Fußball: 3. Liga
Preußen-Riegel am Betzenberg – Schnellbacher trifft beim 1:1

Kaiserslautern -

Luca Schnellbacher schoss das Tor für Preußen Münster beim 1:1 im Auswärtsspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern. Schnellbacher wäre wohl der Held des Tages gewesen, wenn sein Pfostentreffer in der 74. Minute in den Maschen gelandet wäre. So rückte der SCP aber zumindest einen Punkt näher an den rettenden Platz 16 und Viktoria Köln (2:4 gegen Bayern München II) heran.

Samstag, 08.02.2020, 18:00 Uhr aktualisiert: 08.02.2020, 18:27 Uhr
Fußball: 3. Liga: Preußen-Riegel am Betzenberg – Schnellbacher trifft beim 1:1
Jubel nach dem Führungstreffer durch Luca Schnellbacher. Foto: Jürgen Peperhowe

Rudi Gutendorf hätte an diesen disziplinierten Preußen seine Freude gehabt. „Riegel-Rudi“ wurde er genannt, weil die verstorbene Trainer-Legende nichts besser konnte, als einer Mannschaft defensive Taktiken aufs Auge zu drücken. Wenig freundlich analysierte Boris Schommers das, was der Fußball-Drittligist aus Münster am Betzenberg abgeliefert hatte. Sie hätten „einen Bus geparkt vor dem Strafraum“, schimpfte der FCK-Coach nach dem 1:1 (1:1) vor 18.332 Zuschauern über die aus seiner Sicht destruktive Spielweise der Gäste.

Die Münsteraner Führung von Luca Schnellbacher (21.) hatte Christian Kühlwetter sechs Minuten später ausgeglichen. Der SCP im Abwehrmodus konnte nicht mehr umschalten auf Offensive, als Lauterns Hikmet Ciftci (80.) die Rote Karte nach einer Notbremse gegen Schnellbacher gesehen hatte. „Das war ein Punktgewinn mit vielen Fleißkärtchen. Von Anfang an ist unser Plan aufgegangen“, meinte Trainer Sascha Hildmann. Und fügte an: „Wenn der Ausgleich später gefallen wäre, vielleicht wäre dann noch mehr drin gewesen. Wer weiß, wofür dieser Punkt am Saisonende gut sein wird.“ Eine Woche nach dem 1:4 gegen den MSV Duisburg war das mal wieder ein Hoffnungsschimmer im Abstiegskampf, zumal auch Viktoria Köln mit 2:4 gegen Bayern München II verlor.

Vier Änderungen in Startelf

In Kaiserslautern änderte Hildmann seine Mannschaft gravierend. Er setzte wie erwartet auf eine Dreier-Abwehrkette, in der Oliver Steurer sein Startelf-Debüt gab. Zurück in der Startelf war auch Kevin Rodrigues Pires, der mit Fridolin Wagner die Doppel-Sechs darstellte. Wagner fehlte zuletzt erkrankt, zudem war noch Maurice Litka in die erste Elf gerutscht. Und Jan Löhmannsröben? Der Ex-Lauterer wurde bei fast jeden Ballkontakt ausgepfiffen. Er sagte nur: „Das habe ich gar nicht mitbekommen.“

1. FC Kaiserslautern – SC Preußen Münster

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  • Luca Schnellbacher bejubelt seinen Führungstreffer.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Alexander Rossipal wird von zwei Lauterern bedrängt.

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  • An alter Wirkungsstätte auf dem Betzenberg: SCP-Coach Sascha Hildmann,

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  • Maurice Litka im Zweikampf mit Kevin Kraus.

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  • Lucas Cueto behauptet sich gegen zwei Lauterer.

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  • Sehen Sie im Folgenden zahlreiche weitere Fotos der Partie.

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Es war Julian Schauerte (4.), der die erste Chance der Partie hatte, aber sein Schuss ging am Tor vorbei. Danach übernahmen die Hausherren das Geschehen. Schauerte sah schlecht aus, als sich Alexander Nandzik (5.) durchsetzte und aus bester Position den Ball nicht richtig traf. Dann klärte nach einer Ecke Jan Löhmannsröben einen Kopfball von Simon Skarlatidis vor der Torlinie, ehe wenig später Max Schulze Niehues einen Freistoß von Hendrick Zuck (10.) entschärfte.

Schnellbacher trifft

Praktisch aus dem Nichts dann die Führung der Gäste. Die Flanke von Lukas Cueto war fast schon bereinigt von den Gastgebern, doch Janik Backmann patzte und ermöglichte Maurice Litka den Ballgewinn. Dessen Ablage verwertete Schnellbacher entschlossen mit einem platzierten Schuss von der Strafraumgrenze zum 1:0 (21.). Münster führte.

