Fußball: 3. Liga
Preußen haben gegen Uerdingen auch im Angriff einiges auf Lager

Düsseldorf -

Abschreiben sollte Preußen Münster niemand. Das 2:0 beim KFC Uerdingen bewies, dass der Drittliga-Drittletzte in der Lage ist, hinten dichtzuhalten und sich gleichsam viele Chancen zu erspielen. Das Selbstbewusstsein der Adler wächst. Zurzeit beträgt der Rückstand aufs rettende Ufer fünf Zähler.

Sonntag, 23.02.2020, 15:36 Uhr aktualisiert: 23.02.2020, 16:10 Uhr
Große Erleichterung: Marco Königs (r.) nach seinem Tor
Große Erleichterung: Marco Königs (r.) nach seinem Tor Foto: Jürgen Peperhowe

Zum Schluss, in der Nachspielzeit, stand im Grunde kein Preußen-Angreifer mehr auf dem Feld, dafür sieben Abwehrspieler. Drei Wechsel, dreimal wurde Münster noch einen Tick defensiver. Hauptsache die drei Punkte ins Ziel bringen. Es klappte. 2:0 (2:0) siegten die Adler beim KFC Uerdingen . Und das nach der wohl besten Saisonvorstellung über volle 90 Minuten. Klar lag das Augenmerk wie seit Wochen auf einer stabilen Abwehr. Aber der Gast hatte auch nach vorn einiges auf Lager, mehr als der Gegner. „Solange die anderen sich aufregen, machen wir viel richtig“, sagte Trainer Sascha Hildmann nach dem erneuten Verweis auf seine extrem tief formierte Elf, der diesmal vom Krefelder Coach Daniel Steuernagel kam.

Ein Elfmeter, den Heinz Mörschel mit etwas Glück zum 1:0 gegen Lukas Königshofer verwandelte (35.), hatte den Weg geebnet. War das einer? Christian Dorda spitzelte im Sechzehner Lucas Cueto den Ball weg, traf den Stürmer dabei aber auch. Kompliziert. Später sprang KFC-Verteidiger Assani Lukimya im Strafraum noch die Kugel an den Arm. Auch so eine 50:50-Sache. Insofern war das schon okay. Dann leitete Cueto mit einem furiosen Sprint, der quasi vor dem eigenen Kasten begann, das 2:0 ein. Er überlief einfach alle Uerdinger, brachte das Leder dann gerade noch rechtzeitig in die Mitte und machte dort Marco Königs glücklich (72.). Die einsame Spitze verrichtete so viel Laufarbeit, dass er sich sein erstes Tor seit November 2018 verdient hatte. Vielleicht kullerten gar Tränen.

 

KFC Uerdingen – SC Preußen Münster

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  • Heinz Mörschel trifft vom Elfmeterpunkt zum 1:0 für die Preußen.

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  • Jubel für den Torschützen.

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  • Uerdingens Christian Dorda hatte zuvor Lucas Cueto von den Beinen geholt.

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  • Marco Königs im Duell mit Adam Matuschyk.

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  • Seref Özcan kämpft gegen Assani Lukimya um das runde Leder.

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  • Sehen Sie im Folgenden zahlreiche weitere Fotos vom Spiel.

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Drei Fragen an Marco Königs

Sein erstes Tor seit November 2018 brachte Marco Königs riesige Erleichterung.

Wie nah ging Ihnen der Moment beim 2:0?

Königs: Es war sehr emotional für mich. Das letzte Jahr war nicht einfach mit vielen Verletzungen und dann auch noch in Rostock auf dem Abstellgleis. Der Herz war für meine Freundin. Sie hat mich in der schweren Zeit unterstützt.

War der Auftritt taktisch genau so geplant?

Königs: Ja, das war so. Aber es war ja nicht nur eine Abwehrleistung. Wir hatten in den ersten paar Minuten schon Riesenchancen. Unser Umschaltspiel war richtig gut. Auch in der zweiten Hälfte sind wir gut nach vorn gekommen.

War in einigen Situationen nicht auch etwas Glück im Spiel?

Königs: Ja, wir haben zwar super verteidigt. Aber Max musste auch ein, zwei Dinger wunderbar halten. Dafür haben wir ihn da hinten.

