Fußball: Jahreshauptversammlung
Deutliche Zustimmung für halb erneuerten Preußen-Aufsichtsrat

Münster -

Die finanzielle Situation des SC Preußen war teils dramatisch, ist immer noch einigermaßen angespannt, soll sich aber schon kurzfristig bessern. Diese Erkenntnis lieferte die Jahreshauptversammlung in Hiltrup, auf der die sechs Kandidaten für den Aufsichtsrat eine breite Zustimmung erfuhren.

Sonntag, 12.01.2020, 17:54 Uhr aktualisiert: 13.01.2020, 17:36 Uhr
Der frisch gewählte Preußen-Aufsichtsrat: (v.l.) Wilfried Roth, Thomas Pfeifer, Bernward Maasjost, Frank Westermann, Clemens Große Frie und Jürgen Becker
Der frisch gewählte Preußen-Aufsichtsrat: (v.l.) Wilfried Roth, Thomas Pfeifer, Bernward Maasjost, Frank Westermann, Clemens Große Frie und Jürgen Becker Foto: Sebastian Sanders

Das Gröbste ist wohl geschafft, von jetzt an kann es nur noch bergauf gehen. So oder so ähnlich dürfte der Tenor der Jahreshauptversammlung lauten. Es hatten sich 354 Vereinsmitglieder des SC Preußen Münster in der Stadthalle Hiltrup eingefunden, Punkt 11.11 Uhr eröffnete Präsident Christoph Strässer die Sitzung – gut viereinhalb Stunden später war alles für den Moment geklärt.

Der neue Aufsichtsrat steht wie erwartet. Nach den Rückzügen von Walther Seinsch, Christoph Metzelder und Friedrich Lukas stellten sich mit Bernward Maasjost, Thomas Pfeifer und Wilfried Roth drei „Neue“ vor. Es waren sechs Kandidaten im Angebot, mindestens ein Sextett musste gewählt werden, nach der knappen Vorstellungsrunde ohne Nachfragen war klar, dass die Kandidaten durchkommen. Frank Westermann (214 Ja-Stimmen), Jürgen Becker (212), Roth (212), Pfeifer (209), Dr. Clemens Große Frie (207) und Maasjost (204) wurden deutlich gewählt, 251 Wahlzettel wurden ausgegeben.

„Der Aufsichtsrat wird sich am Montag konstituieren, wenn alles glatt geht, werden wir eine Woche später den Präsidenten bestellen“, sagte Westermann. Jochen Terhaar soll als siebtes Mitglied erneut berufen werden. Kein Geheimnis ist, dass auch weiterhin Christoph Strässer Clubchef bleibt.

„Wir haben halbfertige Baustellen im Verein. Es ist ein Gebot, weiter zu machen“, sagte Strässer. Obwohl er auch bestätigte, über den Verzicht einer zweiten Amtszeit nachgedacht zu haben. „Man hört auf, wenn man einen Nachfolger hat, nur haben sich in den letzten Monaten keine Bewerber gemeldet.“ Pragmatismus pur. Wie auch sein Credo der Stunde zum Sport: „Wir schaffen das.“ Ein SPD-Mann, der die Kanzlerin Angela Merkel zitiert? Irgendwie ja, denn gemeint ist der Klassenerhalt in der 3. Liga. Und der ist für alle Preußen rechts und links, oben und unten ein Muss.

Strässer ging in seiner Berichtsrede auf viele Dinge ein, versprühte große Hoffnung auf die Umsetzung der Stadionpläne an der Hammer Straßen, aber er zog auch selbstkritisch Bilanz, dass die Kommunikation im Verein und die Transparenz nach außen deutlich verbessert werden müsse, dafür soll ein Platz im Präsidium bereitgestellt werden. Zudem stellte er Interessierten in Aussicht, dass für rund zwei Euro eine Aktie – in einem Poolmodell mit mehreren Aktionären – in naher Zukunft (März/April) gekauft werden können.

Westermann, der alte und neue Aufsichtsrat-Vorsitzende, zu dem er am Montag fraglos gewählt wird, umriss die Schwierigkeiten der Vergangenheit, blickte aber zuversichtlich nach vorn: „Wir haben es geschafft, ein positives Eigenkapital zu bilden, das war eine Riesenherausforderung.“ Und in Zukunft gilt für ihn mit Blick auf die ausgegliederte Kapitalgesellschaft des Vereins: „Alles, was wir jetzt bekommen, können wir auch in die Mannschaft investieren.“ Das Eigenkapital beträgt nun 6,471 Millionen Euro.

Kritische Untertöne gab es trotz der sportlichen Talfahrt des Drittliga-Teams nur wenige. Malte Metzelder rückte in den Fokus in der kurzen Aussprache. Der Sportchef stellte dabei auch klar, dass der Gürtel bei den wirtschaftlichen Dingen immer enger geschnallt werden musste. Standen 2015 noch knapp vier Millionen Euro zur Verfügung, so waren es im Rechnungsjahr 2018/19 nur noch 3,189 Millionen.

Und Metzelder verwies auf Erfolge in dieser Phase mit dem Aufstieg der U 23 in die Oberliga sowie Juniorenteams in den höchsten deutschen Spielklassen. Und: „Die erste Mannschaft bleibt das beste Pferd im Stall.“ Da gibt es einiges zu tun in den nächsten Tagen und Wochen. Metzelder glaubt an den Ligaerhalt, und er glaubt, dass der SCP wieder voran kommt.

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