Fußball: 3. Liga
Wagner fliegt – Preußen geben Kellerduell bei Viktoria Köln noch ab

Köln -

Nichts, aber auch gar nichts sprach eine knappe Viertelstunde vor Schluss dafür, dass Preußen Münster das Kellerduell bei Viktoria Köln noch aus der Hand geben könnte. Dann leistete sich Fridolin Wagner eine Rote Karte, danach drehte der Gastgeber die Partie noch und gewann 2:1 (0:0).

Samstag, 07.03.2020, 15:56 Uhr aktualisiert: 07.03.2020, 17:12 Uhr
Fußball: 3. Liga: Wagner fliegt – Preußen geben Kellerduell bei Viktoria Köln noch ab
Schiedsrichter Michael Bacher schickt Preußens Fridolin Wagner mit Rot vom Platz. Foto: Jürgen Peperhowe

Richtig bitter, richtig bitter. Preußen Münster machte ein blitzsauberes Auswärtsspiel bei Viktoria Köln , hatte vor allem durch Luca Schnellbacher nur zu viele Chancen liegen gelassen. Dann aber geriet der SCP ohne Not in Unterzahl und verlor noch mit 1:2 (0:0). Ein schwerer, schwerer Rückschlag im Keller, weil die Konkurrenz eben punktete und die Adler ja eigentlich selbst Boden gutmachen mussten.

Hinterher war der Frust entsprechend groß. „Wir haben 75 Minuten dominiert, kaum eine Chance zugelassen. Machen wir das 2:0, fahren wir das Ding nach Hause“, sagte Torschütze Kevin Rodrigues Pires. Auch Oliver Steurer war geknickt: „Die Enttäuschung ist groß, das war lange ein überragendes Spiel von uns. Leider haben wir uns selbst geschlagen.“ Kapitän Julian Schauerte wirkte einigermaßen gefasst. „So ist Fußball“, sagte er. „Wir haben leider in jedem Spiel das Messer am Hals. Es muss also weitergehen.“ Marco Königs verwies auf „die vielen, vielen Chancen“. Der Stürmer betonte: „Wir machen aber keinem einen Vorwurf.“

Nur einen Wechsel nahmen die Gäste vor. Statt Seref Özcan lief vorne links Schnellbacher auf. Zurück im Kader war Heinz Mörschel, dem Joel Grodowski weichen musste. Einen ganz starken Auftritt legten Münsters Anhänger hin. Fast die ganze Gegengerade war gefüllt, im Stadion befanden sich locker 1000 Gäste-Fans. Farbenfroh und lautstark peitschten sie ihr Team schon vor dem Anpfiff nach vorn.

Viktoria Köln – SC Preußen Münster

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  • Luca Schnellbacher wirft sich voll rein.

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  • Gute Stimmung im Block der mitgereisten Preußen-Anhänger.

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  • Preußen Ex-Coach Pavel Dotchev begrüßt den amtierenden SCP-Trainer Sascha Hildmann.

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  • Luca Schnellbacher klärt vor Kölns Albert Bunjaku.

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  • Hier bekommt es Bunjaku mit Fridolin Wagner zu tun.

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  • Alexander Rossipal im Duell mit Marcel Gottschling.

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  • Fridolin Wagner kämpft mit Albert Bunjaku um den Ball.

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  • Sehen Sie im Folgenden zahlreiche weitere Bilder vom Spiel in Köln.

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Der SCP gab durch Schnellbacher nach Anspiel von Fridolin Wagner den ersten Warnschuss ab (2.). Er landete in den Armen von Keeper André Weis. Es entwickelte sich dann zunächst aber doch das erwartete Spiel. Die Preußen formierten sich dicht und eher abwartend, Viktoria hatte den Ball und suchte Lücken. Nicht jeden Konter spielte der Tabellendrittletzte sauber zu Ende. Dennoch bot sich erneut Schnellbacher eine noch bessere Chance, als er sich nach Querpass von Marco Königs sauber im Strafraum behauptete, auf den letzten Metern dann aber gegen Weis keinen platzierten Abschluss hinbekam (16.). Auch die dritte Annäherung ging von den Adlern aus. Der Kopfball von Jan Löhmannsröben nach einer Ecke senkte sich aber nicht genug (22.). Dann durfte noch mal Schnellbacher, seinen Schuss aus zehn Metern blockte André Dej (23.). Plötzlich hatte der Gast das Kommando übernommen und machte das gar nicht schlecht, während die Rheinländer sich viele kleine Fehler erlaubten.

Viele Ballgewinne in erfolgsversprechenden Zonen durften sich die Preußen daher auf die Fahne schreiben. Ein solcher führte auch zu einer weiteren Gelegenheit. Der ganz leicht abgefälschte Fernschuss von Marco Königs strich knapp vorbei (29.). Den ersten guten Angriff der Hausherren hätte dann beinahe Mike Wunderlich gekrönt, doch Simon Scherder grätschte in seiner typischen Manier im letzten Moment dazwischen (32.). Der nächste Versuch des Viktoria-Kapitäns wurde von Oliver Steurer geblockt (41.).

