Fußball: Oberliga
Stolze Preußen-Serie endet gegen Holzwickede

Münster -

Die vergangenen Spiele liefen für die zweite Mannschaft von Preußen Münster fast wie am Schnürchen. Am Sonntag aber ging die Formkurve nach unten. Das 1:3 gegen den Holzwickeder SC war eine völlig verdiente Niederlage für den Neuling.

Sonntag, 08.03.2020, 18:16 Uhr aktualisiert: 08.03.2020, 20:06 Uhr
Verkehrte Rolle: Preußen-Verteidiger Lukas Frenkert (r.) wird von Holzwickedes Stürmer Nico Berghorst gebremst.
Verkehrte Rolle: Preußen-Verteidiger Lukas Frenkert (r.) wird von Holzwickedes Stürmer Nico Berghorst gebremst. Foto: fotoideen.com

Die feine Serie ist beendet für die Zweite des SC Preußen Münster, die mit dem 1:3 (0:1) gegen den Holzwickeder SC den erfolgreichen Zwischenspurt in der Oberliga mit sechs Partien ohne Niederlage und zwölf Punkten hieraus beendete. Nicht nur sportlich spielte beim Gast ein Ex-Preuße die Hauptrolle.

Der 34-jährige Marcel Reichwein , in 193 Dritt- und 64 Zweitliga-Spielen geschult, rückte als Doppeltorschütze und stets präsenter Mann in den Fokus, aber auch durch fortwährendes Spielertrainer-Gehabe auf dem Platz. Und nach etlichen Verbalduellen mit Nicolai Remberg beleidigte Reichwein bei seiner Auswechslung (85.) den Preußen („Du Vollidiot“). Obschon der Schiri-Assistent das gehört haben musste, passierte nichts. Holzwickedes Cheftrainer Axel Schmeing muss wohl größte Toleranz aufbringen, um derlei Auftreten seiner Nummer 9 auszuhalten.

Die zuvor an solchen Gegnern gewachsenen Preußen ließen es an Körpersprache, Ideenreichtum und technischen Fertigkeiten mangeln. „Das war anfangs regelrecht leblos“, sagte Trainer Sören Weinfurtner, der schnell die Fünferkette auflöste und Erhan Duyar rechts weiter vorschob. Die im Zweikampf präsenten und geschickten Gäste setzten auch im Tempo Akzente durch Nico Berghorst und Sebastian Hahne, Reichweins Sturmpartner. Münster fehlte Präzision beim bevorzugten Spiel in die Tiefe, die meisten zweiten Bälle krallte sich zudem der wache Gegner. Reichwein, der sich in vielen Räumen tummelte und Mitspielern welche zuwies, traf nach Eckball (34.) in allerbester Mittelstürmermanier.

Julius Hölscher kam für Duyar und sorgte auch für Belebung in der nun besser zupackenden Preußen-Elf. Nils Burchardts 1:1 wurde wegen Abseitsstellung aberkannt – umstritten (53.). Sören Wald kam als neuer Stürmer und löste den unglücklich wirkenden und ebenso spielenden Joel Grodowski ab. Dass der kaum integriert ist in die Abläufe, ist kein Wunder. Er trainiert ja nie in diesem Kreis. Und er scheint großen Druck zu verspüren, es allen endlich unbedingt zeigen zu wollen.

Ein böser Fehlpass von Ousman Touray, der am Ball kaum ins Tempo kam, sorgte für freie (Konter-)Bahn, die Hahne zum 2:0 nutzte (71.). Zehn Minuten später köpfte Wald perfekt das 1:2 und schürte neue Hoffnung für den Gastgeber. Aber direkt danach entschied Reichwein das Spiel im zweiten Versuch – wieder besorgten die technisch unsauberen Preußen vorher den Raum für die Gäste-Attacke. „Wir haben nur an der Wende geschnuppert – aber wir schlagen uns selbst und spielen die wenigen guten Szenen nicht konsequent aus“, sagte Weinfurtner enttäuscht.SCP:Dedovic – Duyar (46. Hölscher), Woitaschek, Rüschenschmidt, Klauke (82. Ströker), Frenkert – Klann (73. Alves Duarte) – Remberg, Burchardt, Touray – Grodowski (63. Wald)

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