Fußball: 3. Liga
Trendwende „light“ beim SC Preußen

Münster -

Sascha Hildmann hat Preußen Münster neue Abwehrstabilität eingehaucht. Der Drittligist hat die Flut an Gegentoren in den vergangenen vier Spielen deutlich verringert. Das aber geht auf Kosten der Offensiv-Bemühungen.

Sonntag, 16.02.2020, 18:08 Uhr aktualisiert: 16.02.2020, 19:42 Uhr
Chance zur Führung: Der Kopfball von Oliver Steurer wird aber auf der Linie geklärt.
Chance zur Führung: Der Kopfball von Oliver Steurer wird aber auf der Linie geklärt. Foto: Jürgen Peperhowe

Es riecht eigentlich ein wenig nach Trendwende. Sascha Hildmann hat dem SC Preußen Münster sowas wie defensive Stabilität eingehaucht. Seit vier Partien ist er im Amt, fünf Punkte holte er in dieser Zeit, gegen Jena (2:1), in Kaiserslautern (1:1) und nun zuletzt gegen Würzburg (0:0) – und der Fußball-Drittligist verringerte die Flut von Gegentoren. Nur das 1:4 gegen Spitzenreiter MSV Duisburg war ein negativer Ausreißer. Also, alles in Ordnung? Der Patient auf dem Weg der Besserung?

Vielleicht, es hat den Anschein, doch es könnte schon zu spät sein. Natürlich hätte der SCP bereits spätestens im Oktober in diesen im Abstiegskampf so dringend benötigten Verteidigungsmodus wechseln müssen. Nun wird die Lage, 14 Spieltage vor dem Saisonende, immer prekärer. Denn Punktgewinne wie der unter Flutlicht gegen die Würzburger Kickers beim 0:0 vor 5457 Zuschauern sind einfach zu wenig, helfen kaum weiter. Der Rückstand auf das rettende Ufer beträgt nun schon sieben Punkte, das schlechte Torverhältnis (33:46) ist praktisch wie ein achter Zähler Differenz zu bewerten. Der SCP muss so zu einer verwegenen Erfolgsserie in den nächsten Wochen ansetzen, will er das Klassenziel noch erreichen.

Zu viel Boden in der Hinrunde verloren

„Ach, wenn wir gerade Zehnter wären, dann könnten wir hier richtig was aufbauen. Aber leider stehen wir mit dem Arsch an der Wand.“ Das sagt Hildmann nach der Partie. Sollte diese Saison, und danach sieht es von Woche zu Woche mehr aus, mit dem Abstieg enden, wäre er nicht der Hauptverantwortliche. Auch wenn nicht jede aktuelle Personalentscheidung vollkommen schlüssig ist, an dem neuen Coach liegt es nicht. Die Fehler sind in der zweiten Jahreshälfte 2019 in Hülle und Fülle begangen worden.

SC Preußen Münster – Würzburger Kickers

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  • Luca Schnellbacher im Duell mit Sebastian Schuppan.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Fridolin Wagner behauptet sich gegen Robert Herrmann.

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  • Schnellbacher macht beim Einlauf einem Balljungen die Schnürsenkel zu.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Schiedsrichterin Katrin Rafalski aus Baunatal, halber Weg zwischen Münster und Würzburg, pfeift die Partie.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Fridolin Wagner kämpft mit Luca Pfeiffer um den Ball.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Seref Özcan versucht, an Torwart Müller vorbeizukommen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Rossipal und Özcan gegen Fabio Kaufmann.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Sehen Sie im Folgenden zahlreiche weitere Fotos der Partie.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
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  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
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  • Foto: Jürgen Peperhowe
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  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe

Hildmann dämmert es nun natürlich auch, dass viel zu viel Boden in der Hinrunde verloren wurde. Weiterhin vermittelt er dennoch den Glauben, die Wende schaffen zu können. Er habe einen leidenschaftlichen Kampf gesehen, und: „Wir müssen genau so weitermachen, an unserem Spiel arbeiten und fleißig sein.“

Gegen die Würzburger hatte er zwei richtig gute Chancen gesehen, die Münster eine Führung hätte bescheren können. Aber Alexander Rossipal (37.) und Oliver Steurer (62.) per Kopf trafen nicht. Dann versagte die ansonsten gute Schiedsrichterin Katrin Rafalski dem SCP in der Schlussphase einen Elfmeter, als Kickers-Schlussmann Vincent Müller den aufgerückten Rossipal stumpf umrannte.

Zweikampfverhalten als Faustpfand

Richtig geknickt war Angreifer Luca Schnellbacher, dem Trainer Hildmann eine „überragende“ Laufleistung als Solospitze attestierte. Schnellbacher: „Es war mehr drin, wir müssen unsere Chancen reinmachen, auch wenn es nicht viele 100-prozentige gibt. Die, die wir hatten, muss man mal versenken. Wir haben leidenschaftlich verteidigt. Das Ergebnis ist enttäuschend.“

Die Abwehrleistung und das Zweikampfverhalten gelten nun als Faustpfand. „Die defensive Linie hatte uns in der Hinrunde gefehlt“, freut sich Torwart Max Schulze über neue Abwehr-Stabilität, die aber auf Kosten der Offensive konstruiert ist. Kapitän Julian Schauerte brachte die Hoffnung letztlich auf den Punkt: „Ein dreckiger Sieg würde uns mal gut tun.“ Nächste Chance dafür bietet sich am Samstag im Düsseldorfer Erstliga-Stadion beim Gastspiel gegen den KFC Uerdingen.

Gelb-Sperren: Nach der fünften Gelben Karte sind Verteidiger Okan Erdogan und Mittelfeldspieler Kevin Rodrigues Pires am nächsten Spieltag gesperrt. Fridolin Wagner eilt mit Siebenmeilenstiefeln einer ähnlichen Sperre entgegen, er sammelte im 19. Saisoneinsatz die achte Verwarnung ein.

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