Kühlwetters Antwort

Aber nicht lange, denn die „roten Teufel“ antworteten wütend. Und es war kein Abseits, als Zuck zum Querpass kam und Daniel Kühlwetter (27.) zum 1:1 vollendete. Das war nicht unverdient, denn die Hausherren versuchten gegen Münsters defensives 1-9-1-System einiges, um zum Torerfolg zu kommen. Phasenweise war SCP-Angreifer Luca Schnellbacher weit und breit allein unterwegs. Die Preußen versuchten ihren Strafraum abzuriegeln. Münsteraner Abwehrriegel.

Was meistens gelang, denn erst ein Kopfball von Kühlwetter (44.) brachte wieder richtig Gefahr vor dem Tor von Schulze Niehues. Doch in der Nachspielzeit hatten die Gäste Glück, weil zum einen Löhmannsröben auf der Linie klärte und wenige Sekunden später das auch Cueto schaffte. Das Hildmann-Team rettete sich in die Pause mit dem 1:1. Das war hart erarbeitet, am Ende auch etwa glücklich. Hildmann: „Dafür hatten wir eine Fünferkette installiert.“

Rodrigues Pires verletzt

Die Rollen blieben so verteilt, Kühlwetter (49.) verdaddelte aus bester Lage die Chance zur Führung, fünf Minuten später streichelte ein Weitschuss von Pick das Gebälk. Lautern blieb dran, während Mittelfeldspieler Rodrigues Pires beim SC Preußen mit einer Schulterverletzung ausgewechselt werden musste. Heinz Mörschel übernahm seine Rolle maßstabsgetreu. Der SCP wollte vor allem verteidigen und hoffte auf den einen oder anderen Konter. Schnellbachers Schussversuch (57.) nach Flanke von Wagner war eine erste Annäherung an das FCK-Tor. Die Preußen, nicht gerade als Abwehrgiganten geadelt, versuchten mit der defensiven Tour zum Erfolg zu gelangen.

Abwehrschlacht pur

Die Hausherren zogen nun ein Powerplay auf, bei dem der SCP offenbar gefügig mitmachte. Kaiserslautern hatte unendlich viel Ballbesitz, Münster igelte sich ein. Sollte dieser Plan aufgehen? Als Hendrick Zuck (67.), nachdem der Ball eher zufällig von Schauerte zu ihm zurückgeprallt war, aus vier Metern nicht ins Tor traf, war der SCP wieder einen Schritt weiter.

Schulze Niehues (72.) war zur Stelle, als Kühlwetter vom Elfmeterpunkt zum Schuss kam. Das war brandgefährlich. Zumal der SCP nun auch wieder etwa aktiver wurde, doch Seref Özcans (73.) Flanke konnte Cueto nicht ins Tor köpfen. Wenige Augenblicke später war Schnellbacher zur Stelle, sein Schuss aber klatschte an den Pfosten. Fast die Führung für die Preußen…

Rote Karte für Ciftci

Münsters Strategie ging auf, als Wagner den Ball gewann und Schnellbacher auf die Reise schickte – Ciftci stoppte den Preußen erst knapp vor dem Strafraum per Notbremse. Rot. Der SCP in Überzahl, aber den anschließenden Freistoß verballerte Cueto kläglich. Es hätte das Signal für eine furiose Schlussoffensive sein können, mit einem SCP in Überzahl. Tatsächlich versuchten sich die Gäste an der Offensive, aber nur kurzzeitig. Das 1:1 war zumindest in trockenen Tüchern. Ein Zeichen von den Preußen im Abstiegskampf, und das war kein schlechtes.

Kaiserslautern: Grill - Hercher, Kraus, Gottwalt, Nandzik - Sickinger (59. Ciftci), Bachmann - Skarlatidis (75. Bjarnason), Pick, Zuck (85. Bergmann) - Kühlwetter. - Trainer Schommers

Ersatzbank: Spahic (Tor), Ciftci, Starke, Bergmann, Bjarnason, Schad, Morabet

Münster: Schulze Niehues - Erdogan, Löhmannsröben, Steurer - Schauerte, Wagner, Rodrigues Pires (52. Mörschel), Rossipal - Litka (58. Özcan), Schnellbacher (80. Königs), Cueto. - Trainer: Hildmann

Ersatzbank: Prinz (Tor), Özcan, Königs, Kittner, Hoffmann, Mörschel, Heidemann

Tore: 0:1 Schnellbacher (21., Ablage Litka), 1:1 Kühlwetter (27., Pass von Skarlatidis). - Zuschauer: 18332. - Schiedsrichter: Osmers. - Rote Karte: Ciftci (80./Notbremse an Schnellbacher). - Gelbe Karte: - / Königs

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