3. Liga: Preußen-Trainer im Wartestand
Hildmanns (Fußball)-Entzugserscheinungen

Münster -

Sascha Hildmann möchte lieber gestern als heute wieder seine Arbeit aufnehmen. Der 47 Jahre alte Fußballlehrer unterstreicht, wie sehr er sich den Wettkampf herbeisehnt. Einmal in der Woche hat er zu seinen Spielern Kontakt. Skype sei dank.

Sonntag, 19.04.2020, 19:16 Uhr aktualisiert: 19.04.2020, 21:17 Uhr
Wartet in Kaiserslautern die Fußball-freie Zeit ab: Preußen-Trainer Sascha Hildmann
Wartet in Kaiserslautern die Fußball-freie Zeit ab: Preußen-Trainer Sascha Hildmann Foto: imago-images

Sascha Hildmann macht den Eindruck, bereit zu sein. Er hebt das Handy ab, sagt, dass er gerade beim Laufen ist, in einer Stunde passt es besser. Beim Jogging im Pfälzer Wald spult er zehn zügige Kilometer ab. Lieber gestern all heute würde er wieder die Arbeit aufnehmen. Wenn er, der Trainer des SC Preußen Münster im Wartestand, gefragt wird, wie schnell er in Münster sei, um die Arbeit mit seiner Mannschaft aufzunehmen, dann sagt er: „Wenn das Training auf dem Platz erlaubt werden würde, käme ich sofort mit 400 Stundenkilometern nach Münster zurück.“ Keine Stunde Anreise, das gäbe Ärger mit der Polizei – in Wirklichkeit will der 47 Jahre alte Fußballlehrer nur unterstreichen, wie sehr er den Re-Start von Training, Wettkampf und Fußball doch herbeisehnt.

Vertrauen auf DFB

Hildmann ist aber auch keiner von denen, die mit aller Macht die Rückkehr zur Schein-Normalität im Kosmos Fußball einfordern. „Zu viele haben sich jetzt geäußert. Vielleicht ist jetzt der Zeitpunkt da, nicht viel zu reden, sondern nachzudenken.“ Er vertraut dem Deutschen Fußball-Bund und den Vereinsvertretern, dass diese eine vernünftige Lösung dieser Entwicklung hinbekommen.

Dass die Pause, die seit dem 9. März den Fußball-Drittligisten aus Münster erfasst hat, fast schon zum Lagerkoller führt, sei klar. „Unbefriedigend ist die Situation. Mir fehlen das Adrenalin, das Training, der Kontakt zu den Spielern, die Spiele am Wochenende. Das ist ein Einschnitt.“ In Kaiserslautern lebt Hildmann mit seiner Familie, natürlich hat er sich hier hin zurückgezogen.

Einmal in der Woche hat er zu seinen Spielern Kontakt. Skype sei dank. In kleineren Gruppen wird dann gesprochen, auch über private Dinge und Entwicklungen. Dass jeder Einzelne sein Fitnessprogramm daheim durchzieht, steht für Hildmann und seinen Co-Trainer Louis Cordes außer Frage: „Sie halten sich an die Vorgaben. Wir haben vollstes Vertrauen.“ Es ist nicht anzunehmen, dass nach einer mehrwöchigen oder gar mehrmonatigen Pause der körperliche Zustand der Preußen-Profis im Keller sein wird. Die spiel- und trainingsfreie Zeit haben derweil Jan Löhmannsröben und Fridolin Wagner genutzt und Zahn-OPs hinter sich gebracht.

Videoanalysen abgeschlossen

Hildmann hat auch seine Videoanalysen abgeschlossen. Er wollte sich noch einmal alle Preußen-Partien der Saison anschauen, das ist geschehen. „Da gibt es immer neue Erkenntnisse. In der Summe haben wir die richtigen Hebel angesetzt. Schade, dass die Saison unterbrochen wurde“, sagt der SCP-Coach.

Ob es weitergeht, wie es weitergeht, man kann es förmlich spüren, wie Hildmann ratlos die Schultern hochzieht. Wenn der Tag kommt, so viel steht fest, wird er bereit sein.

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