Fußball: 3. Liga
Am Ende fällt beim SC Preußen Münster alles auseinander

Münster -

Der Abstand zu den Nicht-Abstiegsrängen ist nicht kleiner, sondern nach dem 22. Spieltag größer geworden. Sechs Zähler fehlen auf - zum Beispiel - Viktoria Köln nach dem 1:4 (1:2) gegen MSV Duisburg vor 8903 Zuschauern. Simon Scherder traf zum 1:1, aber nach dem 1:3 ging plötzlich gar nichts mehr im Team von Trainer Sascha Hildmann.

Sonntag, 02.02.2020, 17:14 Uhr aktualisiert: 02.02.2020, 19:29 Uhr
Acherbahnfahrt der Gefühle: Simon Scherder (oben links) freut sich mit Philipp Hoffmann über das 1:1. Luca Schnellbacher (oben rechts) im Zweikampf mit Torwart Leo Weinkauf. Ahmet Engin (unten links) erzielt glücklich das 2:1. Am Ende verlassen Julian Schauerte und Philipp Hoffmann gefrustet das Spielfeld.
Acherbahnfahrt der Gefühle: Simon Scherder (oben links) freut sich mit Philipp Hoffmann über das 1:1. Luca Schnellbacher (oben rechts) im Zweikampf mit Torwart Leo Weinkauf. Ahmet Engin (unten links) erzielt glücklich das 2:1. Am Ende verlassen Julian Schauerte und Philipp Hoffmann gefrustet das Spielfeld. Foto: Jürgen Peperhowe

Für Anhänger von Verschwörungstheorien, vor allem welche mit einem Fanschal des SC Preußen Münster , war das glasklar. Alles, wirklich alles lief gegen den Fußball-Drittligisten aus Münster an diesem Spieltag. Da war allein schon die schmerzhafte 1:4 (1:2)-Heimniederlage gegen Spitzenreiter MSV Duisburg . Da war auch noch der Last-Minute-Sieg des Chemnitzer FC beim SV Meppen. Oder das 1:0 von Bayern München II über Hansa Rostock. Nicht zu vergessen der 4:3-Sieg von Viktoria Köln in Halle. Fast alle im Tabellenkeller punkteten – nur nicht der SC Preußen, der 2:1-Sieg zum Jahresauftakt in Jena verpuffte praktisch in seiner Wirkung. Die Luft wird noch dünner, atmen fällt schwer, das fühlt sich fast so an wie im Basislager am Mount Everest knapp unterhalb der sogenannten Todeszone.

Arschbacken zusammen und durch.

SCP-Trainer Sascha Hildmann

„Arschbacken zusammen und durch“, postulierte Trainer Sascha Hildmann wenige Minuten nach dem Abpfiff kämpferisch. Derbe Durchhalteparolen, nur was blieb ihm anderes übrig? Und er erklärte fast schon Stakkato-mäßig: „Ich lasse mich nicht aus der Bahn werfen.“ Und: „Ich halte meinen Kopf in den Wind.“ Zudem: „Wir werden die Dinge hart ansprechen und analysieren.“ Zuletzt: „In Kaiserslautern werden wir nicht nur 45 Minuten unser wahres Gesicht zeigen.“

SC Preußen Münster – MSV Duisburg

1/34
  • Hoch das Bein: Luca Schnellbacher gegen Tim Albutat.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Jubel nach dem 1:1-Ausgleichstreffer von Simon Scherder.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Freistoß durch Duisburgs Moritz Stoppelkamp.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Münsters Heinz Mörschel mit Köpfchen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Luca Schnellbacher im Duell mit MSV-Keeper Leo Weinkauf.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Das 2:1 für Duisburg durch Ahmet Engin.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Sehen Sie im Folgenden zahlreiche weitere Fotos aus dem Preußenstadion.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  •  

