht – die Diskussion um seine Person ist nach diesem Minusauftritt neu entbrannt. Sportchef Malte Metzelder wollte „erst mal das Spiel sacken lassen“. Er sagte: „Wir sind hier untergegangen.“ Ein Schnellschuss ist aber nicht zu erwarten. Die Wahrscheinlichkeit des Abstiegs war in neun Drittliga-Spielzeiten nie so groß wie momentan.

Der Coach fasste das Geschehen geknickt zusammen: „Das Spiel fing denkbar schlecht an und hörte auch so auf. Wir haben uns vor der Pause eine Zeit lang auf unsere Stärken konzentriert, dann aber den Zugriff verloren, unsere Linie verlassen, Zweikämpfe verloren, selbst weite Bälle geschlagen, uns drauf eingelassen.“ Sehr treffend seine Einschätzung zum Gegner: „Die Zwickauer haben uns vorgemacht, wie man spielt: fair, aber körperbetont. Sie haben uns hinterher weggebissen.“

Obwohl Max Schulze Niehues nach seinem Bandscheibenvorfall wieder im Training ist, blieb Oliver Schnitzler im Kasten. Zwei Wechsel gab es dennoch. Für Luca Schnellbacher (muskuläre Probleme) begann der rechtzeitig fit gewordene Rufat Dadashov in der Spitze. Links vorne löste Maurice Litka nach abgesessener Sperre Philipp Hoffmann (Bank) ab.

Alle guten Vorsätze, mal ohne Gegentor zu bleiben, waren nach zweieinhalb Minuten über den Haufen geworfen. Freistoß aus 30 Metern für den Gastgeber, Fabio Viteritti nahm Maß, Keeper Schnitzler sah in die Sonne und schlecht aus bei diesem Hammer. 1:0 (3.), was für ein Fehlstart für den Krisenclub. Doch was folgte, ließ alle im Stadion erstaunen: Keine 60 Sekunden später hatte der SCP schon egalisiert. Heinz Mörschel fing einen Ball am Mittelkreis ab, nahm Anlauf, leitet auf Litka nach links weiter. Nach dessen Hereingabe scheiterte Mörschel zwar noch an Torhüter Johannes Brinkies, doch Seref Özcan stocherte den Abstauber über die Linie (4.). Eine starke Antwort!

Adler mit furioser Anfangsphase

Und beinahe hätte gleich die nächste Umschaltaktion schon zur Führung geführt. Litka bediente Niklas Heidemann, der flankte direkt, doch Mörschel bekam per Kopf keinen Druck hinter den Ball (6.). Die Adler gefielen in dieser furiosen Anfangsphase mit guter Technik und schnurgeradem Spiel nach vorn. Sie mussten aber bei den hohen Bällen auf Ronny König und Elias Huth , die die Kugel gut versuchten festzumachen, aufmerksam bleiben. Nach einem Gewusel im Strafraum, an dem König beteiligt war, kam Julius Reinhardt zum Abschluss (17.), bei der folgenden Ecke auch noch mal Leon Jensen (18.). Schnitzler musste dann zweimal eingreifen, als erst Marcus Godinho und dann erneut Jensen recht frei draufhielten (22.). Im Gegenzug dann wieder Münster: Nach einem Litka-Freistoß entschärfte Brinkies den Kopfball von Mörschel, den Nachschuss jagte Simon Scherder drüber (24.).

FSV Zwickau – SC Preußen Münster

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  • Preußen-Keeper Oliver Schnitzler rettet vor Morris Schröter.

    Foto: Sebastian Sanders
  • Zwei Zwickauer können gerade noch vor Simon Scherder klären.

    Foto: Sebastian Sanders
  • Da war noch alles gut: Seref Özcan erzielt das schnelle 1:1 in der 4. Spielminute.

    Foto: Sebastian Sanders
  • Sehen Sie im Folgenden viele weitere Impressionen aus Zwickau.

    Foto: Sebastian Sanders
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Hin und her ging es, zahlreiche Standards gaben der Partie noch mehr Würze. Nach einer halben Stunde wurde es hitziger, Schiedsrichter Marcel Gasteier geriet mit ein paar umstrittenen Entscheidungen mehr und mehr in den Fokus. Glück hatte Ole Kittner, der gegen König im Sechzehner so gerade noch im Rahmen des Erlaubten blieb mit seinem Ziehen (31.). Scherder handelte sich für völlig unnötiges Ballwegschlagen nach einem nichtgeahndeten Foul an Litka Gelb ein (32.). Schnitzler, der sich einigermaßen gefangen hatte, segelte dann unter einer Flanke her und stellte erleichtert fest, dass Huth das Leder drüberköpfte (39.). Nach einem Stolperer des bis dahin guten Okan Erdogan gab’s eine Doppelchance für Zwickau: Morris Schröter scheiterte an Schnitzler, Jensen setzte zu hoch an (43.). Münster überließ den Hausherren mehr und mehr das Feld, war wesentlich weniger griffig und setzte kaum noch Nadelstiche. So fing sich Preußen noch vor der Pause nicht unverdient das 1:2: Scherder klärte eine Flanke von Marcus Godinho nur unzureichend, Kittner warf sich noch wagemutig in Reinhardts Schuss, doch Godinho brachte gegen den schläfrigen Erdogan den Ball noch mal rein, sodass Huth ihn vor Scherder an Schnitzler vorbeinicken konnte (45.+1).

