Fußball: 3. Liga
Preußen-Interimscoach Barez: „An der einen oder anderen Stelle reicht es nicht“

Meppen -

Der Absturz geht ungebremst weiter. Die Preußen hinken mittlerweile fast der gesamten Liga hinterher. Die Spieler sind tieftraurig und geradezu hilflos, Interimstrainer Arne Barez fand nach dem 1:3 in Meppen klare wie harte Worte zum Zustand der Mannschaft.

Dienstag, 10.12.2019, 13:34 Uhr aktualisiert: 10.12.2019, 15:35 Uhr
Julian Schauerte (r.) muss hier den Meppener Valdet Rama ziegen lassen.
Julian Schauerte (r.) muss hier den Meppener Valdet Rama ziegen lassen. Foto: Jürgen Peperhowe

Völlig geknickt, leeren Blickes, absolut ratlos verließen die Preußen-Spieler am Montag einmal mehr den Rasen. Doch, fast allen geht dieser dramatische Absturz nahe. Auf dem Feld hängt sich die Mannschaft bei aller defensiven Orientierungslosigkeit rein. Einzig die Umwandlung der persönlichen Betroffenheit in gute Leistungen bleibt seit Monaten aus.

Okan Erdogan sagte etwa: „Ich finde beinahe keine Worte mehr. Wir kassieren eine Niederlage nach der anderen und müssen uns an die eigene Nase fassen.“ Heinz Mörschel senkte den Kopf und erklärte: „Es muss was passieren.“ Er war zwar Teil des missglückten Versuchs, den Meppener Dauerläufern und -fightern im Zentrum allein mit fußballerischer Klasse zu begegnen, zeigte aber zumindest in Ballbesitz eine sehr passable Vorstellung. „Wir müssen einen besseren Fluss von hinten raus bekommen“, so der 22-Jährige. „Die Trainer wollten die Dinge spielerisch lösen. Ich habe diese Rolle vor der Abwehr auch schon mal ausgefüllt und mag sie, so kann ich zum Beispiel Steckbälle einstreuen.“

18. Spieltag - Saison 2019/20: SV Meppen - Preußen Münster

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  • Nach zuvor 13 sieglosen Spielen stand mit Interimscoach Arne Barez (r.) beim SCP einer neuer Trainer an der Seitenlinie.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mit dem neuen Übungsleiter hofft Preußen Münster, zurück in die Erfolgsspur finden zu können. Bereits im Auswärtsspiel beim SV Meppen.

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  • Unterstützt wird der Interimscoach Barez (r.) von Sören Weinfurtner, dem Trainer von der U23 des SCP.

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  • Zum Erfolg beitragen wollte auch SCP-Stürmer Heinz Mörschel (M.).

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  • Meppens gefährlichster Spieler ist Deniz Undav (l.) - hier im Duell mit Ole Kittner.

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  • Mit einem Sieg im Emsland wollten die Adlerträger wieder in der Tabelle Anschluss an die Nicht-Abstiegsplätze erreichen.

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  • Hier stemmt sich SCP-Aktuer Julian Schauerte (M.) gegen Meppens Deniz Undav, doch dieser war nicht auszuschalten vom SCP – und erzielte bereits in der 14. Spielminute das 1:0 für die Gastgeber.

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  • Von draußen versuchten Arne Barez (r.) von Sören Weinfurtner, Einfluss aufs Spiel zu nehmen.

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  • Doch der SV Meppen war die spielbestimmte Mannschaft und...

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  • ...erzielte in der 67. Spielminute das 2:0.

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  • Noch einmal versuchte SCP-Interimscoach Arne Barez durch Kommandos eine Wende im Spiel zu bewirken.

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  • An diesem Abend stand der stärkste Adlerträger zwischen den Pfosten: Max Schulze Niehues verhinderte mehrfach einen höheren Rückstand. Doch es gelang ihm nicht, die nächste Auswärtsniederlage zu verhindern. Zwar verkürzte der SCP durch einen Treffer von Rufat Dadashov (75. min) noch auf 1:2 – doch das Tor des Meppeners René Guder in der 84. Spielminute bedeutete die Entscheidung. Die Preußen mussten mit einer Pleite im Gepäck die Heimreise antreten.

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  • Die Entscheidung: das 3:1 durch Rene Guder.

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  • Kurz vor Spielende sah Niklas Heidemann noch zu allem Überfluss die Rote Karte.

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  • Es folgen weitere Impressionen...

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Defensiv fahrlässig

Die ohnehin schon seit Wochen problematische Absicherung vor der Viererkette blieb mit dieser Variante aber erneut aus. Die Emsländer kamen – wie zwei Wochen zuvor Zwickau – zu fast einem Dutzend Großchancen. Fatal und fahrlässig. „Natürlich war da ein Risiko dabei. Aber uns wurden im Vorfeld die Räume, die sich uns so bieten würden, genau aufgezeigt“, so Mörschel.

Interimstrainer Arne Barez nahm den Fehlschuss auf seine Kappe. „Was wir uns vorgenommen hatten, hat nicht funktioniert. Die Kurskorrektur war bitter nötig.“

Offene Kritik an der Mannschaft

Mit viel Glück war die Partie, als er umstellte, noch nicht entschieden. Doch auch hinterher brachte jeder einzelne Konter der Meppener höchste Gefahr. Überraschend offen sprach der 41-Jährige hinterher die großen Defizite innerhalb des Teams an. „Die Mannschaft muss mehr kommunizieren, mehr Verantwortung übernehmen“, sagte er. „Auf dem Rasen kommt oftmals gar keine Reaktion, es werden kaum Selbstoptimierungen vorgenommen.“ Führungsqualitäten bringt aktuell kaum ein Profi mit, vielleicht der erneut starke Max Schulze Niehues und Ole Kittner mal ausgeklammert.

Anderes Personal habe ich nicht. An der einen oder anderen Stelle reicht das vielleicht nicht.

Interimstrainer Arne Barez

Die Frage, inwiefern der Kader für diese Liga überhaupt geeignet ist, stellt sich seit Monaten. Barez beantwortete sie indirekt: „Anderes Personal habe ich nicht. An der einen oder anderen Stelle reicht das vielleicht nicht.“ Mörschel erinnerte derweil daran, dass die Interimslösung „Zeit brauche“. Doch die hat Münster nicht.

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