    Foto: Jürgen Peperhowe
  •  

    Foto: Jürgen Peperhowe
  •  

    Foto: Jürgen Peperhowe
  •  

    Foto: Jürgen Peperhowe
  •  

    Foto: Jürgen Peperhowe
  •  

    Foto: Jürgen Peperhowe
  •  

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  •  

    Foto: Jürgen Peperhowe
  •  

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  •  

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  •  

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  •  

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  •  

    Foto: Jürgen Peperhowe

Fast wieder stockduster

Die Lage für die Preußen, die nach dem Sieg in Jena etwas aufgehellt ausgeleuchtet wurde, ist ruckartig fast wieder stockduster. Sechs Punkte fehlen allein zum rettenden Ufer, dazu ist das schlechte Torverhältnis aktuell ein weiterer Minuspunkt. Was Hildmann & Co. benötigen, das ist eine ordentliche Erfolgsserie, ein paar Siege in Folge, erfolgreiche nächste Wochen also mit einigen positiven Überraschungen. Erst dann wäre die Konkurrenz auf Schlagdistanz. Und die Zeit rennt und rennt und rennt. Nur noch 16 Spieltage . . .

Hoffnung? Fast unisono zogen die Preußen Zuversicht aus der ersten Halbzeit. „Die war ganz gut, das war auf Augenhöhe“, meinte Verteidiger Simon Scherder . „Ich fand uns in der ersten Halbzeit klar besser“, rätselte Jan Löhmannsröben über den schlussendlichen Ausgang der Partie. „Nach unserer ersten Halbzeit habe ich nicht geglaubt, dass wir so deutlich verlieren können“, meinte auch Hildmann.

Tatsächlich kassierte der SCP vor der Pause zwei skurrile Gegentreffer. Beim 0:1 durch Petar Sliskovic nach zwölf Minuten patzte Heinz Mörschel kolossal im Vorfeld. Beim 1:2 durch Ahmet Engin (43.) wirkte die SCP-Verteidigung im höchsten Maße unentschlossen und unorganisiert. Engin schoss nicht einmal selbst aufs Tor, sondern spielte nur Billardbande bei einem Pfostenabpraller. Scherder meinte nur: „Die ersten beiden Gegentore waren Slapstick.“

Scherders Ausgleich

Dass der SCP durch seinen Kopfball nach 36 Minuten zum 1:1 ausglich, war nur ein kurzes Zwischenhoch. Für die Hausherren war bei einer Riesenchance für Lucas Cueto (18.) und dem Pfostentreffen von Seref Özcan (23.) tatsächlich einiges mehr drin. Hätte da nicht auf der Anzeigetafel zur Pause 1:2 gestanden. Eins zu zwei.

Nun ist das im Fußball so, dass es keine Bonuspunkte gibt für ein gutes Spiel oder auch nur eine ordentliche Leistung in einer Halbzeit, noch nicht einmal ein Fleißkärtchen. Denn der SCP, auch da war die Meinung einhellig, knickte spätestens nach dem 1:3 durch Sliskovic (56.) komplett ein.

Hildmann hielt sein Gesicht weiter in den Wind, seine Spieler flogen derweil auf dem Feld wie ein aufgescheuchter Haufen in alle Richtungen ängstlich und konfus auseinander. Die letzte halbe Stunde des Fußballspiels war Chaos pur auf Seiten der Preußen.

Umstellungen ohne Erfolg

Hildmanns Umstellungen griffen nicht, gefühlt wurde dabei die komplette Verteidigung von A nach B, von Z nach X verschoben. Nichts ging mehr, das 1:4 nach einem blitzsauberen Konter durch Engin war nur ein weiterer Beleg dafür. Und alle Preußen einigten sich auch auf diese Aussage: Dass es am Ende noch deutlicher hätte mit dem Ergebnis ausgehen können. Zuversicht gab das nicht wirklich.

Löhmannsröben meinte nur: „Wir sind komplett auseinander gebrochen. So geht Abstiegskampf nicht.“ Da irrte er nicht, die Reise des SC Preußen zum Klassenerhalt wird immer schwieriger, vielleicht muss Sascha Hildmann deshalb doch etwas zaubern.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7234626?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F216%2F
Unbekannte sprengen Geldautomat
Die Sprengung des Geldautomaten an der Westfalen Tankstelle hat heftige Folgeschäden hinterlassen: Schaufenster und Tür sind demoliert worden.
Nachrichten-Ticker