Nach der Pause war die Sache durch

Gleich nach der Pause, in der es keine Wechsel gab, kam König nach einer Schröter-Flanke schon wieder frei zum Kopfball (46.). Drei Minuten später war die Sache dann schon durch. Nach einem Einwurf stand mal wieder die komplette Defensive Pate, Kittner unterlag in der Luft König, Viteritti bediente rechts Schröter, der viel Platz hatte und die Kugel ins kurze Eck jagte (49.). Noch schlimmer geht nicht? Doch, klar! Viteritti führte einen Freistoß schnell, vermutlich sogar irregulär schnell, aus, schickte Huth völlig frei auf die Reise, der vor Schnitzler die Ruhe behielt und das 4:1 markierte (52.). Die Heimfans riefen „Absteiger, Absteiger!“ Das musste jedem Münsteraner in der Seele wehtun.

Totale Verunsicherung beim SCP

Danach herrschte erst mal totale Verunsicherung. Etwas Aufbäumen war bei Scherders Kopfball, den Brinkies parierte, zu erkennen (59.). Kittner setzte die Kugel bei einer ähnlichen Eckball-Szene kurz darauf vorbei (66.). Die Sachsen begannen schon mal munter durchzuwechseln, sie waren sich ihrer Sache sicher, weil die Adler zwar teilweise anrannten, aber keine Mittel mehr fanden. Huth hätte sogar freistehend noch nachlegen können für die Schwäne, Schnitzler stand aber im Weg (72.). Als sich Dadashov im Fünfmeterraum eine Großchance bot, grätschte Davy Frick dazwischen (77.). Auf der anderen Seite checkte Scherder Schröter weg und hätte die Ampelkarte sehen können (78.). Die Deckung stand weiter neben sich. Schnitzler lenkte eine Flanke von Nils Miatke mit Mühe über die Latte (79.), Heidemann lud Huth drei Meter vor dem Kasten zum Torschuss ein, aber der Keeper parierte (80.). Im FSV-Sechzhener wurden erst Dadashov und Kittner in letzter Sekunde geblockt (80.), ehe Scherder im zweiten Anlauf flankte und die Kugel über Schröter und vielleicht auch Mörschel ins Netz trudelte (82.). Ergebniskosmetik, mehr nicht.

Freuen durfte sich noch Marcel Hoffmeier über sein Drittliga-Debüt. Er kam für Dadashov. Gerrit Wegkamp fand noch in Schnitzler seinen Meister (87.). Dann war Schluss, und die Münsteraner schlichen wie begossene Pudel vom Rasen. Das war in vielen Facetten nicht drittligatauglich.

„Unfassbare Enttäuschung in der Kabine“

Zu einem anderen Schluss kamen auch die Profis nicht. „Wie in den letzten Wochen, viel zu einfache Gegentore“, sagte Özcan. „Es war ein klassisches Drittliga-Spiel. Viel Kampf, viele lange Bälle. Genau darauf haben wir uns die ganze Woche vorbereitet. Und dann kriegen wir wieder so leichte Dinger. Wir müssen irgendwie aus diesem Loch kommen.“ Völlig konsterniert war auch Kittner, der Abwehrchef. „Wir können uns nur bei den Fans entschuldigen, die quer durch Deutschland fahren. Es ist eine unfassbare Enttäuschung in der Kabine. Es ist seit Wochen dasselbe“, sagte er. Die Hoffnung schwindet. Immerhin sind es noch 22 Spiele.

FSV: Brinkies - Godinho, Handke (56. Hehne), Frick, Miatke - Schröter Jensen, Reinhardt, Viteritti (63. Hauptmann) - König, Huth (83. Wegkamp)

SCP: Schnitzler - Schauerte, Kittner, Scherder, Heidemann - Wagner (66. Hoffmann), Erdogan - Özcan, Mörschel, Litka (73. Rodrigues Pires) - Dadashov (85. Hoffmeier)

Schiedsrichter: Marcel Gasteier (Lahnstein)

Tore: 1:0 Viteritti (3.), 1:1 Özcan (4.), 2:1 Huth (45.+1), 3:1 Schröter (49.), 4:1 Huth (52.), 4:2 Mörschel (82.)

Zuschauer: 4044

Gelb: Huth / Scherder, Mörschel, Kittner, Wagner

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