Fußball: 3. Liga
Preußen Münsters Niklas Heidemann: „Es darf keine Harakiri-Aktion werden“

Münster -

Im Interview spricht Preußen Münsters Niklas Heidemann über den Neustart nach fast zehnwöchiger Zwangspause.

Samstag, 16.05.2020, 10:00 Uhr aktualisiert: 18.05.2020, 13:09 Uhr
Niklas Heidemann (r.) würde gerne seinen auslaufenden Vertrag beim SC Preußen verlängern.
Niklas Heidemann (r.) würde gerne seinen auslaufenden Vertrag beim SC Preußen verlängern. Foto: Johannes Oetz

Wie waren die ersten Einheiten nach der fast zehnwöchigen Zwangspause?

Heidemann : Auf jeden Fall skurril, ich kam mir bei all den unausweichlichen Maßnahmen fast vor wie im Film. Aber wir versuchen, das Beste draus zu machen.

Sind Sie skeptisch wegen des Risikos oder froh, wieder kicken zu dürfen?

Heidemann: Froh. Es hat schon gekribbelt. Wir haben so lange keinen Fußball gespielt, da hat richtig was gefehlt. Auch wenn es anders ist: Ich bin einfach glücklich, dass wir wenigstens wieder in Kleingruppen trainieren.

Haben Sie denn Sorgen vor dem Re-Start?

Heidemann: Das Hygienekonzept muss schon abgesegnet und abgedeckt sein. Es darf keine Harakiri-Aktion werden. Uns wurde von den Teamärzten klar gesagt, dass die Wiederaufnahme theoretisch gefährlich für Spieler sein kann und man Respekt haben muss.

Nach der Auszeit ist in fünf englischen Wochen die Verletzungsgefahr hoch.

Heidemann: Absolut. Wir hatten ja gar keine fußballspezifischen Abläufe. Beim Joggen nur geradeaus zu laufen, ist was anderes als die vielen abstoppenden Bewegungen. Wir müssen sehr gut vorbereitet sein.

Ihr Vertrag läuft aus. Haben Sie Zukunftssorgen?

Heidemann: Sagen wir mal so: Im Normalfall wären wir jetzt ein gutes Stück weiter, mindestens Gespräche hätten stattgefunden. Aber damit muss ich umgehen, das gilt für die andere Seite auch. Sobald wir klarer sehen, wie es weitergeht, dürfte auch die Entscheidung schnell getroffen werden.

Hatten Sie mal Kontakt zu den Verantwortlichen in dieser Frage?

Heidemann: Nein. Das hat alles komplett geruht. Ich denke, zuletzt waren auch andere Dinge kurzfristig wichtiger für den Verein.

Würden Sie gern in Münster bleiben?

Heidemann: Mein erstes Ziel ist es, mit Preußen den Klassenerhalt sportlich zu schaffen. Ich war jetzt zwei Jahre hier und würde mich freuen, wenn es zu Gesprächen kommt. Natürlich hoffe ich, dass Interesse an meinem Verbleib besteht.

Haben Sie als vertragsloser Spieler Angst, dass der Markt angesichts der wirtschaftlichen Probleme in sich zusammenbricht?

Heidemann: Nein, das glaube ich nicht. Natürlich ist es finanziell schwierig für die Vereine ohne Gewissheit, wann es weitergeht und wann es wieder normale Spiele mit Zuschauern gibt. Ich hoffe aber, alle Clubs kommen unbeschadet aus der Situation.

Könnten Sie sich im Fall einer Saisonverlängerung vorstellen, auch nach dem 30. Juni noch aufzulaufen?

Heidemann: Ja. Wenn es wieder losgeht, geht es im Abstiegskampf nur darum, sportlich die Liga zu halten. Dafür werde ich auch über den Juni hinaus mithelfen.

In der Rückserie standen Sie nicht mehr in der Startelf, wurden aber oft eingewechselt. Wo befinden Sie sich sportlich?

Heidemann: Ich habe alle Trainingspläne eingehalten, sehe mich gut vorbereitet. Ich möchte meinen Stammplatz zurück.

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