Defensiv eine gute erste Hälfte

Alles in allem war das dennoch gerade defensiv eine gute erste Halbzeit. Die Nadelstiche vorne waren auch so geplant – und der erste nach der Pause saß tatsächlich auch gleich. Ein schneller Konter lag der Flanke von Königs zugrunde, die Weis nur zentral an die Strafraumkante abwehrte. Dort lauerte Kevin Rodrigues Pires, hatte ganz viel Platz und schlenzte die Kugel überlegt ins Eck. Das 1:0 (49.) durch den gebürtigen Kölner!

So hatten sich das die Preußen vorgestellt. Schnellbacher versuchte gleich nachzulegen, seinen Schuss ließ Weis auch nur abklatschen (54.). Der Aufsteiger musste mit dem Rückstand erst recht kommen, doch die Bemühungen hielten sich in Grenzen. Münsters Deckung blieb stabil, gerade in der Mitte brannte wenig an. Albert Bunjaku war kaum zu sehen, dafür eine gewisse Verunsicherung bei den Rheinländern spürbar. Das hätten die Gäste nach 69 Minuten zwingend ausnutzen müssen, doch nach einem Wagner-Traumpass scheiterte Schnellbacher abermals völlig frei vor Weis am Keeper. Selbst der Nachschuss von Alexander Rossipal hätte im weitgehend verwaisten Gehäuse landen können, strich aber ein paar Zentimeter vorbei.

Wagner mit völlig unnötigem Foul

So war also weiter Zittern angesagt bei jedem Ball, der im Sechzehner ankam. Echte Gelegenheiten erarbeitete sich der Gastgeber nicht, doch es musste weiter gebangt werden, weil Wagner sich ein völlig unnötiges Foul von hinten gegen Marcel Gottschling erlaubte. Der Mittelfeldmann traf nur die Beine und stoppte so das Solo seines Gegenspielers. Der Platzverweis ging in Ordnung (79.). Eigentlich stand die Abwehr ganz gut, doch dann fiel einer der vielen hohen Bälle dem bis dato so blassen Bunjaku vor die Füße. Der Routinier ließ sich die Chance nicht entgehen – der Ausgleich (83.). Das erste Gegentor für Münster nach über 400 Minuten. Und als wäre das nicht schon bitter genug, setzte Wunderlich noch einen drauf. Ein Freistoß aus bester Position, den ließ sich der Kapitän nicht nehmen und zirkelte das Leder ins lange Eck, nur eine gute Minute später (84.).

Eine gute Möglichkeit gab’s noch. Nach einem Freistoß von Lucas Cueto hatte Königs den Ball irgendwie auf dem Schlappen liegen und zog ab. Dominik Lanius, der frühere Münsteraner, klärte. Aber wohl mit der Hand, die er mit schmerzverzerrtem Gesicht schüttelte. Na ja, angeschossen war’s, der Ball wäre aber schon drin gewesen (87.). Das letzte verzweifelte Anrennen brachte nichts mehr ein. Unfassbar. Das wäre ein echter Bigpoint gewesen. Stattdessen ein Tiefschlag, wie er kaum hätte mehr weh tun können.

„Wir hätten wahrscheinlich gewonnen“ 

„Wir hätten wahrscheinlich gewonnen, wenn wir nicht in Unterzahl geraten wären“, sagte Trainer Hildmann. „Das sind Dinge, die man kaum beeinflussen kann. Zu zehnt hat sich das Spiel auf einmal gedreht. Wir haben bis dahin viele sehr gute Aktionen gehabt, das 2:0 hätten wir nachlegen müssen. Wir waren leidenschaftlich und müssen jetzt die positiven Dinge aufnehmen.“  Nach diesem Ausgang fiel das vielen Preußen erst mal schwer. Auch wenn der Anhang die Mannschaft trotz der Niederlage nach dem Schlusspfiff feierte.

Viktoria: Weis – Gottschling, Lanius, Hajrovic (79. Kyere), Carls – Saghiri (65. Holzweiler), Dej – Lewerenz, Wunderlich, Handle (76. Seaton) – Bunjaku

SCP: Schulze Niehues – Scherder, Löhmannsröben, Steurer – Schauerte, Wagner, Rodrigues Pires (73. Erdogan), Rossipal (86. Mörschel) – Cueto, Königs, Schnellbacher (76. Heidemann)

Schiedsrichter: Michael Bacher (Amerang)

Tore: 0:1 Rodrigues Pires (49.), 1:1 Bunjaku (83.), 2:1 Wunderlich (84.)

Zuschauer: 3147

Gelb: Saghiri, Carls, Holzweiler / Löhmannsröben, Scherder

Rot: Wagner (77.)

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