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Hildmanns Punkteschnitt

Der Blick auf die Tabelle war an diesem Nachmittag verpönt. Noch ist der Weg zum Ligaverbleib lang. Aber der SCP ist stabil, das Gefüge ist intakt, die Form stimmt, die Mannschaft lebt. „Wir wollten harte Zweikämpfe führen, am Mittelkreis anlaufen und gleichsam gut Fußball spielen“, berichtete Hildmann, der auch die 500 mitgereisten Fans für einen tollen Auftritt hervorhob. Das passte. „Die Mannschaft spürt, dass etwas geht. Sie hat jetzt eine breite Brust. Noch ist alles machbar, noch ist alles drin.“

Nach drei sieglosen Partien und Siegen der Konkurrenz zuletzt war der Erfolg aber auch zwingend. „Der Sieg war absolut verdient. Kompliment an die Jungs, auch die, die reingekommen sind“, so Hildmann. Er hat in fünf Partien nun einen Punkteschnitt von 1,6 – hält er den, kämen die Preußen bei den ominösen 45 Zählern raus.

Scherder wieder dabei

Dreimal musste SCP-Trainer Sascha Hildmann im Vergleich zum 0:0 gegen die Würzburger Kickers wechseln. Für die gelbgesperrten Okan Erdogan (Innenverteidigung) und Kevin Rodrigues Pires (Mittelfeldzentrum) rückten Simon Scherder nach zweimaliger Auszeit und Heinz Mörschel ins Team. Sie erhielten den Vorzug vor Ole Kittner und Nico Brandenburger. Weil Luca Schnellbacher krank fehlte, gab Winter-Zugang Marco Königs sein Start-Debüt im Angriff. Anders als Maurice Litka wurde Keeper Max Schulze Niehues rechtzeitig gesund, zur Sicherheit saß Vertreter Oliver Schnitzler aber auf der Bank und nicht Marian Prinz. Für die Erfüllung der U-23-Regel nahmen Marcel Hoffmeier und erstmals in diesem Jahr Joel Grodowski Platz. Nächste Woche gegen Rostock ist Mörschel nach der fünften Verwarnung (Meckern) nicht dabei.

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Grandiose Paraden

Zur Wahrheit gehört, dass wie in Jena (2:1) nicht nur Cueto in den entscheidenden Momenten herausstach, sondern auch Keeper Max Schulze Niehues. Grandios parierte er gegen Tom Boere (36.), auch die Flanke von Dorda klärte der 31-Jährige (45.+1). Osayamen Osawe (61./69.) scheiterte ebenso am Routinier wie Ex-Preuße Adriano Grimaldi (90.), der wie Edvinas Girdvainis (78.) auch noch mal knapp drüber zielte (62.). Eine Handvoll von Chancen besaß der Gastgeber also.

Brandgefährliche Konter

„Trotzdem ist unser Plan, kompakt zu stehen voll aufgegangen“, sagte Kapitän Julian Schauerte. „Wir standen auch höher als in Kaiserslautern.“ Dort hatte bei Kontern oft die Überzeugung gefehlt. Diesmal aber wurde der SCP oftmals brandgefährlich. So fehlten Simon Scherder per Kopf nach einer Ecke (5.) und Alexander Rossipal (12.) nur wenige Zentimeter zum Erfolg. Fridolin Wagner aus der Distanz (47.) sowie Cueto (60./87.) und Mörschel (77.) nach Gegenstößen hätten gut und gern treffen können.

„Der Elfmeter hat uns sicher in die Karten gespielt. Wir haben auch darauf spekuliert, dass es hier schnell unruhig werden kann“, gestand Schauerte. „Dass wir die Null gehalten haben – umso besser!“ Immerhin zum zweiten Mal hintereinander. In den letzten 300 Minuten kassierte der Drittletzte nur ein Gegentor. Das 5-4-1-Format gegen den Ball greift. Daraus lassen sich Ansprüche auf den Klassenerhalt ableiten.

Schweigen nach medizinischem Notfall

In den Minuten nach dem 2:0 der Preußen wurde es in der ohnehin für knapp 3000 Zuschauer viel zu großen Düsseldorfer Arena, in die der KFC Uerdingen zurzeit wegen des Ausbaus der Grotenburg ausweicht, ganz still. Das lag aber nicht am Spielstand, sondern daran, dass es im Block der Gastgeber einen medizinischen Notfall gab. Eine Frau wurde behandelt und musste ins Krankenhaus. Auch die Preußen-Fans schwiegen daraufhin bis kurz vor Schluss.

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