Fußball: 3. Liga
Fatales Preußen-Muster tritt immer wieder auf

Münster -

Die Analyse, warum diese Saison für Preußen Münster so mies verläuft, warum immer wieder dieselben Fehler und dieselben Probleme auftreten, haben die Verantwortlichen nicht erst am Wochenende aufgenommen. Bei der Schlappe von Zwickau bestätigten sich einmal mehr viele Eindrücke.

Sonntag, 24.11.2019, 21:15 Uhr aktualisiert: 24.11.2019, 21:30 Uhr
Tacheles am Zaun und auf der Bank: Das Team um Ole Kittner (M.) stellte sich den Fans, Max Schulze Niehues erklärte Maurice Litka (r.) saubere Manieren.
Tacheles am Zaun und auf der Bank: Das Team um Ole Kittner (M.) stellte sich den Fans, Max Schulze Niehues erklärte Maurice Litka (r.) saubere Manieren. Foto: Sebastian Sanders

Die Mechanismen des Geschäfts griffen schon am Samstag. Zumindest, als sich die Preußen-Profis in die Kurve begaben und die Köpfe tief nach unten neigten. Erst die wütende Schelte der etwa 150 mitgereisten Fans, dann ein paar erklärende Worte der Führungsspieler, schließlich doch aufmunternder Applaus von den Rängen. Und das trotz der in Teilen erschreckenden Leistung, die die Münsteraner angeboten hatten. 2:4 (1:2) beim FSV Zwickau . Auf dezente Hoffnungsschimmer folgte wie immer in diesem Herbst ein kolossaler Rückschlag. Ein Muster. Der Frust sitzt verständlicherweise tief. Maurice Litka verzichtete nach seiner Auswechslung auf jegliches Abklatschen mit der Bank und fing sich ein paar deutliche Worte von Keeper Max Schulze Niehues, der dort saß, ein.

Daraus teaminterne Unstimmigkeiten abzuleiten, wäre falsch. Doch kann alles in Butter sein, wenn sich seit Monaten zumindest alle zwei Wochen unerklärliche Szenen auf dem Platz abspielen? Trainer Sven Hübscher (Punkteschnitt 0,81), auf den sich in diesen Tagen viele stürzen und dessen Schicksal sich wohl am Montag in einer Gremiensitzung entscheidet, nahm zu seiner persönlichen Situation natürlich nicht Stellung, sondern beschränkte sich auf die nüchterne Analyse: „Wir haben uns in der ersten Phase des Spiels auf unsere Stärken konzentriert, dann aber noch vor der Pause den Zugriff, unsere Linie, zu viele Zweikämpfe verloren.“

Alles richtig, aber alles schon x-mal so oder so ähnlich vorgekommen in dieser Saison. Die Misere lässt sich seit September in Ergebnissen ablesen und deutet sich noch länger an. „Zwickau hat fair, aber körperbetont gespielt und uns vorgemacht, wie es geht. Wir haben uns auf den Stil eingelassen und wurden weggebissen“, so der 40-Jährige. Die Erkenntnis der vergangenen Partien, dass die Basistugenden im Abstiegskampf und allgemein in der 3. Liga wesentlich höheren Wert haben als ein fußballerischer Ansatz, bestätigte sich erneut.

FSV Zwickau – SC Preußen Münster

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  • Preußen-Keeper Oliver Schnitzler rettet vor Morris Schröter.

    Foto: Sebastian Sanders
  • Zwei Zwickauer können gerade noch vor Simon Scherder klären.

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  • Da war noch alles gut: Seref Özcan erzielt das schnelle 1:1 in der 4. Spielminute.

    Foto: Sebastian Sanders
  • Sehen Sie im Folgenden viele weitere Impressionen aus Zwickau.

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Hübscher versprach, „in der nächsten Woche sehr intensiv zu arbeiten“. Sofern sich die Clubbosse darauf verständigen, ihm eine weitere Chance zu geben. Der zuletzt gezielt propagierte bedingungslose Rückhalt war am Wochenende so schon mal nicht mehr zu spüren. Der Vorwurf, seit Wochen die Augen vor der Realität zu verschließen, tauchte nicht erst in Zwickau, wo im Übrigen auch nicht die großen Gelder fließen, auf.

Kommentar: So prekär war’s noch nie

Es kann so nicht weiter gehen. Die Preußen schlingern Richtung Regionalliga. Nicht erst seit Samstag, sondern seit Monaten. Zufall oder Pech ist das längst nicht mehr. Trainer Sven Hübscher schafft es nicht, der Mannschaft eine stabile Deckungsstruktur zu verpassen. Zwickau war nur der tiefste vieler Tiefpunkte.

Sportchef Malte Metzelder steht nun in der Verantwortung. Ein Trainerwechsel? Wäre die vorletzte Patrone, die letzte wären Transfers im Winter. Die Clubchefs werden beide brauchen. Doch wer soll das finanzieren? So prekär war die Lage beim SCP zu Drittliga-Zeiten nie. Unglaublich viel hängt am Klassenerhalt. Das Dilemma ist riesig auf vielen Ebenen. Thomas Rellmann

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33 Gegentreffer (nur Würzburg hat mehr) besitzen eine große Aussagekraft. Die Auswärtsschwäche ist längst obligatorisch. Vor der Abwehr klaffen permanent riesige Lücken, dort fehlt die Wehrhaftigkeit. Die einst so selbstbewusste Viererkette ist schwer verunsichert. Wie sind die wieder und wieder missglückten Klärungsversuche eines Simon Scherder anders zu erklären? Der 26-Jährige hatte ja noch Glück, nicht wegen zweier Undiszipliniertheiten vom Platz zu fliegen. Ole Kittner hätte sich über einen Elfmeter (Ziehen gegen Ronny König/31.) nicht beschweren dürfen. Drei Gegentore rund um den Seitenwechsel, binnen sechs, sieben Minuten – wie kann so etwas passieren?

Der Abstand zu einem Nicht-Abstiegsplatz oder gar zum Mittelfeld ist riesig. Die FSV-Fans riefen „Absteiger“. Was für eine Schmach!

  • Der Hallesche FC geht gegen die Wertung des Spiels gegen die Preußen erneut in Berufung. Zuvor hatte das DFB-Sportgericht die Beschwerde gegen das 2:2 bereits zweimal zurückgewiesen. Mit dem neuerlichen Einspruch liegt der Fall beim DFB-Bundesgericht.
Interview mit Ole Kittner

Wieder vier Gegentore, es hätten auch wesentlich mehr sein können. Wie konnte das passieren?

Kittner: Ich kann es nicht sagen. Nur, dass eine unfassbare Enttäuschung in der Kabine herrscht. Wir können uns nur bei den Fans entschuldigen, die quer durch Deutschland gereist sind.

Warum war Zwickau mit einfachen Mitteln permanent so gefährlich?

Kittner: Keine Schuldzuweisungen, ich stehe voll mit in der Verantwortung. muss den Laden zusammenhalten. Daran arbeiten wir ja auch. Wir waren auf die langen Bälle vorbereitet. Aber wir haben sie nicht verteidigt gekriegt. Es ist jede Woche dasselbe.

Was kann noch helfen?

Kittner: Da kann ich nichts zu sagen, dafür spielen wir alle ja nicht gut genug. Ich weiß nur, dass wir gerade mental vollkommen am Boden sind, das war ein Schlag mitten in die Fresse. Denn mir ist bewusst, was ein Abstieg bedeuten würde. 

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