Fußball: 3. Liga
Preußen-Neuzugang Löhmannsröben als Dickschädel und Anheizer

Münster -

So in etwa hatten sich die Verantwortlichen des SC Preußen das vorgestellt, als sie am Tag vor Heiligabend Jan Löhmannsröben verpflichteten. Er schlüpfte in Jena in die Rolle als Wortführer, Vorkämpfer und bekam passenderweise auch noch einen Cut im Gesicht verpasst.

Montag, 27.01.2020, 16:28 Uhr aktualisiert: 27.01.2020, 17:44 Uhr
Jan Löhmannsröben warf sich selbst mit Kopfverband in jeden Zweikampf – auch in der Luft.
Jan Löhmannsröben warf sich selbst mit Kopfverband in jeden Zweikampf – auch in der Luft. Foto: Jürgen Peperhowe

Autokennzeichen können etwas aussagen, zumindest aber kleine Geschichten erzählen. Als Marco Königs am Donnerstag zurück zum SC Preußen wechselte, merkte der Verein in der Mitteilung an, dass der Angreifer das Münsteraner Nummernschild aus seiner ersten Zeit an der Hammer Straße (2012/13) überall behalten hatte. Und wer sich den Wagen von Jan Löhmanns­röben ansieht, erkennt sehr schnell, dass die Kombination aus Stadt (J=Jena), den anderen beiden Buchstaben seines Vornamens plus ehemaliger Rückennummer kein Zufall ist.

Der 28-Jährige fühlt sich seinem Ex-Club Carl Zeiss (2017/18) und der Stadt schon noch eng verbunden, wie er nach dem 2:1 seines neuen Vereins in Thüringen am Samstag betonte. „Die Beziehungen sind nach wie vor gut, zu vielen besteht weiter Kontakt, das ist nie abgerissen. Daher habe ich ein lachendes und ein weinendes Auge.“ Die Schmähungen, die von den Rängen kamen, nachdem er infolge des mit Rot geahndeten Tritts von Meris Skenderovic einige Minuten behandelt worden war, „gehören eben dazu“, wie der SCP-Neuzugang milde lächelnd sagte.

Spaß am Abstiegskampf

Diese Szene in der 77. Minute, in der Löhmannsröben eine Platzwunde an der Schläfe davontrug und nach der er mit einem Turban weiterspielte, passte wunderbar ins Bild. Sie signalisierte, dass die Preußen den Abstiegskampf angenommen haben und der zentrale Abwehrspieler mit den fast flächendeckenden Tattoos auf dem langen, langen Weg aus dem Keller vorangehen will. Trainer Sascha Hildmann nannte ihn später „Dickschädel“ und meinte damit die Bereitschaft, sich auch nach dem schmerzhaften Zusammenprall in die Bälle zu werfen.

FC Carl Zeiss Jena – SC Preußen Münster

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  • Großer Jubel nach dem 1:0-Elfmetertreffer durch Lucas Cueto.

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  • Simon Scherder springt am höchsten.

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  • SCP-Neuzugang Jan Löhmannsröben im Duell mit Daniele Gabriele.

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  • Lucas Cueto bejubelt sein Elfmetertor.

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  • Premiere als Preußen-Coach in der 3. Liga: Sascha Hildmann.

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  • Kevin Rodrigues Pires kämpft mit Daniel Stanese um das runde Leder.

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  • Cueto mit Köpfchen.

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  • Sehen Sie im Folgenden zahlreiche weitere Impressionen aus Jena.

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Im Club-TV sprach der Profi sogar von „Schlagzeug spielenden Affen“ und einem „dicken Käfer“ mit Blick auf seinen Kopf. Er deutete an, dass das Ringen ums Überleben Spaß machen kann. „Keiner will da unten stehen, klar. Aber wir müssen das Herz auf den Platz bringen, Gras fressen, Fußball leben.“ Floskelalarm? Nicht im Fall von Löhmannsröben. Der meint das ernst und setzte die eigenen Anweisungen ja auch im ersten Spiel gleich aus. „Beide Mannschaften haben ja gekämpft, aber wir waren noch ein Stück heißer. Gedaddel will kein Zuschauer sehen.“ Fußballerische Finessen waren tatsächlich Mangelware, im Umschaltspiel steckt aber sichtbar Potenzial bei den Preußen.

Lob für Fan-Unterstützung

Das alles funktioniert auch, weil in der Defensive Akteure wie Löhmanns­röben abräumen, anheizen und mit­reißen. Das perfekte Spiel lieferte der Rechtsfuß am Samstag nicht. Hier und da ein ungeschickter Zweikampf, dazu vor dem Ausgleich getunnelt – doch Erscheinung und Auftreten waren wie erhofft ein Gewinn für die so lange kriselnde Truppe. Präzise Diagonalbälle, lautstarke Organisation der Kette, gutes Stellungsspiel und eine Kampfbereitschaft, an der sich auch Kollegen hochziehen können, haben ihn schnell unverzichtbar gemacht.

„Das dumme Gegentor ärgert mich trotzdem, das hat das Spiel auf den Kopf gestellt. In der Hinrunde wurden ja schon viele Führungen verspielt – diesmal haben wir es über die Zeit gebracht“, sagte Löhmanns­röben und vergaß auch die Anhänger nicht. „Der Support war super, wir wurden richtig angepeitscht. Jena ist ja auch kein Katzensprung. Die Erleichterung war allen anzumerken. Auf dem Spiel war richtig Druck.“

Dass die nächsten beiden Aufgaben mit dem Heimspiel gegen Spitzenreiter MSV Duisburg (Samstag, 14 Uhr) und der Partie beim formstarken 1. FC Kaiserslautern kaum schwerer sein könnten, weiß auch „Löh“, wie ihn nicht nur Hildmann ruft. „Der Sieg in Jena kann nur ein kleiner Schritt gewesen sein. Viele weitere müssen folgen. Wir wollen ja alle, dass der Adler bald wieder fliegt.“ Das Clubvokabular hat der Neuling also auch schon verinnerlicht.

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